Alta
Alta
Alte
Weiber- (oder weibliche) Stimme; 2. die Knabenstim-me; 3. die Jünglingsstimme, und 4. die Mannsstim-me; denn diese, sagte er, würden doch dadurch nachge-ahmt, auch wenn von Tonwcrkzeugcn die Rede wäre.
Kunstverständige mögen nun cnrscheidcn. Mir scheintes , daß hohe oder höhere Mittelstimme die angemessen-ste Benennung sür Alt sei. Uebrigens könnten Alt undBast, welche unsere Sprach-ähnlichkcit nicht verletzen,und schon in der Volkssprache gehört werden, auch füg-lich für eingebürgert gelten. Aber mit Discant und Te-nor ist es nicht der nämliche Fall, weil diese eine un-deutsche Betonung und undeutscheu Klang haben.
Altan. Wir haben das gute alte Work Söller dafür. Daßdieses im O. D. auch ein Vorzimmer bedeutet, darf unswol nicht hindern, es in der Schriftsprache für Altanzu gebrauchen, besonders da, wie H cy n atz bemerkt, esauch in dieser Bedeutung in ebenderselben Mund-artnicht ungcwöhitlich ist. Man hat gegen dieses Wort fer-ner eingewandt': daß es wol eben so fremd-artig, alsAltan selbst, sei; denn es wäre das Lat. Lolarium.Meine Antwort hierauf ist: 1. daß diese Abstammungwol so ausgemacht noch nicht ist. Es scheint vielmehreins von den vielen echtdcutschcn Wörtern zu sein, dieentweder eine zufällige Aehnlichkcit mit einem Lat. Wor-te haben, oder auch mit diesem aus einer und ebender-selben Quelle geflossen sind, welches bekanntlich bei ei-ner gar großen Anzahl der Fall ist. A d. leitet es nichtunwahrscheinlich von dem Stammworte Sohl, Söl, her,welches etwas erhöhtes anzeigt, und wovon unser Saalherkommt. Aber gesetzt auch, daß jene Herleitung vonLolarium die richtige sei, so ist doch 2. das Wort durchdie damit vorgenommene Umbildung unserer Sprach-ähn-lichkeil so vollkommen angepaßt, und durch den Gebrauch,seit O l t fr i e d s Zeiten her, so sehr verbreitet und selbstden Mund-arten einverleibt worden, daß man es, gleichden ähnlichen Wörtern: Bischof, Prediger, Kanzel u. s.w. füglich für eingebürgert halten kann. — Der Voll-ständigkeit wegen habe ich auch aus R e i n w a l d s Hen-nebergischem Landwörterbuche das landschaftliche WortEmporlaube für Altan angeführt; aber ohne es deswe-gen zur Einführung empfehlen zu wollen. H c y n a tzdruckte sich daher (im Antibarbarus) nicht genau genugaus, wenn er sagte: daß ich es vorgeschlagen hätte. Da-zu scheint es auch mir kcinesweges geeignet zu sein, weilwir bei Laube an etwas bedecktes zu denken gewohntsind. Ueber die Abstammung dieses Worts verdient dergenannte Verfasser des Hcnncbcrgischen Landwörterbuchsnachgelesen zu werden, der nicht, wie Adelung, denHauptbegriff der Bedeckung, sondernden der Erhöhungdarin findet, so daß es mir Lob, mit levare und le-ver, zu Einer Familie gehören würde.
Man könnte übrigens für Altan auch füglich Vortrittsagen. Der Saal hat einen Vortritt in die Straße. Auchwürde ich gegen die Einbürgerung des Wortes Altan
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selbst, da es unsere Sprach-ähnlichkeit nicht beleidiget,nichts erhebliches elnzuwcnde» haben.
Altar. Dis Wort wird zwar aus unserer Sprache wol niewieder ausgetilget werden können, weil es seit Jahrhun-derten schon in die Kirchensprache, und aus dieser in dieVolkssprache übergegangen ist ; allein das darf uns nichtabhalten, einige gleichbedeutende Deutsche Ausdrücke an-zuführen, die, wenn gleich nicht im gemeinen Leben, dochfür den Schriftsteller brauchbar sind. Der AltfränkischeName Wibbod und der Angelsächsische Weobod bedeu-teten heiliger Tisch, wofür man jetzt an einigen OrtenKirchentisch zu sagen pflegt. Die Gothcn nannten denAltar lduuslastads, d. i. Dpfcrstatt oder Dpferstate,wofür einige neuere Schriftsteller bald Dpfcrtlfch, baldDpferherd zusagen angefangen haben: „Was die Wei-sen des Alterthums der Tugend, was heldcnmüthige Eri-chen und Römer dem Vatcrlande aufopferten, das legenwir, mit nicht geringerer Scibstvcrläugnung, aus denOpferhcrd der Eitelkeit nieder." T h e 0 p h r 0 n.
Alta viola, die Armgeige, besser, die Dvvpelgeige.Reichhardt. „Das gewöhnliche Wort ist Bratsche,von Viola di braccia, Armgeige, weil sie auf demArme ruht." E s ch c n b u r g.
Alteration. Dieses Wort wird in zwei Hauptbedeutungengebraucht, wofür wir Schreck (Bestürzung) und Aeraer(Verdruß) haben. Die allgemeinen Ausdrücke sind Ge-müthsbewegung und Aufwallung. Zuweilen aber wirdAlteration auch für Veränderung, und zwar ins Schlim-mere, genommen. ' '
Altenteil, i ins Schlimmere verändern. Seine Gesund-heit wurde dadurch alterirt, sagt man, d. h. sie litt da-durch oder darunter; sie wurde dadurch angegriffen.2. Erschrecken, bestürzt machen, ärgern.
Alternative, als Lat. Umstandswort, wechselsweise. V 0 ßhat das Grichische txXKog n%og txKXov in seinem Homerdurch ander-um-ander verdeutscht; welches aber nichtsehr lieblich klingt. Im gemeinen Leben sagen wir einsums andere. Als Franz. Sachwort, die Alternative,genommen, versteht man darunter das Eintreten zweierFälle, wovon einer gewählt werden muß, wenn nicht derandere Statt finden soll, wovon also einer dem andernweichen muß. Das Heer, sagt man, befand sich in derAlternative, sich entweder durchschlagen oder gefangen ge-ben zu müssen. Diesen Begriff glaubte ich durch das WortWechselfall bezeichnen zu können, weil andere mit Wech-sel zusammengesetzte Wörter, wie Wechselzahn Wechsel-balg u. s. w., auch auf zwei Dinge deuten, wovon daseine dem andern weichen muß, und wovon also jedes-mahl nur eins Statt finden kann. Dis Wort wurde vonvielen gebilligct, von einigen aber verworfen. Beidesgeschah von sprachkundigen Männern; und es wurden aufbeiden Seiten Gründe angeführt, welche Aufmerksamkeitverdienen. Hier sind sie.
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Moritz