Apol
Apos
Appe
Lutheri zusammengetragen. Naumburgk :66ss. Stattdieses letzten würde man jetzt besser Schutzwort sagen,in solchen Fällen nämlich, wo nur von einer Vertheidi-gung mit wenigen Worten die Rede wäre, und wo alsoSchutzrede zu viel sagen würde. So habe ich z. B. ei-nen kleinen Aufsatz in den Beitragen überschrieben:Schutzwort zu Gunsten eines Verbannten; wo Schutz-rede, meinem Gefühle nach, unpäßlich gewesen wäre,weil der Aufsatz für eine Rede zu kurz war.
Apologet, der Vertheidiger, Schutzredner, Verfechter,Vertreter. Man findet häufig, aber unrichtig, Apologist(das Franz. Apologiste) dafür gebraucht, welches auchAdelung aufgenommen hat, und es durch „einen dersich oder andere mit Worten vertheidiget, der Schutz-redner, Verfechter" erklärt. Allein dieses Wort bedeutetnur nach Französischem und Englischem, auf unrichtigeHerleitung sich gründenden Sprachgebrauche, einen Ver-theidiger; nach Grichischcm hingegen einen Rechnungs-führer oder Buchhalter. S. Petersens Bemerkun-gen hierüber im fünften Stücke der Beitrage zur wei-tem Ausbildung der Deutschen Sprache. Seite 34.
Apophthegma, ein Sinnspruch, Kcrnspruch, Denkspruch.
Apophlegmatisch, spruchmaßig; z. B. ein solcherVortrag.
Apopleetisch, z. B. ein apoplectischer Zufall, apo-plectische Mittel. Im ersten Falle kann man schlagar-tig dafür sagen, schlag-artige Zufälle; im andern mußman sich mit einer Umschreibung behelfen: Mittel widerden Schlag, oder wider die Schlagflüsse.
Apoplexie, der Schlag, der Schlagfluß.
Aposiopesis, in der Redekunst, eine Figur, vermöge wel-cher man schnell abbricht, und dasjenige, was man sagenwollte, mehr errathen läßt, als mit Worten andeutet.„Oder sollte wol? —-Aber ich schweige."
Phiseldcck.
Apostasie, der Abfall, die Abnünnigkeit; bestimmter,der Glaubensabfall.
Apostat, ein Abtrünniger.
Apostel, ursprünglich ein Gesandter; allein der Sprach-gebrauch hat seil dem Ursprünge des Christenthums dieseallgemeine Bedeutung des Worts dahin bestimmt, daßes nur dicvon Christus zur Verbreitung seiner Lehre aus-gesandten Zwölfmänner bezeichnet. Man könnte daherfüglich Lchrbote und Lehrverbrciter dafür sagen. AlleinApostel selbst ist durch die Veränderung, welche seineursprüngliche Form gelitten hat, unserer Sprach-ähnlich-kcit so gemäß, und dann durch die Kirchcnsprache so all-gemein verbreitet worden, daß man es füglich für ein-gebürgert halten kann.
Apostem, eine Absonderung oder ein Austritt der Feuch-tigkeiten; ein Geschwür.
A posteriori, von hinten her, aus der Erfahrung, vönden Sinnen, von der Erfahrung abhängig. S.A priori.
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Apostiile, die Nachschrift.
Apostroph. Ich hatte in der Prcisschrift Auslassungs-vder Wegwerfungszeichen dafür angesetzt; allein dieseZusammensetzungen sind zu lang. Schotte!, und mitihm Heynatz haben Hintcrstrich, welches aber nichtrecht zu passen scheint, 1. weil der Apostroph auch vornStatt finden kann, z. B. 's ist nicht Gebimmel überNoth. G öth e. 2. Weil wir bei Strich, ohne nähereBestimmung, einen geraden Strich zu denken pflegen,hier aber ein krummer gemeint wird. Ich möchte daherlieber, entweder Kürzungszeichcn vorschlagen, oder esbei Häkchen bewenden lassen, welches letzte schon ziem-lich alt ist, und wenn gleich nicht den Zweck jenesSchriftzcichens, doch die Gestalt desselben bezeichnet.
Apostrophe (die), die Anrede; eine rednerische Figur,vermöge welcher der Redende seinen Vortrag unterbricht,um eine gegenwärtige oder abwesende, wirkliche oder ein-gebildete Person, anzureden; 2, eine lebhafte oder baueAnrede, d. i. ein Verweis.
Apostrophiren, 1. mit dem Häkchen oder Kürzungs-zeichen versehen; 2. hart anreden, anfahren, Vorwür-fe machen, Bitterkeiten sagen; 3. in der Redekunst, denVortrag unterbrechen, um einen Gegenwärtigen oder Ab-wesenden anzureden.
Apotheker. Wenn dieses fremde Wort nicht schon in dieVolkssprache übergegangen , folglich unaustilgbar wäre:so könnte man es durch Arzencibereiter, so wie Apothekedurch Arzeneiladen ersetzen.
Apotheose, die Vergötterung.
Appaisiren, besänftigen; auch (R. D.) beschwichtigen,und (O. D.) schweigen oder geschweigcn.
Ihm gegenüber trotzt, sobald er sein Gewissen,Wiewolmit Müh,geschwelgt, der Frevler Archimbald.
A lx i n g e r.
Dieses schweigen und geschweigen kommt auch mehr-mahls in der Deutschen Bibel vor, so wie daö N. J 0 .beschwichtigen in neuern Schriften: „Wennauch Längeder Zeit, gegenseitige Kenntniß und, öfter noch, erkal-tete Zärtlichkeit, ihn (den Dämon der Eifersucht) all-mählig beschwichtigen." Deutsch. Merkur.
Apparat, eine Sammlung von Werkzeugen und Sachenzu irgend einem wissenschaftlichen oder Kunstgebrauche,mit Einem Worte, eine Gerathschaftssammlung.Apparence (spr. Apparangß'), der Schein oder Anschein,das Ansehen, die Wahrscheinlichkeit. Kant gebrauchtApparenz gleichbedeutend mit Intuitus für Anschauung-Appartement. S. Apartement.
Appell, i. in der Kriegessprache, das Zusammenrufungs-oder Abrufungszeichen durch Trompetenblasen. Man könn-te der Ruf dafür sagen, welches in der 3 k. D. Volksspra-che in diesem Sinne schon ganz gebräuchlich ist. DenRuf blasen. Man sagt auch: Lärm blasen. Der Verf.der Sagen der Vorzeit hat Vereinigungsruf dafür ge-braucht: „Eröffnete ein Fenster; blies den Vereini-O s gungs-