Alio
Alt
Allod und allodige Güter , Erben u. dergl. gehören unsganz Mein, allodium itttb allodialis sind Zwitter; fortdamit! Zu unbekannt wäre das Wort geworden? Beidem Adel gewiß nicht. Die gnädige Frau und das Fräu-lein verstehen es recht gut, wenn gleich nicht sprachkun-dig; und wir andern wollen streben, unsern Kindernnichts als Allod, so weit wir es können, allenfalls mitErklärung des Worts zu hinterlassen. Wer ihnen indeßlieber gänzliches, erbliches Eigenthum (Eigengüter) hin-terlassen will, der ist ein eben so guter Hausvater."
Allodilication, die Verwandlung der Lehngüter in Ei-gengüter.
Allougiren (spr. allongiren), verlängern, in die Längeziehen.
Allotria, nicht zur Sache gehörige Dinge. Ich glaube,man könnte innner sremd-art ge dafür sagen, weil sienicht von der Art derer sind, die zu dem gegebenenOrte und zu dem gegebenen Zwecke passen.
All'ottava , Franz, al' octave, im achten Ton. Reich-st a r d t. Nicht vielleicht besser, im Achtton? — „Inder T)ctav ist zwar ausländisch, aber deutlicher. Ge-wöhnlich deutet es an, daß alle Töne um eine Octav hö-her, zuweilen aber auch, daß sie octavenweise, also dop-pelt , gespielt werden sollen." Eschenburg.
Alludiren, anspielen.
All'unisono, im Einklänge. Reichhardt.
Allusion, die Anspielung, das Anspielen.
Alluvion, die Anschwemmung, das Anschwemmen.Das AUnvionsrecht, das Anschwemmungsrecht.
Almanach. S. Kalender.
AI marco , nach dem Gewichte. Ihm wird in der altenbuntfchcckichlcn Kaufmannssprache das ai numero, derZahl nach, entgegengesetzt. Münzen, welche ihr vollesGewicht nicht haben, werden nicht nach der Zahl derStücke, sondern nach dem Gewichte berechnet, und zwarso, daß eine gewisse Anzahl zusammengeworfen und aufeinmahl gewogen wird. Soll hingegen jedes Stück fürsich gewogen werden, so bedient man sich des Ausdrucksal peso. S. Roth's gemeinnütziges Lexicon.
Alrnosenisr, ein Almoscnpsieger. Das Wort Almosenist zwar ursprünglich selbst fremd, aber schon längst eingcbürgert.
AI numero. S. AI marco. 3
AI pari. Man sagt: das Gold steht mit dem Silber-gelde (mit der Münze) al pari, wenn man kein Auf-geld, sondern für die Pistole nur fünf Thaler, für denHolländischen Dukaten nur zwei Thaler und zwanzig guteGroschen erhält. Also: es steht dem Silber gleich, Goldund Silber stehen im Gleichgewichte, haben jetzt einer-lei Werth.
AI peso. S. AI marco.
Alpha, der erste Buchstabe des Grichischen Abece's, dasGrichische A.
Alpha privativum , habe ich ehemahls durch das Abson-
Alph
dcrungs- oder Beraubungs-a übersetzt. Es scheint miraber jetzt besser, das Vcrneinungs-a oder das vernei-nende a dafür zu sagen.
Alphabet. Auch diesen fremden Ausdruck rätst Moritzbeizubehalten, „weil er einmahl allgemein angenommenund unser ABC mit einem zu gemeinen oder geringfü-gigen Begriffe verbunden sei, und überdem(überdas) nichtwie ein ordentliches Wort aussehe." Aber i. ist Alphasbet keinesweges schon in die Volkssprache übergegan»gen, also auch noch nicht für eingebürgert zu halten. 2,Muß ich fragen: was daran liege, wer dabei gewinneoder verliere, wenn wir mit ABC einen hohen oder ge-ringen Begriffverbinden? Und endlich 3. wer uns hin-,dere, Abece zu schreiben, so wie wir aus aß Alphabetgemacht haben ? Da wir schon Abccebuch, nicht Alpha-betbuch, und das Abece (nicht das Alphabet) lernen,sagen: warum sollten wir nicht auch nach dem Abeceordnen, und in Abece-ordnnng, für in alphabetischerOrdnung, sagen dürfen? Warum nicht: das Buch istbis zur Buchstabenzahl, statt bis zum Alphabet, ange-wachsen? Für: das Werk enthält drei Alphabete, kannman füglich sagen: es enthalt 6p, oder dreimahl 23Bogen. Warum aber nicht auch: es enthalt drei Abe-ce's? Ueber die Nothwendigkeit, bei einigen Wörtcrklas-sen die Mehrzahl, nach N.D. Art, durch das angehängtes zu unterscheiden, siehe Beitrage zur wettern Ausbil-dung der Deutschen Sprache. St. 1. Seite 180 folg.
AI pi acere (spr. all Plätschere), auch al piacimento (fpr,all Piatschimenko), in der Tonkunst, nach Gefallen.
AI punto, genau, auf ein Haar.
AI rigore di tempo. S. A tempo.
AI seglio. S. Dal segno.
Alt. Ich hatte für Discant, Alt, Tenor und Baß in derPrcisfchrift die erste, zweite, dritte und vierte Stimmeangesetzt. Dagegen wurde mit Recht erinnert, daß dieseBenennungen nicht gehörig bezeichneten, weil ein Ton-spiel bald zwei-, bald drei-, bald vierstimmig sei, undwenn es z. B. für Tenor und Baß gesetzt worden, jenerdie erste, dieser die zweite Stimme genannt werde. Auchgibt es Singcstücke, wo in Chören für zwei Discanteoder zwei Bässe besondere Stimmen ausgesetzt sind, undwo also die Benennung der vier Hauptstimmcn durch er-ste, zweite u. s. w. nicht Statt findet. Ich nehme sie da-her, als untauglich, zurück.
Gottsched übersetzte (Spracht. S. 203) Sopranodurch überstimme, OiscantO durch Siugestimme, Altodurch hohe Mittelstimme, Tenore durch tiefe Mittel-stimme, und Lasso durch Grundstimme.
Afffprung nennt den Discant und Alt die hoheund niedere Frauenstimme, Tenor und Baß die hoheund niedere Mannsstimme.
Kni gg e, ein Kenner der Tonkunst, schlug in einemSchreiben, worin er mir einige Bemerkungen zu meinerPrcisfchrift mittheilte, folgende Benennungen vor: 1. die
Weiber-