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Moritz erklärte sich darüber (in der Deutsch. Mo-natsschrift Dec. 1792) folgendcrmasscn: „In diesemneugcbildctcn Worte widerspricht der eine Bestandtheildesselben dem andern nicht, sondern stimmt mit ihm har-monisch (einträchtig) zusammen. Denn mit dem Begriffedes Wechsels ist an sich und im Allgemeinen schon derBegriff von Zufälligkeit verbunden, der hier die Ideenoch vollständiger macht, als sie selbst durch den fremdenAusdruck bezeichnet wird. Uebcrdcm (überdas) hat dasneugeschaffene Deutsche Wort einen leichten und ange-nehmen Klang, und nichts hartes und ungewöhnliches inseiner Bildung, so daß es Eigensinn sein würde, wennman, da wir einmahl bis Wort besitzen, sich des fremdenAusdrucks noch ferner bedienen wollte." Er wiederholtedieses Urtheil in der Folge noch einmahl in den Vorle-sungen über den Styl (die Schrcib-arl), Berlin 1793.
Rüdiger hingegen fand (im fünften St. des Neue-sten Zuwachses der Sprachkunde) diesen Beifall nichtgegründet. „Alternative, sagte er, durch Wechselfallzu übersetzen, ist, sosehr es auch Hr. Moritz lobt, ganzunrichtig, und Wcchselbalg oder Wcchselzahn lassen sichdamit gar nicht vergleichen. Es deutet einen Fall an, daunter zwei Dingen nur eins Statt finden kann; alleineben deswegen ist ja au keinen Wechsel oder Tausch zudenken." Ich glaubte hierausankworten zu müssen: War-um nicht? Eben dcsioegen, weil von diesen beiden Din-gen nur eins Statt finden kann, und gewählt werden muß,obgleich beide entweder ihr Gutes oder ihr Schlimmeshaben, wechselt die Vorstellung davon in der Seele des-jenigen, welcher darunter wählen soll, eine Zeitlang ab,und es wird oft in Gedanken das eine erst an die Stelledes andern gesetzt, bis man endlich zu einem festen Ent-schlüsse kommt, und alsdann daS eine gewählt, das an-dere verworfen wird. — Rüdiger fuhr fort: „Ein um-ringter Haufen im Kriege kann sich durchschlagen, odergefangen geben; aber er thut nicht eins ums andere, erhat also nicht einen Wechfelfall, sondern die Wahl, erkann sich zu dem einen oder dem andern entschließen."Ein Wechselzahn, war meine Antwort, ist auch entwederda, oder nicht mehr da, ist mit dem andern nicht einsums anders da, wechselt mit dem andern nur einmahl,und wird doch Wechselzahn genannt: warum sollte alsonicht auch das Dasein zweier Möglichkeiten,, wovon uurEine wirklich gemacht werden kann, wovon die eine derandern weichen muß, ein Wcchfcllfall genannt werdendürfen? Noch berief ich mich aufdieindcr Größcnlehrcübliche Venennun Wechselwinkcl, womit man auchnicht zwei mit einander wechselnde, sondern nur zwei glei-che, einander entgegenstehende Winkel bezeichnet. Ebenso, sagte ich, stehen auch in einer Alternative zwei Mög-lichkeiten einander entgegen, deren jede gemeiniglich ebenso viel für und wider sich hat, als die andere, und diedaher in diesem Betrachte für gleich gelten können. Mangeräth also dabei in den Fall, daß Gründe mit Gegen-
gründcn, Möglichkeiten mit Unmöglichkeiten in unsererVorstellung wechseln; und deswegen vornehmlich ver-dient, glaube ich, ein solcher Fall ein Wechselfall ge-nannt zu werden.
Eschenburg trat (in dem Nachtrage zu meinerPreisschrift) auf Rüdigers Seite. „So sehr, sagte er,mir Wechselfall bisher gefiel, so finde ich doch die Rü-digersche Erinnerung nicht ohne Grund. Daß man alter-nare durch wechseln übersetzt, möchte nicht dawider sein;denn eigentlich heißt alter einer von beiden, und beiAlternative soll nur angedeutet werden, daß eins vonbeiden Statt finden oder gewählt werden muß. Durchwechseln hingegen scheint nicht bloß die Möglichkeit derWahl des Beiderseitigen, sondern auch die fortdauerndeEinerlciheit beider Fälle, auch wenn man aus überwie-genden Gründen sich für den einen schon bestimmt hat,angedeutet zu werden."
Hep n atz endlich hat sich im Antibarbarus solgender-gestalt darüber erklärt: Wcchselfall für Alternative, vonCampe vorgeschlagen, ward von Moritz gelobt, von Rü-diger aber getadelt. Ich trete dem erstern (ersten) bei, undfinde das Wort sehr verständlich."
Ich habe diese verschiedenen Meinungen angeführt, umes dem Leser zu überlassen, sich für diejenige zu erklären,deren Gründe ihn überzeugen werden. Fast hätte ich Lustfür das fremde Alternative noch ein zweites Wort ausden Fall vorzuschlagen, daß jenes bestrittene verworfenwerden sollte. Dieses würde Klemmfall sein; weil manbei einer Alternative sich zwischen entgegengesetzten Ent-schlüssen und ihren Gründen gleichsam in der Klemme be-findet. Er befand sich, könnte man sagen, in dem trau-rigen Klemmfalle, entweder noch mehr aufs Spiel zusetzen, mit Gefahr noch mehr zu verlieren, oder die Hoff-nung, das Verlorne wieder zu gewinnen, aufzugehen.Alternati vameute , in der Tonkunst, Wechselsweise.Alterniren, abwechseln, oder umwechseln, oft auch wech-seln. Einalternirencles Fieber, wird von Göthe'n inMeisters Lehrjahren ein überspringendes genannt. „Siehatte eine Art von überspringendem Fieber." Sonst sagtman ein Wechfelfieber.
Alterum tantum, noch einmahl so viel, also das Dop-pelte oder Zweifache.
Altesse, die Hoheit.
Altimerrie, die Höhenmessung.
Alto. S. Alt»
Alumnus, ein Zögling. Hepnatz hat Nahrling dafürgebildet, welches dem Lateinischen genauer antwortet.Amabile , amarevole, amoroso, in der Tonkunst,lieblich, zärtlich, innig. Rcichhardt.
Amalgam a , ein Gemisch aus Metall und Quecksilber, wo-für einige, z. B. W e stru m b, Quickbrei gesagt haben,welches auch »Hepnatz empfiehlt.
Amalgamation , die Verquicküng, d. i. die Verbindungder Metalle mir Quecksilber.
Amalga-