Arra
Arse
Arsi
Arti
Worts scheint der Natur dcS Worts begegnen zuwiderzu sein, indem es, vermöge des Stammworts gegen,zwei Personen oder Dinge voraussetzt, wovon das einegegen das andere gerichtet ist. Es fehlt daher, wenn mansagt: es begegnet, die Person oder das Wesen, dem et-was begegnet.
Arrogant, anmaßend, trotzig; auch dünkelhaft:
Daß ste dünkelhaft dein goldncs Haupt,
Deine glatten Jugendreize höhnen.
Bürger.
Arroganz, die Anmaßung, der Dünkel oder Eigeüdün^kel. Die moralisclie Arroganz ist Tugendstolz oderTugenddünkel.
Arrogiren, sich anmaßen.
Arrondiren (fpr. arrongdiren), runden. Man sagt: sicharrondiren und meint, die Besitzungen, das Landeigen-thum abründen oder zufammenhangig machen, so daß esdurch kein dazwischenliegendes fremdes Eigenthum ge-trennt wird. Man könnte sich runden dafür fagen. Ersucht sich zu runden. Ein wolgeründetes Landgut. Ad.hat das Wort in dieser Bedeutung nicht aufgenommen;aberHeynatz hat es gebtlliget.
Arrondissement (fpr. Arrongdissmang), das Ründen,die Rundung.
Arsenal, das Zeughaus. Affsprung glaubt, daß die-sem Deutschen Worte die nähere Bestimmung fehle, weilZeug eigentlich jede zu einem Geschäfte nöthige Geräth-schast bedeute, wie in Schreibzeug, Reitzeug, Spielzeug,Jagdzeug rc., und er schlagt daher Kriegeszeughausvor. Allein der allgemeine Sprachgebrauch laßt diesenähere Bestimmung schon hinzudenken; und Zeug warehemahls f. Kriegeswerkzcuge oder Armaturen insbe-sondere , ganz üblich. Für die höhere Schreibart hat eben-derselbe das schöne Wort Wassenhalle gebildet.
Arsenic, in der Volkssprache, Ratzenpulver. Kinder-l i n g hat Hüttenrauch und Bcrggift dafür angesetzt.Das letzte scheint von ihm selbst gebildet zu sein. Daserste hingegen bezeichnet eigentlich den noch rohen, denErzen beigemischten Giftstoff, der sich in dem Schmelz-ofen davon absondert, und in Gestalt eines grauen Meh-les , wie Ruß , in dem Rauchfange sich anhängt. Diesernoch rohe Giftstoff, welchen die Bergleute auch Gift-mehl nennen, wird hierauf mit Laugenfalz oder Potaschevermischt, verkalkt und emporgcläutert (sulolimirt), daer denn eine feste kristallische Gestalt bekommt, und sozu reinem oder weißem Arsenik wird. Man findet aberauch Erze, die weiter nichts als Arsenik enthalten undsich im Feuer ganz verflüchtigen, ohne daß etwas metal-lisches übrigbleibt. Dieses wird Fliegenstein, oder schwar-zer Arsenik, auch Scherbenkobolt genannt. S. Ja-cobssons technologisches Wörterbuch. Der AusdruckBerggift, welcher beide Arten recht gut bezeichnet, scheintsich am besten zu einer allgemeinen Benennung diesesGiftes zu eignen. Von dem Lateinisch-grichischen Namen
Arsenicum, welcher von af<njy, männlich , und rixy»der Sieg, hergeleitet wird, vermuthet Adelung nichtunwahrscheinlich, daß er von den ältern Goldköchen er-funden sei.
Arsis, in der Tonkunst, der Aufschlag im Tact. „DaSWort ist Grichisch, von ai^stv, tollere. Es bedeutetdie Hebung der Stimme oder des Tons, wie Uresisdie Senkung. Efchenburg.
Artefacten, Lat. Artefacta, Dinge, welche, so wie siesind, nicht von der Natur, sondern durch Kunst gebil-det wurden; also Kunst-erzeugnisse, entgegengesetzt denRatur-erzeugnissen.
Arteperitns, ein Sachverständiger oder Sachkundiger,ein Kunstverständiger.
Arterie, die Schlag-ader.
Arteriologie, die Schlag-aderkunde oder lehre.
Arthritisch, g ich tisch. Arthritische Materie, Gichtmaaterie oder Gichtstoff.
Articul oder Artikel. Bekanntlich bedeutet dieses Workim Lat. eigentlich Gelenk. Es wird aber am meistenuncigcntlich gebraucht, und bedeutet dann 1. so vielals Glied, Theil, Stück eines eingetheilten Ganzen,z. B. der erste, zweite, dritte Artikel des christl. Glau-bens. In diesem Sinne genommen ist es von Luther'»durch Hauptstück übersetzt worden. 2. In der Sprach-lehre bezeichnet es die in einigen Sprachen den Sach-wörtern beigefügten Vorwörter, wodurch unter andernauch, obwol nicht immer, ihr Geschlecht angegeben wird.In diesem Sinne genommen, ist es schon von älternSprachlehrern, z. B. von Schottel'n, durch Ge-
- schlcchtswort übersetzt worden; aber diese Benennungpaßt nicht auf alle Falle, weil zuweilen ein und eben-derselbe Artikel vor jedem Worte steht, es mag seinvon welchem Geschlechte es will, z. B. die Männer, dieFrauen, die Thiere; und weil das sogenannte Neu-trum nur sehr uncigcntlich ein Geschlecht genannt wer-den kann, da es doch eigentlich ein Kein-geschlccht ist.Popowitsch ging daher von dieser Benennung ab,und wollte Namengefährtc dafür gesagt wissen. Alleinaußerdem, daß diese Benennung für so kleine Wörter,als die Artikel sind, gar zu lang ist, so hat sie auchden Fehler, daß sie eben so gut auf die Adjectiva undPronomina passen würde, indem auch diese den Na-men der Dinge (den Sachwörtern) beigefügt werden,folglich Gefährten derselben genannt werden könnten.Auch hat das Nennwort nicht immer einen Artikel beisich, sondern wird auch oft ohne denselben gebrauchte—Klop stock nennt (in den Grammatischen Gesprächen)die Artikel Bestimmungswörter. Allein dieser Namewürde eher den Bei- und Nebenwörtcrn gebühren, weildurch jene die Sachwörter, durch diese die Zeitwörternäher bestimmt werden. •— Mcrtian bringt (in derAllgem. Sprachlehre) die Artikel mit den Adjectivenin eine Klasse, und faßt beide unter der gemeinschaft-R » lichen