Druckschrift 
1 (1808) A - E
Entstehung
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100
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Aes

Asta

Asta

Asse

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in bet* U-bersetzung von Barnevclbs Abhandl. über dieBestandtheile des Wassers, schon versucht. Für ästhe-tisches Gefühl können wir Schönheitssinn sagen:Eszeugt von der Ausartung des Schönheitssinnes." Un-genannter.

Animation, die Schätzung.

Aestimiren, schätzen, achten.

Aestites, der Adlerstein.

Aether. Kind erling hat Oberluft dafür angesetzt. Dadie ätherische Luft, eine verfeinerte, von allen gröber»Theilen gereinigte Luft ist, die sich zu der gemeinen oderatmosphärischen, wie Weingeist zu Wein verhält: so wärevielleicht Luftgeist keine unschickliche Benennung dafür.Daß dieser Ausdruck auch von Geistern, die in der Luftleben, verstanden werden könne, scheint nicht zu besorgenzu sein: weil er, für Aether genommen, immer nur inder Einzahl gebraucht werden würde, dahingegen, wennvonGeistern in der Lust die Rede wäre, entweder nurdie Mehrzahl oder die Einzahl mit dem Artikel der Ein-heit Statt finden könnte. Klopstock hat einige mahldas von ihm gebildete Sachwort, die Heitere in einemZusammenhange gebraucht, wo ein der Reinigkeit minderbeflissener Dichter zuverlässig das Wort Aether gesetzt ha-ben würde:Ein schwebender Leib aus Heitre gebildet."Vielleicht daß Heiter und Aether Eines Ursprungs sind.

Astahle (spr. affabl), gesprächig, leutselig. Die Hollän-der drucken es durch gemeenzam und gemeenzamlyk.,so wie das Sachwort durch Gemeenzamheid aus. Leut-selig , bedeutete ursprünglich (so wie auch noch jetzt in ei-nigen Gegenden Oberdeutschlandes) volkreich, reich anLeuten. S. Zaupsers Idioticon. Das Stammwork vonselig ist Sal, die Menge, Vielheit, welches sich aber nurnoch in den Zusammensetzungen Drangsal, Jrrsal, Trüb-sal u. s.w. erhalten hat. Es sollte daher auch nicht selig,sondern (der Aussprache und der Abstammung zugleichgemäß) sälig, geschrieben werden. Ein leutseliger Orthieß also einst so viel, als ein frequenter, ein von Leu-ten stark besuchter. Figürlich wurde hicnächst ein leutse-liger Mensch ein solcher genannt, der sich gern an Oer-tcrn finden läßt, wo viele Leute sind, gern und viel mitvielen Menschen reden mag. Es antwortet daher demFranzösischen affahle.

Affabilität, Franz. Affabilite, die Leutseligkeit. S. Af-fable. Von Höhcrn pflegen wir auch das allgemeinere Wort Herablassung in diesem bestimmteren Sinne zugebrauchen.

Affaire (spr. Affär), i. das Geschäft, die Angelegen-heit. 2. Der Handel , das Wort für Streitsache genom-men. Er hat einen bösen Handel mit u. f. w. 3. DerVermögcnszustand; in welchem Sinne genommen, esdurch Sachen verdeutscht werden kann. Seine Sachenflehen gut, schlecht, bedenklich. Homme daffaire'iflentweder ein Geschäftsmann, insofern er dem Staatedient oder eigene wichtige Geschäfte treibt, oder ein

Haushofmeister, insofern er die Geschäfte eines Hausesfür den Herrn desselben besorget. 4. Ein Scharmützel.Astairirt sein, beschäftiget sein, spöttisch gesprochen, denGeschäftigen oder Geschäftsmann machen, oder spielen.Affamirt ausgehungert.

Astect, Gemüthsbewegung, Leidenschaft. Man hat be-hauptet (S. Eberhardts Synonymik oder Sinn-verwandlschaftslehrc), daß der fremde Ausdruck Astectuns unentbehrlich sei, weil man nicht immer Leidenschaftoder Gemüthsbewegung dafür setzen könne. Ich gehe dasletzte, aber nicht das erste zu. Wir haben, wo jene Wör-ter nicht paffen wollen, andere, z. B. Wärme, Feuer,Hitze, Bewegung, Rührung u. s. w., wovon eins oderdas andere an die Stelle des fremden ohne allen Nach-theil gesetzt werden kann. So z.B. in folgender Stelle,welche zum Beweise angeführt worden ist, daß das WortAstect uns unentbehrlich sei:Clementine, welche dieLeidenschaft der Liebe um ihren Verstand gebracht hatte,hörte den Namen Grandison nie ohne Gemüthsbewegungaussprechen; und dann sprach sie allemahl mit dem zärt-lichsten und rührendsten Affecte von seinen Vorzügen u.s. w."; läßt sich der letzte Satz auf mehr als Eine Wei-se, und zwar ohne das fremde Wort Astect zu gebrau-chen, recht gut ausdrucken. Man kann nämlich entwedersagen;und dann sprach sie mit der zärtlichsten Ge-müthsbewegung ," oder um dieses Wort nicht zweimahlhinter einander zu gebrauchen,mit der zärtlichsten Wär-me, mit zärtlicher Rührung, sehr bewegt, mit großerInnigkeit u.s. f., von seinen Vorzügen. Ucberhaupt istder Reichthum unserer Sprache so überschwenglich groß,und ihre Fruchtbarkeit an neuen Ableitungen und Zu-sammensetzungen so unbegränzt, daß man berechtiget istzu glauben, es lasse sich für jeden, in irgend einer Spra-che ausdruckbaren Begriff, auch ein Deutscher Ausdruckfinden, wenn man nur nicht verlangt, daß das DeutscheWort gerade ebendieselbe Form, Gestalt und Farbe ha-ben soll, welche das.fremde hat.

Nach Kants Begriffsbestimmung fiud Affect und Ler-denschaft wesentlich verschieden^^,Der Affect, sagt er,gehört zum Gefühl, so fern es vor der Ucberlegung her-,geht, diese selbst unmöglich oder schwerer macht. Leiden-schaft hingegen ist die zur bleibenden Neigung gewordenesinnliche Begierde, der Haß im Gegensatze des Zorns."Metaphysik der Sitten. Sonach würde Leidenschaftder Hang zu einem gewissen Affecte, Affect hingegen derZustand sein, in welchen die Leidenschaft uns oft versetzt.Aber auch bei dieser Unterscheidung können wir das frem-de Wort Affect füglich entbehren; wir brauchen nur Ge-müthsbewegung dafür zu sagen. Er wurde von der Lei-denschaft des Hasses beherrscht; was Wunder, daß eroft in die Gemüthsbewegung des Zorns verfiel?Einasthenischer Affect tfl, in der Lantischen Kunstsprache,eine Gemüthsbewegung aus Schwäche oder von derschmelzenden Art, wie z. B..Wehmuth, Bangigkeit u.