Ani
Ann
Ane Ani
Anemoscop, ein Windzeiger, Windweiser; die Richtungdes Windes zu bemerken.
Angelica, in der Pflanzenlehre, Engelwurz.
Angelns. Dieses Lat. Wort bedeutet Engel. In der Rö-mischkatholischen Kirchensprache ist es die Benennung ei-nes Lat. Gebets, welches mit diesem Worte anfangt;und welches jeder gute Katholik, durch ein gewisses Glo-ckcngeläut erinnert, täglich dreimahl hersagen muß.
Angina, die Braune, oder Kehlbräune.
Anglicanisch, nur in Verbindung mit Kirche gebräuch-lich. Englisch. Die Englische Kirche. Wir sollten freilichnicht Englisch, sondern (wie auch ehemahls schon versuchtworden ist) Engländisch sagen, so wie niemand Jrlischund Höllisch oder Höllisch, sondern Irländisch undHolländisch spricht; aber nur wenige haben d^n Muthsich gegen die Zwangsherrschaft des Sprachgebrauchsaufzulehnen, selbst da, wo er das erste Sprachgesetz,das der Ähnlichkeit (Analogie), verletzet.
.Ailglicismus, eine Eigenheit der Englischen Sprache,Englische Sprach-cigenheit; in sofern man dieselbe feh-lerhafter Weise in andere Sprachen einstießen laßt. Jenachdem die andere Sprache ist, kann man Englisch-
' deutsch, Eng!isch-französisch, Englisch-lateinisch u. s.w.dafür sagen. Vielleicht ließe sich auch Engländer« da-für bilden: „Es ist nicht Deutsch, sendern bare Englän-derei, was ist die Materie? anstatt wovon ist die Re-de? zu sagen." S. aber Anglicömanie.
Anglicomanie, wofür man auch Anglomanie hört, dieausschweifende, närrische Liebe zu allem was Englisch oderEngländisch ist. Man könnte Englanderei dafür bilden ;so wie Französelei f. Gallicomanie. Im Scherze könn-te man auch wol von einem, der alles, was Englisch ist,anstaunt und nachahmt, sagen: er hat die Englische oderEnglandische Krankheit.
Anglisiren, dem Pferde den Schweif abhauen und denaufgeschlitzten Stumpf gewöhnen, sich in die Höhe zurichten. Wir können diese, von den Engländern ange-nommene Barbarei engländern nennen. Ich mag keinPferd englandern lassen. Trapp hat in dem Sendschrei-ben an seine Frau Base das Scherzwort stumpfschwan-zen dafür gebildet.
Das Menschthier muß ja gcstumpfschwanzet werden.
An£loise (spr. Anglase), Englisch; Englischer Tanz.
Angulaire (spr. angülär), winkelicht.
Animalisch, thierisch. Moritz will auch diesen frem-den Ausdruck beibehalten wissen, and zwar deswegen,weil thierisch etwas herabsetzendes bezeichne. Allein dasthut es nur dann, wenn es dem Vernünftigen und Sitt-lichen entgegengesetzt wird, sonst nie; und da ist dasHerabsetzende an seiner rechten Stelle. Wir können da-her ohne Anstoß von unserer thierischen Natur, im Ge-gensatze der menschlichen oder sittlichen reden. Zuweilenkönnen wir auch Zusammensetzungen mit Thier dafür ge-brauchen, und;. B. Thierkraste für animalische sagen.
117
Animalisiren, thier-ahnlich machen. Dieser undeutscheAusdruck rührt, wenn ich nicht irre, von H e rd er'n her;mir wenigstens ist er nur bei ihm, und zwar in folgen-der Stelle, vorgekommen: „Der Elephant animalisirtdie von ihm gefressenen Pflanzen zu Theilen sein (seiner)selbst." Ich würde verthicren dafür sagen; denn wennwir einmahl für einen, in unserer Sprache noch unbe-zeichneken Begriff ein neues Wort bilden müssen, war-um wollten wir nicht lieber Deutschen, als ausländi-schon Stoff, dazu nehmen? Verthieren kommt mit ver-göttern, vermenschlichen, verengeln u. s. w. übcrein.
Der wähnt vom Mutterschooß
Sich edler, der verengelt. Ungenannter.
Animalität, die Thicrhcit, das Thierwcsen.
Animiren, anreizen, ermuntern, beleben, anfeuern;wofür auch befeuern gesunden wird: „Wenn die ein-fältigen Empstndungen eines unverdorbenen (unvcrderb-ten.) Herzens die Fantasie befeuern." Gcßncr.
Animosität, die Leidenschaft oder die leidenschaftlicheWärme, Hitze. „Die Lebhaftigkeit seiner Rede ging hieund da in leidenschaftliche Hitze (Animositäten) über."Auch Empsindlichkcit und aufgebrachtes Wesen.
Animoso, in der Tonkunst, lebhaft.
Animus. Dieses Lat. Wort wird von unsern Rechtsge-lchrten noch immer für das Deutsche Absicht gebraucht.Animas occidendi , die Absicht zu tödren. Hieher ge-hören auch die Kanzclciblümchen: Animo deliberato,mit Vorsatz, absichtlich, mit Uebcrlegung; Animodefendendi, zur Vertheidigung; Animo nocendi,in der Absicht zu schaden, — injuriandi, zu beleidigen.
Annalen, Jahrbuch, oder in der Mehrzahl, Jahrbücher.Dieses Deutsche Wort ist bestimmter, kürzer, und fürden ungelchrten Deutschen verständlicher, als das frem-de. Es ist daher Uebennuth, wenn man nichtsdestoweni-ger noch immer fortfährt, das fremde zu gebrauchen.
Annalist, ein Jahrbuchsschreiber oder Verfasser einesJahrbuchs. ''
Annaten, die Abgabe der Einkünfte des ersten Jahrs ei-ner Pfründe (einer Abtei, eines Bisthmus u. s. w.) andie päpstliche Schatzkammer,wder einer bestimmten Sum-me statt derselben. Einen so sehr zusammengesetzten Be-griff mit allen seinen Bestimmungen durch ein einzigesWort anzugeben, ist nicht thunlich, oft auch nicht ein-mahl nöthig, so oft nämlich der Zusammenhang die feh-lenden Bestimmungen leicht errathen läßt. So würde eSz. B. im folgenden oder in einem ähnlichen Zusammen-hange hinreichend sein, für die Annaten erster Pfründen-ettrag zu setzen: Der neugcwählte Bischof schickte, nach-dem er von der ihm zugefallenen Pfründe Besitz genom-men hatte, seinen Schatzmeister nach Rom, um sich mitder päpstlichen Kammer wegen des ersten Pfründen-er-tragcs auf etwas gewisses zu setzen.
Annectiren, anhängen, anknüpfen.
Annex, verbunden, zugehörig.
P 3
Anne-