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1 (1808) A - E
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Apar Apli'a

noch werden fomitf. Warum wollen wir mit einem frem-den Moire noch hinzusetzen, daß er einen anständigenGehalt (Jahrgcldcr) zieht? Er ist nicht regierender Herr,damit ist er genug bezeichnet; daß er als Prinz einenschicklichen Gehalt genießt, das scheint sich von selbst zuverstehen."Da es indeß Falle gibt, wo wir von derApanage uiib von apnnagirten fürstlichen Personen,im Gegensatze der regierenden zu reden nicht vermeidenkönnen: so ist mein Rath, daß man sich bemühen mö-ge, Lcssings Abthcil und das noch nicht ganz veral-tete Zeitwort abtheilen, in diesen Bedeutungen wiedergebräuchlich zu machen.

Apart, besonders. In derBnhnensprache bedeutet a partzur Seite, wofür Log an ssir-ab! gesagt hat. Lesi-sj n g empstehlt diesen Ausdruck, weil er sich auch alsein Sachwvrt gebrauchen laßt.Beim ersten, zweitenSeil-ab." Das Apart, der Abtritt.

Apartement ( spr. Aparrmang), r. eine besondere Woh-nung oder Abtheilung in einem großen Gebäude oderSchlosse. Es wird aber auch 2., wicwol unrichtig, oftfür Ziininer oder Gemach überhaupt gebraucht, g. Dasheimliche Gcinach. 4. In der Hofsprachc, eine Ver-sammlung in den Wohnzimmern einer Fürstl. Person,wofür man auch wol Spieltag sagt, weil das Spiel dieHaupt-unterhaltung zu sein pstcgt. Es ist heute Spiel-tag am Hose.

Apathie, ein leidenschaftloser Zustand,dieLeidenschafts-losigkeit. L a v a t e r und A ffspr u ng. Na chKan t sUnterscheidung, vermöge welcher Affcct die vorüberge-hende Gemüthsbewegung, Leidenschaft hingegen die fort-dauernde oder bleibende Neigung dazu bedeutet, müßteman Affectslosigkeit dafür sagen. Da aber dieses nichtviel Deutscher, als Apathie selbst ist, so können wir esnicht aufnehmen. Hiezu kommt, daß jene Unterscheidungwillkührlich, und von dem Sprachgebrauch-! noch nichtfestgesetzt ist. Dieser erlaubt uns vielmehr wirklich Lei-denschaft für Affect zu gebrauchen, und z. B. zu sagen:er gerietst dabei in Leidenschaft; er redete mit Leiden-schaft u. s. w. Es ist also auch erlaubt, Leidenschaftslo-sigkeit für Apathie zu sagen. Nur Schade, daß dasWort so lang und schwerfällig ist! Da, wo es nicht ausGenauigkeit des Ausdrucks ankommt, können wir oftGefühllosigkeit, Gleichgültigkeit und Gleichmutst da-für sagen. Nach A d. soll auch Abgeschiedenheit, ja so-gar auch Abgezogenheit, für Apathie gelten. Das er-ste mag, in sofern es ein gänzliches Todtsein an allen Ge-fühlen bedeutet, dafür gebraucht werden können; daszweite aber scheint mir nicht dazu geeignet zu sein.

Apertur, im Allgemeinen, die.Oeffnung oder Eröffnung,und in besonderer Bedeutung, die Lcstnscrossnung. Jusaperturae ist das Recht der Fürsten, nach welchem ihreLchnstrager verpflichtet sind. ihnen zu jeder Zeit ihreFe-stungeu zu eröffnen, um Besatzungen hineinzulegen.

Aphätesis; t. in der Sprachlehre diejenige Figur, vcr-

Apho Apol

möge welcher die erste Silbe eines Worts weggeworfenwird. K i n d e r l i n g hat Anfangsverkürzung dafür ge-bildet ; etwas schwerfällig und lang; auch deswegen un°bequem, weil wir anfangs als ein Umstandswort derZeit zu gebrauchen pflegen, und daher jener Ausdruckauch so verstanden werden kann, als wenn eine anfäng-liche Verkürzung damit gemeint würde. Wenn man Kür-zung von vorn dafür sagte, so würden das zwar dreiWörter, statt Eines, aber doch nicht mehr Silben sein,als jenes Eine enthalt; und die Undentlichkcit wäre ge-hoben. Auch könnte mau alsdann die übrigen hieher ge-hörigen Figuren aus eine ähnliche Weise benennen: dieKürzung von hinten, in der Mitte. 2. In der Wund-arzencikunst, die Wegnahme eines übcrflüßigcn Theilsdes menschlichen Körpers, z. B. eines sechsten Fingers.

Aphorismen. Moritz hat Lehrsprüchc dafür angesetzt,welches mir den Begriff ganz gut auszudrucken scheint.Wir reden oder schreiben aphoristisch, wenn unser Vor-trug aus kurzen, nicht periodisch verbundenen Sätzenbesteht, welche Belehrung zUm Zwecke haben; und derAusdruck Lehrsprüche scheint dieses anzudeuten, nämlichdas letzte durch Lehre, das erste durch Sprüche. Füraphoristische Schreib-art kaun man die abgebrochene,oder auch, wenn man will, die gebrochene sagen.

Aphrodisiaca, Mittel, den Geschlechtstrieb zu reizen.Wenn der Zusammenhang die nähere Bestimmung gibt,so können wir Reizmittel, oder auch, mit Wagen er,Lustreize dafür sagen.

Äplaniren. S. Applanirem

Apocalypse, die Offenbarung Johannis.

A poco a pocoi, in der Tonkunst, nach und nach, all-mahlig, bei Zunahme oder Abnahme der Bewegung undStärke des Vortrages. R e i ch h a r d t.

Apoeope, in der Sprachlehre, eine Wortfigur, vermögewelcher die letzte Silbe eines Worts weggelassen wird;die Endverkürzung oder Endkürzung.

Apoerypha ober apocryphische Schriften, sind eigent-lich geheime oder verborgene Schriften, mit Einem Wor-te, Geheimschriften. Allein jetzt denkt man bei jenemGrichischen Worte, seiner ursprünglichen Bedeutung zu-wider, an unechte, nicht eingegebene Schriften, undsetzt sie den echt-eingegebencn oder als solche angenom-menen , entgegen. Ursprünglich bedeutete der Ausdruckvielmehr das Gegentheil, nämlich Schriften, die einehöhere, nicht für jedermann gehörige und daher geheimzu haltende Offenbarung enthalten. S. S e m l e r s Kir-chengeschichte.

Apodictisch, unbedingt, nothwendig, z. B. ein sol-cher Satz.

Apodosis, in der Redekunst, der Nachsatz, entgegenge-setzt dem Vorsätze, Protasis.

Apologie , die Vertheidigung, die Schutzrede. Lutherhak auch Wchrwort dafür. S. Salzmanns sonder-bare Worte aus den Schriften des Herrn Martini

Luthcrj