Arti
Arti
Asce
lichtn Benennung Umstand zusammen, jedoch so, daßer jenen durch den Zusatz bestimmender, dieses durchden Zusatz eigenschaftlicher unterscheidet. Allein ichhabe schon oben gezeigt, daß diese Benennung nichtrecht passend ist. S. Adjectiv. — Mein Freund R e i-marus rieth einst Andcuter für Artikel zusagen, weildiejenigen Sprachen, welche sich dieser kleinen Vorwör-ter bedienen, gleich einem Stotternden, damit nur an-deuten wollten, daß ein Wort ausgesprochen werdensolle. — Auch wenn diese Meinung über den Ursprungund den Zweck des Artikels nicht gegründet sein sollte,so scheint der Name Andeuter doch auch in einer an-dern Hinsicht passender, als die andern alle zu sein,weil, wie Adclung bemerkt hat, des Artikels Be-stimmung ist: „anzudeuten, ob mit dem Worte, demer vorgesetzt wird, die ganze Gattung gemeint sei, oderein oder mehrere (mehre), theils bestimmte, theils un-bestimmte Individua (Einzelwesen) aus derselben." Lehr-gebäude i Thl. S. 276. Aus diesem Grunde ziehe ichdie Benennung Andcuter den übrigen vor.
Articularim , sah - oder punktweise.
Articulation, eigentlich die Knochenfügung, oderGlie--derung; uneigcnrlich die Deutlichkeit der Aussprache,im Lesen und Reden, wobei jede Silbe vernehmlich an-gegeben, keine verschluckt wird; die Silben-angabe oderSckbcn-aussprache.
Articuliren , in der Sprachlehre, silbenmaßig zusam-mensetzen, stlbenmaßtg aussprechen, die Silben deut-lich hören lassen. Man könnte selben dafür bilden. „Werzu einer großen Versammlung redet, muß, um durch-gängig verstanden, zu werden, nicht bloß laut reden,sondern auch gehörig zu silben verstehen." Für articu-lirte Töne kann man, entweder gegliederte Töne, oderauch mit Einem Worte Gliedertöne, wie Gliederpup-pe, ja wenn man wollte, auch Gelenktöne sagen. DasWort gegliedert für articulirt habe ich in einer meinerfrüherm Schriften, so viel ich weiß, zuerst versucht;nachher ist es von verschiedenen andern auch gebrauchtworden, z. V. von Hcrder'n: „Ihrer (der Vernunft)Natur nach umschließt sich ihr das Allgemeine in eingegliedertes Ganzes."
Articulus cazitiosus, ein verfänglicher Satz, conse-cutivus, ein Schlußsatz, illativus, ein Folgesatz, ir-relevans, ein unerheblicher, additionalis, ein nach-getragener Satz oder Punkt; Articuli probatoriales,Beweisstücke oder Bcweispunkte; reprobatoriales,Gegenbcweisstücke oder punkte.
Artiticiell, künstlich, kunstmäßig.
Artillerie, 1. das grobe oder schwere Geschütz, 2. dieGeschützkunst, oder allgemeiner, die Feuerwerkskunst.Hcynatz hat auch Kriegesfeuerkunstssür den ernsthaf-tcrn Theil der Artillerie, im Gegensatze der Luftfcuer-kunsi, im Antibarbarus angesetzt und gebilliget.
Artillerist, ein Feuerwerker.
Artisan und Artist. Beide sind zwar von einem undebendemselben Worte, ars, die Kunst, abgeleitet, undbedeuteten ursprünglich einerlei. Allein der Sprachge-brauch hat sie unterschieden, so daß das erste nunmehreinen Handwerker oder Handwerksmann, das andereeinen Künstler bedeutet. Nach dem neuern FranzösischenSprachgebrauchc bedeutet Artist« auch einen Schau-spielet, weil diese Künstler seit einiger 'Zeit sich aus-schließlich Künstler (Artisten) zu nennen beliebt haben.
Artistisch. Wir haben dafür das veraltete künstig. Werdieses zu gebrauchen sich nicht entschließen kann, der mußsich durch Zusammensetzungen mit Kunst helfen; z,B. Kunstvorstessungen f. artistische; Kunst-übungen,Kunstkcnntnisse u. s. w. Die Ableitung künstlerisch vonKünstler, welche einige einzuführen gesucht haben , wi-dersteht dem Ohre und der Zunge durch seine Harte,„Hr. ** hat auch nicht Unrecht, mit künstlerischem Wohl-gefallen bei solchen Schilderungen zu verweilen." Jen»Literaturzeit.
As, die Benennung einer Spielkarte. Wir haben DauLdafür.
Asbest, SteinflachS, und daraus gemachte unverbrenn--lichc Leinwand. S. Amiant.
Ascariden, Mastdarmwürmer. Eingeweidewürmer, wel-ches Kinderling daftir hat, ist theils zu schwerfäl-lig , theils zu weit, weil jenes fremde Wort nur dieje-nigen kleinen runden Würmer bezeichnet, welche die wei-ten und kurzen Gedärme, vornehmlich dem Mastdarm,bewohnen.
Ascendam (fpr. Assangdang), z. B. in der R. a. einAscendant über jemand haben. Wir sagen dafür: et-was oder*viel über jemand vermögen; viel Gewaltüber ihn haben.
Aseendenten, Verwandte in aufsteigender Linie. Man?könnte wol Vorverwandte dafür sagen, so wie Nach-verwandte für Descendenten. Vorfahren und Nach-kommen sind nicht bestimmt genug, weil diese geradenicht mit uns verwandt zu sein brauchen.
Ascendenz, die Vorverwandtschaft. Seine ganze Vor-verwandtschaft besteht aus lauter berühmten Leuten.
Asceten, in der Kirchengeschichte, Leute, welche sich durcheinen strengern und angeblich frömmern, vornehmlichaber auf Körperkastciungen abzweckendcn Lebenswandelvon den übrigen Christen unterschieden und absonderten.Man hatte sie die Strengen nennen können. In beson-derer Bedeutung werden Lehrer und Schriftsteller dar-unter verstanden, welche auf Uebungen der'Tugend über-haupt oder der Frömmigkeit insbesondere dringen, undAnleitung zur Ausübung der Tugcndlchre oder der Got-teslehre geben. Für ascetische Schriften, Betrachtun-gen u. s. w. sagen wir Erbauungsschrifren, erbaulicheBetrachtungen.
Ascetic, die Uebungslchrc, von dem Grichischen ätrxv-ervj, die Uebung. In den Vernunftwissenschaften wird
darun-