XQ2
Affi
Agg
Affirmation, die Bejahung, das Bejahen.
Affirmativ, bejahend.
Affirmative (die), die bejahende Meinung, derBeja-hungssatz. In dieser Bedeutung, als Sachwert gebraucht-wird das End-c, nur schwach angegeben und kaum ge-hört. Als Nebenwort hingegen, da es für Bejahungs-weise oder bejahend gebraucht wird, ist es Lateinisch;und hier wird das End-e deutlich mit ausgesprochen.
Affirmiren, bejahen.
Affiiction , die Betrübniß, der Kummer.
Affligiren, betrüben, bekümmern, kranken.
Affiuenz , Franz. Affluence, der Zufluß, das Zuströ-men. Bei großer Asfluenz, beim Zuströmen einer gro-ßen Volksmenge. Man könnte auch Zustrom, wie Zu»fluß, dafür bilden.
Affoiblirt (spr. affäblirt), geschwächt, entkräftet.
AH'oiblissement (spr. Affäblissmang), die Schwächung,Entkraftung.
Affrös, Franz, affreux, schrecklich, abscheulich.
Affront, die Beleidigung, Beschimpfung, Schmach undSchande.
Aflrontiren, i. beschimpfen; 2. einem die Stirn bieten,einem trotzen, z. B. der Gefahr.
Aga, heißt bei den Türken ein Anführer und ein Aufseher;ein Janitscharen-Aga also, ein Ianitscharen Haupkmanrtoder Führer; ein Kislcr-Aga, ein Mädchen-aufseher.
Agacerien (spr. Agaßerien), buhlerische Anlockungen,Reizungen, Ankörnungen.
Agaeirsn (spr. agaßiren), einen durch buhlerische Anlok-kungen reizen. Man sagt auch, wiewol niedrig, ankör-nen ; sonst auch anlocken.
Agapä, Liebesmahle, dergleichen noch jetzt die Hcrrenhu-ter, nach dem Beispiele der ersten christlichen Kirche, feiern.
Agende; so nennt man das Buch, welches die den Geist-lichen vorgeschriebenen Formeln enthält, deren sie sich beiihren Amtsverrichtungen bedienen sollen. Also die Kir»chenvorschrift, oder das Formelbuch.
Agent, einer, der die Geschäfte eines Fürsten oder Frei-staats an einem andern Orte besorgt. Dieser Titel ist ge-ringer, als der eines Residenten, Charge d’affairesoder Consuls, aber höher als der eines Factors, unge-achtet diese alle einen, zur Führung der Geschäfte einesandern angestellten Mnnn bezeichnen. Agent kann manfüglich durch Geschaftsbeforger verdeutschen. S. dieübrigen an ihrem Orte.
Aggin 8 tatamente (spr. aöschiustatamcnte), in der Ton-kunst, pünktlich, sehr genau.
Aggrandiren oder agrandiren, vergrößern.
Aggratiatio, wird in der Kanzclleisprache noch zuweilenfür Begnadigung gebraucht.
Aggratiiren, begnadigen. Das jus aggratiandi, iff dasBegnadigungsrecht.
Aggravatio, die Erhöhung oder Erschwerung, z. B. derStrafe.
Aggr
Aggregat, der Inbegriffvieler gleich-artigen Dinge, diezu einem Ganzen vereiniget sind. Ich hatte Anhäufungdafür angesetzt. Dagegen wandte Esch en b u rg(indemNachtrage) ein : „daß durch Anhäufung, nicht das Be-wirkte (aggregatum), sondern die Handlung (aggre-gatio) ausgedruckt würde," und er fügte hinzu: „daßwir für jenes in den meisten Fällen das Ganze oderdas Gesammte sagen könnten." Ich antwortete auf die-ses letzte: daß man unter einem Ganzen oder Gesumm-ten sich den Inbegriff aller Theile zusammengenommendenke, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob dieselbengleich-artig seien odernicht. Aggregat hingegen bezeichnetein Ganzes, welches aus dem Zusammensein oder demZusammennehmen vieler Dinge von einerlei Art erwach-se, deren jedes als ein Ganzes für sich gedacht werde,oder gedacht werden könne, z. B. einen Haufen Sand.Jene Deutschen Ausdrücke schienen daher diesem fremdennicht angemessen zu sein. Als mein einsichtsvoller Beur-theiler hierauf erwiederte: „er sehe nicht, daß die Gleich-artigkeit derTheiledurch Anhäufung bestimmter, als durchein Ganzes ausgedruckt werde," so glaubte ich dagegen an-merken zu müssen: daß der Nebenbcgriff der Gleich-artig-kcit der Theile dem Worte Anhäufung, ungeachtet er nichtin ihm selbst liege, doch vermöge des Sprachgebrauchs an-klebe, indem dieses Wort nur von Dingen Einer Art, diemit einander vereiniget sind, gebraucht werde, welches mitdem Worte Ganzes oder Gesummtes nicht der Fall sei.-—Was den sprachlchrigcn (grammatischen) Einwurfbetrisst,so war meine Antwort: es wäre freilich zu wünschen, daßman die Wörter in ung durchgängig und ausschließlich nurzurBezeichnung derHandlung und nicht des Bewirkten ge-brauchen könnte, weil daraus für unsere Sprache eine Re-gelmäßigkeit, und mit dieser eine Vollkommenheit mehr er-wachsenwürde; allein bis jetzt sei dis noch nicht der Fall,indem wir nicht umhin könnten, manches Wort in ung, auSMangel eines ähnlichen für das Bewirkte, zur Bezeichnungbeider Begriffe, derHandlung und des dadurch Gewirk-ten zugleich, zu gebrauchen, z. B. Abkürzung, Aende-rung, Befestigung, Begnadigung, Belohnung, Erhi-tzung, Erkältung, Anspielung, Erziehung u. s. w. Ich ließes daher, weil ich kein anderes Wort für Aggregat da-mahls anzugeben wußte, bei Anhäufung bewenden. Jetztglaube ich zwei dafür gefunden zu haben ; nämlich 1. einAngehäufe oder Gehäuse, wie Gerede, Geschreibe u. s. w.gebildet, und 2. ein Gehäufsel, wie Gemengsel. Alleindas letzte ist hark und übclklingend ; auch führt es den Nc-benbegriff der Geringschätzung mit sich, wie Gemengsel,und ähnliche Wörter mit der Endsilbe sel und der Vorsilbege. Ich schränke mich daher auf das erste ein; und setzcAn-häufung für die Handlung des Anhäufens (für aggrega-tio) an, Gehäuft hingegen und Angehäufe für aggrega-tum an.
Aggregation. S. Aggregat.
Aggregatum. S.Aggregat.
Aggrei-