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Anti
And
Wissenschaft von der finnlichvcrnünftigen Natur desMenschen." —■
Anthropomorphismus; ich habe die Vermenschlichungdafür gefügt, welches Catel angenommen hat. Kanthat auch Versinnlichung abwechselnd mit Anthrdpo-morphism gebraucht. Er denkt sich nämlich bei demGlichischen Worte: „£>\c Versinnlichung reiner Vernunft-ideen der practischen Vernunft."
Anthropornorphiten, Ketzer, welche dem Höchsten We-sen eine menschliche Gestalt zuschrieben. Man könnte sieVermenschlicher nennem
Anthropomorphosiren, vermenschlichen, wie vergöt-tern. Denn so wie dieses so oicl Heißt, als einen Men-schen (in unserer Vorstellung) zum Gott machen: so mußauch umgekehrt jenes so viel bedeuten, als Gott (in un-serer Vorstellung) zum Menschen machen oder ihm mensch-liche Gestalt, Eigenschaften, Schwachheiten u.s. w. beile-gen. Lavat er hat vermenschlichen schon gebraucht.
Anthropopathisch, auf eine menschen-ähnliche Weifeempfindend Gott beigelegte anthropopatische Redensind menschlich - leidenschaftliche Reden, Reden nachMenschen-art, im Geist der Menschen gesprochen, welchemenschliche Leidenschaften voraussetzen;
Anthropophag, ein Menschenfresser.
Anthropophobie, die Menschenscheu. Dieses DeutscheWort wird den Begriff, der durch jenes Grichische be-zeichnet wird, für die meisten Leser deutlicher machen,als die Kanlische Erklärung: „Die Abkehrung einesästhetischen Misanthropen von Menschen."
Anti, ein Grichisches Redetheilchen, welches wider odergegen bedeutet. Es wird zu undcurschen Zusammense-tzungen gebraucht; z. B. Antidote, Gegengift, Anti-christ, der Gegenchrist. Zuweilen muß es auch durchvor übersetzt werden, z. B. in Antichambre, das Vor-gemach.
Antichambre (spr. Angtifchangbr), das Vorzimmer,und in der edleren Schreibart, das Vorgemach.
Antichambriren (spr. angtischangbrircn), sich in den Vor-zimmern herumtreiben, d. i. den Großen sorgfältig dieAufwartung machen. Im Scherze könnte man sagen; ermuß oft und lange Vorzimmern, oder das Vorzim-mer hüten.
Antichrese (Gricff Antichresis), die Nützungsverpfan-dung, die Verpfandung des Nießbrauchs;
Antkhretice, Pfandsweise und zwar mit dem Rechteder Benützung. Was mag der ungelchrte Leser dabeidenken, wenn er obrigkeitliche Bekanntmachungen, wiefolgende, liefet, die mir eben, da ich dieses schreibe, indie Hände fallt: „Auf Ansuchen der Erben wailandHrn. ** ist der Termin, (St-ichtag) zur Meistbietenden (!)Verpachtung (zur Pachtvcrsteigerung) des Korn- undFlcischzcbnkcns in Ophausen, den erstere antichre-tice in Besitz Haben, aufden i Flen angesetzt." DessenNießbrauch jenen verpfändet ist, würde verständlichergeklungen Habem
Antichrist, der Gegenchrist. GeokgWicel, LuthersZeitgenvß, hat Widerchrist, auch Entchrist dafür ge-sagt. Das Ent ist hier das verdrehte Anti.
Anticipando, zum voraus, vorweg.
Anticipation, das Voraus- oder Vorwegnehmen oderdie Vorausnähme. Man kann es auch, je nachdem derZusammenhang ist, durch Zusammensetzungen mit voroder voraus übersetzen, z. B. Vorgenuß für Anticipa-tion des Genusses, oder anticipirter Genuß. Sulzerhat die Vorausnähme vorgezogen: „Wenn ein oder ei-nige Töne durch Vorausnähme (Antieipation) oderVerzögerung (Retardation) früher oder später, als siesollten, eintreten." Zuweilen paßt auch Vorgriff dafür.
Anticipiren , etwas früher thun, genießen oder empfan-gen, als es eigentlich Zeit dazu wäre. Man kann esdurch Zusammensetzungen mir vorweg oder voraus ver-deutschen, 'z. B. vorweggenießen, vorwegnehmen, vor-wegthun; mit etwas vorgreifen. Anticipando erklä-ren, heißt zum voraus erklären.
Antioonstitutionell, verfassungswidrig.
Antidatiren, (sollte antedatiren lauten) die Tagzahloder Zeitangabe vorrücken; den Ausstellungs- oder Aus-fertigungstag vorrücken.
Antidotum, das Gegengift.
Antiministeriaipartei. S. Opposition.Antimonium, Spicßglas.
Antinomie, der Streit eines Gesetzes mit dem andern^oder der zwischen zwei Gesetzen Statt habende Wider-spruch ; mit Einem Worte, der Gesetzeswiderstreit. Kantversteht unter der Antinomie der Vernunft: das Wi-derstreben der Vernunft gegen die Annahme eines un-begreistichen Satzes, der gleichwol aus einem andernSatze folget, welcher bewiesen zu sein scheinet; z. B.gegen die Annahme des Satzes, daß die Welt in derZeit entstanden und begränzt fci; ungeachtet dieser Satzaus dem Widersprüche folget, den die Behauptung, daßdie Welt ewig und unendlich sei, zu enthalten scheint.Die Schule erklärt dis, auf ihre Weise, mit folgenden,selbst einer Erklärung bedürfenden Worten: „Der Zu-stand der Vernunft bei ddn vernünftelnden Schlüssen,von den Widersprüchen in einer unbedingten syntheti-schen Einheit, auf die Richtigkeit der entgegenstehendenEinheit, wovon man gleichwol auch keinen Begriff hat."Man kann auf Deutsch und für alle Menschen verständ-lich: Streit der Vernunft mit sich selbst, dafür sagen.Sollte (wie jene Philosophie anzunehmen scheint) ein sol-cher Streit zwischen den Gesetzen der Vernunft nothwen-diger Weise Statt finden, folglich in dem Wesen derVernunft, und nicht bloß in ihrer, noch nicht vollende-ten Ausbildung und Reife gegründet sein, so würde daSweder der Vernunft, noch ihrem Schöpfer zur Ehre ge-, reichen. Herder hat für die Antinomien der Ver-nunft, in diesem Sinne genommen, das Spottwort,die Gegcnvernünfte, gebildet.
Antino«