s. f. Ein athenischer Affect ist das Gegentheil, eine Ge-müthsbewegung aus Kraft, z. B. der Zorn.
Affectation, die Ziererei, das Geziere, der Zwang, dasgezwungene oder erkünstelte Wesen. Sie mischt Zierereiin alles, was sie sagt und thut. Aus seinem Betragenleuchten Zwang und Verstellung hervor. Das gezwunge-ne Wesen des Stciflings (Pedanten). Man könnte auchAnstellerei dafür bilden; weil man, wenigstens im N. D.,erstellt sich an, für er affectirt, sagt. Ihre übergroßeEmpfindsamkeit ist erheuchelt, ist nichts als Anstellerci.Lavat er hat Gefühlsprahlerei für affectirtes Gefühloder Gcfuhlsaffectation.
Affection, die Zuneigung, das Wohlwollen, die Gunst,die Gewogenheit. Etwas in Affectiori nehmen, heißt,etwas liebgewinnen, an etwas hangen, etwas zu sei-nem Lieblinge (zu seinem Lieblingsgeschäfte, zu sei-ner Lieblingsspeise u. s. w.) machen, in etwas ver-liebt sein.
Affectionirt. Mit diesem fremden Worte pflegen fürstlichePerfonen ihre Briefe zu unterschreiben. Ihr wolaffec-rionirter König, Herzog, Fürst u. s. w- Sie könnten,ohne sich etwas zu vergeben, füglich ihr wolwollender da-für setzen, oder, wo ihnen dis zu vertraut dünkte, ihrwolgeneigter, ihr wolmeinender, ihr gnädiger; wel-ches letzte aber freilich indem Munde dessen, der es vonsich selbst gebraucht, ein wenig gar zu gnädig klingt.
Affectiren. Nur diejenigen, .welche für dieses Wort einfür alle Falle paffendes Deutsches suchten und nicht fan-den, können behaupten, daß es unübersetzbar sei. Alleineiner so sehr bemitfelten Sprache, als die unsrige ist, soll-te man den ärmlichen Behelf, viele, zwar verwandle, aberdoch auch merklich verschiedene Begriffe, mit einer undebenderselben Worthülle zu bekleiden, wie manche ande-re, besonders die Französische Sprache, Armuthshalber,zu thun sich oft gezwungen sieht, niemahls zumulhen. Werfür jeden bestimmten Fall, wo man das Zwitterwort af-fectiren zu gebrauchen pflegt, einen bestimmten Deut-schen Ausdruck verlangt, der wird ihn nicht vergebenssuchen. Wir haben: r. sich stellen oder anstellen, z. B.er stellt sich gerührt, oder, er stellt sich an, als wenner gerührt wäre, f. er affectirt gerührt zu sein; 2. et-was zur Schau tragen, mit etwas prahlen oder prun-ken , etwas (wie einen Schild zur Schau) aushängen,z. B. er trägt Menschlichkeit zur Schau ; er prahlt oderprunkt mit Edelmuth. „Er hängt Wolwollcn und Men-schenliebe aus." Thcophron. Z. Erkünsteln, erzwin-gen, vorgeben, heucheln, lügen, z. B. seine erkünstelteBescheidenheit; seine erzwungene Natürlichkeit ; seine vor-gegebene Sanstmuth; er heuchelt Menschenliebe; seinGesicht lügt Theilnahme; ein erzwungenes Lächeln. 4.Sich das Anschn geben, zu scheinen suchen. Z. B. ergibt sich das Ansehn eines Gemäßigten; er sucht gcmäßi-get zu scheinen. 5. Oft können wir für affectirt auch an-genommen sagen:
Die Ziege hört des Hasen KlagenMit angenommner Traurigkeit.
Hagedorn.
Den unbestimmten Ausdruck: er affectirt, womit man sä-gen will, daß jemand ein gezwungenes Wesen, einen ge-zwungenen Anstand habe, kann man auch durch: er istverschroben, er hat etwas verschrobenes, geben. Oftscheint man dabei an Affe zu denken, und sich affenma-siig geberden, dadurch ausdrucken zu wollen; wofürman auch Gesichter schneiden sagt. Affectire nicht, sagtman zu den Kindern in diesem Sinne, nzenn sie unna-türliche Mienen und Geberden annehmen.
Affermiren, befestigen. Ehemahls war auch das einfachefestigen üblich.
Affettuoso, in der Tonkunst, mit Wärme, rührend, lei-denschaftlich. Reichhardt.
Atckclis (fpr. Affisch'), 1. eigentlich ein Blatt, welches an-geheftet wird, ein Anschlagezettel, auch Anschlag schlecht-weg. Einige haben Klcbschrift (Klcbeschrist) dafür ver-sucht. 2. Uneigentlich, nach Franz. Sprachgebrauche, auchein Nachwcisungsblatt (Jntelligcnzblatt).
Affichiren (fpr. affischiren), 1. ankleben oder anschla-gen, z. B. eine Bekanntmachung; 2. uneigentlich, mitetwas prahlen, großthun, prunken, wofür wir aushän-gen (wie einen Schild) sagen können. S. Affectiren.
AtHciren, 1. wirken oder einwirken, z. B. die äußernGegenstände wirken auf unsere Nerven, f. afficiren sie.So auch die R. a. Eindrücke oder Eindruck auf etwasmachen. 2. Angreifen, rühren, bewegen, z. B. er wirdsehr dadurch afficirt; man sah, er war davon gerührt,bewegt, er wurde davon angegriffen.
Aiiigiren, anschlagen, anheften.
Affiliation, die Handlung des Affiliirens, also die Anneh»mung oder Annahme an Sohnes oder Tochter Statt.
Affiliiren, an Sohnes oder Tochter Statt annehmen.Wenn Laien an den angeblichen verdienstlichen Werkender Ordensgeistlichen, z. B. der Jesuiten, Anrheil neh-men und dieselben befördern, so werden sie von diesenals Brüder und Schwestern, oder als Söhne und Töch-ter ihres Ordens angcschn, und Affilierte desselben ge-nannt. So werden auch bei einigen geistlichen Orden, 3. B.bei den Dominikanern, selbst Ordensgeistliche einem Klo-ster affiliirt, d.h. sie erhalten das Defugniß, diesem und,keinem andern Kloster anzugehören, folglich jedesmahlwieder zu demselben zurückzukehren, sobald es ihnen be-liebt, wenn sie sich anderswohin haben versetzen lassen.Das sind also angenommene Sohne und Töchter dl SKlosters; Klosterföhnc, Klostcrtöchter.
Affinität, die Verwandtschaft durch Heirath, also Hcr-rathsverwandtschaft; in einigen Fällen, die Schwiger-schaft. Zuweilen, besonders wenn es uneigentlich genom-men wird, wie wenn Man von einer Affinität gewisserBegriffe , gewisser Wörter u. s. w. redet, paßt auch dasallgemeinere, die Verwandtschaft, dafür.
N n
Affif-