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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
130
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Arithmeric noch allgemeiner, indem er darunterdic Ver-standesschätzung der Grössen versteht." Sie lehrt näm-lich die Grössen, nicht wie die Messkunst, durch Ruthe,Messkette und Winkelmesser, sondern bloss durch Verstari-dcsverrichtungen, schätzen.

Arirssmetiscli. Viele frenrd-artige wissenschaftliche Bci-legungswörler, wie arithmetisch, mathematisch, theolo-gisch u. s. w. scheinen keiner einfachen Verdeutschung fä-hig zu sein, wofern wir uns nicht entschließen, denoben gewagten Vorschlag (S. unter Aesthetisch) zu ge-nehmigen, die veralteten Bcilegungswörter künstig undlchrig wieder zu erneuern. Geschähe dieses, welches aberfreilich nicht viel Wahrscheinlichkeit hat, so könnte manzahlculehrig und rechcnkünsiig, großcnlchrig und mcß-künstig u. s. w. sagen.

Armade, eine Ausrüstung.

Arinateur (spr. Armatör), der Inhaber eines Kaperschif-fes, ein Seefreibeuter; freilich auch oft so viel alsRaubschisser und Seeräuber. S. Caper.

Armaturen, Waffen, Knegcsgerath, Rüstzeug; undin den schönen Künsten, Kriegeszierrathen. Von diesemletzten, welches ich in der Preisschrift vorschlug, sagtHeynatz (im Autibarb.), daß es auf den ersten An-blick verständlich, folglich gut sei.

Armins (spr. Armeh), das Heer, das Kriegeshecr. Mo-ritz will auch dieses fremde Wort für den prosaischenAusdruck beibehalten wissen, weil ihm jene Deutschennur für den höhern und dichterischen zu paffen scheinen.Dieses Gefühl ist zwar nicht ohne Grund; allein dieUrsache, warum uns die echtdculschen Wörter in Ver-gleichung mit den dafür üblichern fremden oder fremd-artigen, für den gewöhnlichen Ausdruck zu edel oder zugesucht zu sein scheinen, ist keine andere als die, dass bis-her die einen alle Tage und überall, die andern hinge-gen nur selten und nur von Schriftstellern, welche dieSprache ehren und rein zu erhalten suchen, gebrauchtwurden. Man entschließe sich, die Deutschen Wörtereben so oft, als die nndcutschen, zu gebrauchen; undsie werden unS gar bald, selbst in der vertrauten Um-gangssprache, eben so geläufig als jene werden.Armemenc (spr. Armemang), i. die Bewaffnung, Aus-rüstung ; 2. ein Kriegsgeschwader.

Armiren , ausrüsten, bewaffnen.

Armistitium, der Waffenstillstand.

Aromalüsuli, würzig, gewürzhaft, gewürzrerch.Arpeggio (spr. Arpcdschio), in der Tonkunst, die Bre-chung der Töne eines Accords. Eschenburg hat Ton-brechung dafür vorgeschlagen.

Arquebusade (spr. Arkebüsadc). Moritz hat Schuß-wundenwasser dafür angesetzt; ein gar zu schwerfälli-ges und langes Wort. Hcynatz besser Mundwasser,weil es nicht bloß bei Schußwunden, sondern auch beiandern gebraucht wird. A d., welcher Mundwasser auf-genommen hat, setzt ihm Schußwaffer an die Seite,

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welches zwar dem fremden Worte buchstäblich ankwor»kct, aber minder bezeichnend ist.

Arquebuse (spr. Arkebuse), ein Feuergewehr, Feuerrohr.

Arquebusiren, man spricht arkebufircn, erschießen.

Arrangement (spr. Arrangmang), i. die Aufstellung,z. B. der Bücher; 2. die Anordnung und Einrichtung,Z- B. des Hausraths, der Haushaltung, 3. die Abfin-dung oder das Abfinden, z. B. der Gläubiger; 4. derVergleich oder die Ausgleichung, z. B. zwischen strei-tenden Parteien. Arrangement ckeknitik, die gänzli-che Abfindung, der Schlußvcrgleich.

Arrangrren, ordnen, anordnen oder in Drdnung brin-gen, einrichten, eine Abfindung treffen oder sich abfin-den, beilegen, z. B. einen Rechtsstreit.

Arrest, Beschlag, Verhaft. In den Rigischen Statu-ten kommt Kummer für Arrest vor, welches aber in die-ser Bedeutung ganz veraltet ist, so wie der Kümme-rer f. den, welcher verhaftet oder verhaften läßt. Arre-stum reale, Beschlag, auf jemandes Habe oder Gü-ter gelegt.

Arrestant, ein Verhafteter, Gefangener«

Arretö, ein Beschluß.

Arrestiren oder versrrestiren, verhaften, in Beschlagnehmen, Beschlag auf etwas legen, anhalten.

ArrZt (spr. Arräh), ein Urtheil oder Urthcl, ein Rechts-spruch.

Arrlla, Kauf- oder Pfandschlilling, Miethspfennig, d. k.welches auf die Hand gegeben wird, um einen geschlos-senen Vertrag dadurch noch bündiger zu machen; 2. derMahlschatz oder ein zum Zeichen der vollendeten Verlo-bung gemachtes Brautgeschenk.

Arriöregarsse (spr.Arriärgarde), dcrNachtrab. Moritzhat Nachzug dafür angesetzt, wobei man aber wol eheran den sogenannten Train denken würde. Jm D. D. hatman Nachhut dafür. Wenn von der Arrieregarde einerFlotte die Rede ist, wo Nachtrab unschicklich sein wür-de, so könnte man wol Hintergeschwader oder Nachge-schwadcr, wie Nachsommer, Nachwchen u. s. w., da-für sagen.

Arriäre-neveu (spr. Arriärnewöh), der Großneffe, d. i.der Sohn des Neffen. Urneffc, welches Catel dafürangesetzt hat, würde der Sohn des Arriere-neveu fein.Das erste hatAnton Wall (Heyne) gebraucht. Es istnach Großsohn und Großkind gebildet.

Arriere-saisou (spr. Arriärsäsong), die späte Jahrszeik,wofür man mit Einem Worte das Spatjahr zu sagenpflegt.

Arripiren, ergreifen.

Arriviren, 1. ankommen oder anlangen, 2. ßch zutra-gen, sich ereignen, begegnen. Es trug sich zu. Das kannsich ereignen. Es begegnete mir eine Widerwärtigkeit.Wieland sagt auch schlechthin: es begegnet, wie dieFranzosen: il arrive.Wenn man in seine Ungnade fiel,

. welches leicht begegnete." Dieser £>, D. Gebrauch des

Worts