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118 Anne Anta
Annexa, angehängte Stücke, Anhängsel , Bcigut. Letz-tes hat Catcl in dem Wörtcrb. der Franz. Acadcmic.
Annihilation, die Vernichtung oder Aufhebung.
Annihiliren , vernichten, aufheben. S. Anneantiren.
Anniversarien, 1. die jährliche Feier der Geburtstage,Namenstage, Krönungslage u. s.w.; mit Einem Worte,das Jahrbegängniß, oder die Jahrsfeier. 2. Die jährli-che Todesscicr durch Seelenmessen u. s. w., daS Todes-begängniß.
Annominatio, in der Redekunst , eine Figur, vermögewelcher gleichklingende Wörter absichtlich zufammengestclltwerden; z. B. die Stille ward stisser. Klopstock.
Annonce (spr. Aunongß'), die Ankündigung.
Annonciren (spr. annongßiren), ankündigen, ansagen.
Annotation, die Anmerkung.
Annotiren, anmerken, aufzeichnen.
' AnnueU, jährlich und jährig.
Annuität, eine Anleihe unter der Bedingung, daß alljähr-lich, außer den Zinfen, auch ein Theil des Hauptgeldes,folglich in einer gewissen Zahl von Jahren das Ganzezurückgezahlt werde. Catcl hat Jahr-anleihe dafürangesetzt.
Annuiliren, vernichten, für nichtig oder ungültig erklä-ren, aufheben. S. Anneantiren.
Annns. Dieses Lak. Wort muß mißbräuchlich noch immerdie Stelle unsers Deutschen Jahr vertreten; z. B. annof. im Jahr; anno rnundi, anno Domini, f. imJahr der Welt, im Jahr des Herrn; anno curren-te, f. in diesem Jahre, oder in dem laufenden Jahre;anno praeterito, f. im vorigen, vergangenen oder ab-gelaufeneu Jahre; annus climactericus, f. Stufen-jahr; annus normatives, f. Rcgeljahr; annus so-laris, f. Sonnenjahr; annus decretorius, das Ent-fcheidungsjahr; — deservitus, ein abverdientes ; —elapsus, ein verflossenes;— luctus, das Trauerjahr;— gratiae, das Gnadenjahr; — Saxonicus, dieSächsische Jahresfrist.
Anodynum, in der Arzneikunst, schmerzstillend, lin-dernd; eigentlich, schmerzlos oder was keine Schmer-zen verursacht. Daher purgatio anodyna, eine schmerz-lose Abführung.
Anomalie, eine Abweichung von der Regel, eine Aus-nahme.
Anomalisch, abweichend, unregelmäßig, z. B. ein sol-ches Verfahren.
Anonym, namenlos, ungenannt, auch unbenamt, z.B.eine solche Schrift. Der ungenannte Verfasser; das un-benamte oder namenlose Werk.
Anonymus, ein Ungenannter.
Antagonist, der Gegner, der Widersacher. Man findetsogar auch das Sachwort Antagonismus in DeutschenSchriften, z. B. in Herders Briefen zur Beförde-rung der Menschenthümlichkeit: „Die innern Gesetzedieses Geschlechts und der Antagonismus seiner Kraf-
Anor Anth
te." Zehnte Sammt. Seit. >82. Was könnte uns hin-dern, das eigene Entgegenstreben seiner Kräfte dafürzusagen?—Auch Kant redet von einem Antagonis-mus in der menschlichen Gesellschaft, und erklärt ihndurch die ungesellige Geselligkeit der Menschen, d. i.durch den Hang derselben in Gesellschaft zu leben, ver-bunden mit einem Widerstände gegen die zur Erhaltungder Gesellschaft nöthigen Gesetze und Einrichtungen. Ermeint also den sich selbst entgegensirebenden Gescll-schaftsgeist, oder die Widersprüche des Gesellschafts-geisies.
Anorexie, Mangel an Eßlust.
Antal oder Anthal, ein Ungarisches Weingemäß, etwaSgrößer als ein Anker. Frisch leitet es von Theil her;A d e l u n g vermuthet aber mit mehr Wahrscheinlichkeit,daß es ein Ungarisches Wort sei. Es ist als ein Eigen-name (nomen proprium) anzusehen und beizubehalten;um so mehr, da es die Gleichförmigkeit unserer Sprachenicht verletzt.
Antarctisch, heißt zwar eigentlich, was dem nördlichenGestirne, der Bär genannt, entgegengesetzt ist, kann aberfüglich durch unser südlich, oder in Zusammensetzungendurch Süd gegeben werden. Der antarctische Pol (po-lus antarcticus) der Südpol, oder wenn man einenrcindeutschen Ausdruck will, der südliche Angelpunkt,der südliche Drehepunkt. Punkt ist nämlich für einge-bürgert zu halten, weil es unserer Sprach-ahnlichkeit ge-mäß gemacht und so in die Volkssprache übergegangenist. Auch Pol scheint das Bürgerrecht in unserer Spra-che zuverdienen, weil es Deutsche Form hat, und schonlängst allgemein üblich ist.
Antecedens , der Vorhergehende oder Vorgehende.
Antecelliren, hervorragen, sich auszeichnen.
Antecessor, der Vorgänger, Vorweftr.
Antenne (Lat. antenna) , die Segelstange; sonst auch in'der Schiffersprache die Raa genannt.
Antepenultima, in der Sprachlehre, die dritte Silbevom Ende des Worts, oder die vor der vorletzten herge-hende; die vor-vorlehte, so wie man Ur-ureltern sagt.
Anthologie, eine Auswahl kleiner Gedichte. Wir habenBlumenlese dafür.
Anthropographie, die Beschreibung des Menschen, mitEinem Worte, die Menschenbeschreibung. S. das ge-wöhnlichere Anthropologie.
Anthropolepsie, das Ansehen der Person, d. i. dieParteilichkeit, vermöge welcher man auf die Person, undnicht auf die Beschaffenheit der Sache sieht.
Anthropologie, in allgemeiner Bedeutung, die Lehre vomMenschen, mit Einem Worte, die Menschenlehre oderMenschenkunde. Der Arzt bezeichnet durch Anthropo-logie die Lehre vom menschlichen Körper, in seinem na-türlichen Zustande betrachtet; der Weltweise, die Kennt-niß der menschlichen Seele insonderheit/ Kant verstehtdarunter in allgemeiner philosophischer Bedeutung: „Die
Wissen-