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1 (1808) A - E
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Apan

es ist ein Alterthum , sondern nur: etwas alterthümli-ches oder ein Alterthumsstück.

Von ungefähr fällt mir vor dem Abdrucke dieser Sei-te ein Aufsatz von Voß im Museum (1736), Verthei-digung einer Stelle im Virgil, in die Hände, worausich ersehe, daß er das Wort alterthümlich schon vormir gebraucht hat:Und wer zweifeln sollte, ob in Vir-gils Eklogen die alterthümlichc Sprache des Dorfes herr-schen. s. w." Jedem das ©einige! Für antique,in Bezug auf Deutschen Geschmack, Deutsche Sitten undGebräuche, sagen wir altfränkisch. Dieses Wort schloßursprünglich keinen Tadel, sondern vielmehr Lob ein,so wie noch jetzt der Ausdruck altdeutsch, wenn wir vonaltdeutscher Treue und Redlichkeit reden. Franci olimcultum aut ornatum parum curabant; hinc Ger-mani quoties vident aliquid vetusta simplicitatefabrefactum aut depictum, laudantes antiquita-tem dicere consueverunt: das ist gut altfränkisch.Wolf in lection. memorab. cent. Z. sub A. 224.Jetzt wird es nie anders als mit verächtlichem Naserüm-pfen gebraucht. So bildet sich die Sprache nach denSitten um!

Antiquaren; ein, so viel ich weiß, erst von Herder'ngebildetes Zwitterwort, dessen wir füglich entbehren kön-nen.Der Hofgeschmack ist bei den Franzosen selbst an-tiquiret.'^ Warum denn nicht veraltet?

Antiquitäten, Alterthümer, und in der Einzahl, eineAntiquität, etwas alterchümliches. S. Antique.

Antirevolution. Wenn für Revolution Umwälzungbeliebt wird, so müßte man für Antirevolution Gc-genumwalzung sagen. Das Beiwort antirevolutionärwird sich wol nicht anders, als durch Umschreibung,Übersetzen lassen. Schriften, welche auf eine Gegcn-umwalzung abzwecken, oder, auf-Gegcn-umwalzungwbzweckende Schriften f. antirevolutionäre.

Antiscii, in der Erdbeschreibung, Gegenschattige, d. i.solche Erdbewohner, welche ihren Schatten nach entge-gengesetzten Himmelsgegenden, der eine nach Norden,der andere nach Süden, werfen. In KinderlingsPreisschrift ist durch einen Druckfehler Vornbeschattctedafür angesetzt, welches gar keinen Sinn gibt.

Amiseorbutisek, gegen oder wider den Scharbock, z.B. ein solches Mittel.

Antistes, der Vorsteher, Prediger, Dberpriester.

Antistfophe, in der Ton- und Tanzkunst der Alten.Ei-gentlich die Gegenwendung des Chors mit Tanz. Lie-dertanz, welches Rcichhardt vorschlägt, ist auch dieStrophe und das Epodos/' Eschenburg.

Antithese, der Gegensatz.

Antichetie, die Entgegenstellung oder die Entgcgcnstel-lungsweise. Man meint die Weise (Methode), Sätzeund Gegensätze, mit ihren Gründen, einander gegenüber-zustellen, ohne sich für ober wider die eine oder die an-dere Seite zu erklären, wie es z. B.Kant in der Kri-

tic der reinen Vernunft mit verschiedenen Behauptun-gen aus der Satzungsphilosophie (der dogmatischen)gemacht hat.

Antitrinitarier, Leute, welche die Lehre von einer.Drel«einigkeit verwerfen; also Deei-einigkeitslaugner.

Antitypus, das Gegenbild im Gegensatze mit Vorbild,typus.Das Heilige, so mit Händen gemacht ist, wel-ches ist ein Gegenbild der Rcchtschaffcnheit." Ebr. 9,24.

Alitöci, in der Erdbeschreib., Gegenwohner, d. i. dieje-nigen, welche unter einerlei Mittagslinic, und in einer-lei Entfernung von dem Gleicher, aber auf verschiedenenHalbkugeln der Erde wohnen, der eine nämlich auf dernördlichen, der andere auf der südlichen.

Apanage (spr. Apanage), buchstäblich oder silbenmäßigübersetzt, die Abbrotung, d. i. die Abfindung in Anse-hung des Unterhalts, von dem Neulatcinischen Apana-gium, so wie dieses von apanare (panem et cibumporrigere. Düfr esnc), und nicht (wie A d. wahr-scheinlicher findet) von Bann in der Bedeutung Gerichtoder gerichtliche Entscheidung. Ehemahls sagte man frei-lich abbannen dafür; aber daraus folgt nicht, daß apa-nare, Apanage und apanagiren aus diesem Worteentstanden sind. Man hat, nachdem abbannen gänzlichveraltet war, abfinden (ein abgefundener Prinz, eineabgefundene Prinzessinn) dafür annehmen wollen; alleindagegen hat Eschenburg (S. den Nachtrag zu mei-ner Prcisfchrift) die gegründete Erinnerung gemacht:daß dieser Ausdruck die Vermuthung errege, der abge-fundene Prinz habe größere Ansprüche, entweder auf dieRegierung selbst, oder auf andere große Vortheile gehabt,und sich mit einer Summe Geldes abfinden. oder bewe-gen lassen, auf jene Ansprüche Verzicht zu thun." DerVorschlag: das erwähnte abbannen wieder in Umlaufzubringen, kann noch weniger angenommen werden, weilsowol Bann in der Bedeutung Gericht, gerichtliche Ent-scheidung, nicht mehr üblich, als auch bei unsern apa-nagirten Prinzen und Prinzessinnen von einer gerichtli-chen Entscheidung über das, was ihnen ausgesetzt wer-den soll, nicht mehr die Rede ist. Ihr Jahrgeld wirdentweder durch Hausverträge, oder hergebrachte Gewohn-heit, oder durch den letzten Willen des regierenden Haup-tes der Familie nach Gutdünken bestimmt.L essi ng(S. dessen Leben Thl. 3.) hat Abcheil für Apanage ge-funden. Das Zeitwort abtheilen f. apanagiren, kommtin der Rcchtssprachehäufig vor. (S. Ad.) Reß ist derMeinung, daß wir ein Deutsches Wort für apanagiren,so wie dieses fremde selbst, jetzt völlig entbehren kön-nen.Apanagirt, sagt er, (Beitrage 111. 15 g) t». i.mit einem seiner hohen Geburt angemessenen Gehalteversehen, ist, seit die Landcrtheilung aufgehört hak, je-der Königs- oder Fürstensohn, den der eingeführte Vor-zug der Erstgeburt ausschließt. Er ist und bleibt einPrinz vom Hause, so gut wie der ältere, außer daßdieser regierender Fürst heißt, welches jener allenfallsQ n'ch