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Anti
Aliti
Antinomisten, Gegner des Gesetzes, Gesehfeinde.
Antipathie, eine natürliche Abneigung von einer Sache,mit Einem Worte, eine Natur-abneigung. Kinder-ling hat Naturscheu dafür angesetzt. Zuweilen würdeauch Gegengefühl dafür passen. „Wenn du alles waSunrecht oder schändlich ist, durch ein schnelles Gegcnge-fühl bemerkest." Theophron. „Sie sind alle dem un-parteiischen Mit- oder Gegengefühl nahe gebracht."Herd er.
Antiphona, in der Tonkunst (bei Psalmen und Collecten),ein Gegengcsang, oder, um die dreifache Wiederholungder Silbe ge zu vermeiden, Gegensang; vielleicht auchWechsclgesang. E sch e n b u r g zieht antwortender Ge-sang vor.
Antiphonale, oder antiphonariani, ein Buch, wel-ches die bei den Röm katholischen Gottesverchrungen an-zustellenden Wechselgesange enthalt; also das Wechsel-gesangbuch.
Antiphrasis, eine vielleicht bloß zur Beschönigung derUnwissenheit erdichtete Wortfigur, vermöge welcher et-was von dem, was es nicht ist, benannt sein sott, z. B.bellum von minime bellum, weil man die wahre Ab-stammung nicht kannte. Es ist auf alle Falle eine wi-dersinnige Figur, welche keinen Deutschen Namen ver-dient. S. die hiehergchörigc Regel in der vorstehendenAbhandlung.
Antiphthisiseh , was gegen die Schwindsucht wirkt; einMittel dagegen; Schwindsucht hebend oder heilend.
Ami packe, ein Gegenfüßler.
Antiqua. Durch dieses Wort bezeichnen die Schriftgießerund Buchdrucker gewisse Schrift- oder Buchstabcn-artcn,z. B. Cicero antiqua, Corpus antiqua. Man könn-te eben so gut alt dafür sagen; Altcicero rc. FolgenderBorschlag eines kunst-erfahrnen Mannes scheint mir Auf-merksamkeit zu verdienen. „Durch das Wort Antiquabezeichnen wir alle Lateinische Schriften, so wie durchdas Wort Fractur alle Deutschen, sie mögen alt oderneu sein; man könnte daher statt Cicero-Antiqua,Corpus-A., Petit-A. rc. recht gut Lateinische Cice-ro, Lat. Corpus sagen, so wie man schon Grichische undHebräische Cicero rc. sagt. Um die fremden Wörter:Petit, Corpus, Laben rc. zu vermeiden, könnte mandie kleinste Schrift (Perl genannt) die erste kleine (Deut-sche, Lateinische rc.) oder die erstgradige (Deutsche, La-tein, rc.) Schrift von unten, die Nompareil die zweite,die Petit die dritte, die Corpus^ die vierte, die Cicerodie fünfte kleine (Deutsche, Latein.) Schrift nennen. Dienach der Cicero folgende Schrift heißt Mittel, diesekönnte ihren Namen behalten, und man bezeichnete diegrößern Schriften von oben bis zu ihr herunter aber-mals mit erste, zweite oder erstgradige u.s. w., und ver-wandelte das Wort kleine in große; als: die größteSchrift (Sabon genannt) hieße dann die erste großeSchrift, oder erstgradige von oben, und die zunächst an
die Mittel gränzende (Tertia genannt) die sechste großeSchrift. Bei den Zwischenschristen, als Bourgis oderkleine Corpus, kleine Cicero u. s. w. könnte man daöWort kleine in feine umändern, und z. B. statt kleineCicero-Antiqua feine fünfte kleine Lateinische Schriftsagen. Mau bezeichnet auch die Höhen der Schriftenmit dem Worte Kegel, und es klänge vielleicht besser undwäre den Buchdruckern deutlicher, wenn man Schriftvorn ersten (zweiten, dritten re.) untern Kegel, welchesPerl wäre, und Schrift von: ersten obern Kegel, wel-ches Sabon wäre, sagte. Kleine Cicero-Antiqua hieße^dann feine Lateinische Schrift vom (oder des) fünftenuntern Kegel." K i r cher.
Antiquar, Lat. Antiquarius, ein Alterthumsforfcheroder Alterthumskenner; in verächtlichem Sinne Alter-thumskramer. In sofern man einen, der mit alten Bü-chern Handel treibt, darunter versteht, könnte man Buch-seller oder Bücherseller (Engl. Bookseller), wie Klei-derseller, und in verächtlichem Sinne, Buchtrödlcr da-für sagen. So wie nämlich der Kleidcrsellcr nicht lauteralte, sondern mitunter auch wol neue, aber doch schongemachte Kleider verkauft, so handelt auch der Anti-quar nicht bloß mit alten, sondern auch mit neuen Bü-chern, nur daß sie schon gebunden sind.
Antique (spr. antik und Antike); in den schönen Künsten,aus dem Alterthume. Ich habe alterthümlich dafür vor-geschlagen ; oft aber ist auch alt schlechtweg dafür hin-reichend , z. B. in altem Geschmacke, wofür man auchim Geschmacke des Alterthums oder der Alten sagenkann. Eine Antique ist ein altcrthumliches Kunst-werk, etwas alterthümlichcs. Einer unserer Dichter (K.Schmidt) in Vossens Musenalmanach (1796) hakmeinen Vorschlag angenommen:
Wenn der jammernde Britte (Joung) kaum durch-blättert
Von den Gratern und den EschenburgenDer Jahrtausende, die noch unterwegs sind,Alterthümlich (als eine Antique) im morschenSchrank umherstaubt.
Späterhin hat Voß selbst (in den Verwandclungen)diesem meinem Worte ebendieselbe Ehre erwiesen:
Schaut sie umher die Haine der alterthümlichenWaldung.
In einer andern Stelle:
Und im Gewirk' erhebt sich ein alterthüm.licher
Inhalt.
Wi eland gebraucht einmahl ahnhcrrlich in diesemSinne:
Man findet deinen Ton und deine strengen Sitten,Wie deinen Rock, ahnhcrrlich zugeschnitten.
Kinderling hat das Sachwort Alterthum fürAntique angesetzt. Allein wir können dieses Wort nurin der Mehrzahl, die Alterthümer, nicht in der Einzahl,in diesem Sinne gebrauchen. Wir können nicht sagen:
es