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Aer
Aes
Aeq
Aequilibrium , das Gleichgewicht. Man könnte auch um-gekehrt dieGleichgcwichtsgleiche sagen. Abbt hat Ebcn-gewicht dafür gesagt.
-Aequinoetium. Eigentlich müßten wir die Zeit, da Tag«nd Nacht einander gleich sind, dieTag- und Nachtgleichenennen. Allein der Kürze wegen hat man es, wie im Latei-nischen, bei Nachtgleiche bewenden lassen. Das ,WortGleiche für Gleichheit hat man mit Unrecht veralten lassen.Es verdiente, auch außer diesem Zusammenhange wiedererneuert zu werden. Was hat der Tempel Gottes füreine Gleiche mit den Götzentempeln? 2 Cor. 6,16.
Aequinoctial, z. B. in der Verbindung mit Sturm undKreis, Aequinoctialstürme, der Aequiiroctialkreis,wofür man Stürme der Nachtgleiche und der Nacht-gleicher sagen kann. Im Hohcnlohischen soll ebennächtigfür äquinoetial gebräuchlich sein; und in der neuestenAllgem. Biolioth. X. S. 348. wird darüber geurtheilt,daß dieses Wort in die allgemeine Deutsche Schriftspra-che aufgenommen zu werden verdiene. Man hat aber (inden Beitragen zur weit. Ausbild. d. Deutsch. Sprache)dagegen erinnert, daß der Ausdruck ebennächtige Stür-me von vielen schwerlich verstanden werden dürfte. Ichfüge hinzu, daß er auch nicht sprachrichtig sei. Ebcnnäch-tig heißt nämlich, was ebene oder gleiche Nächte hat,welches von den zur Zeit der Nachtgleiche entstehendenStürmen nicht gesagt werden kann. Eher noch würdedie AehnlichkeitSregel ebennächtliche Stürme zu sagenerlauben.
Aequität, die Billigkeit.
Aequivalent. D. A n t 0 n hat Werth-ersatz dafür vor-geschlagen. Oft können wir uns mit Ersatz schlechtwegbehelfen, zuweilen auch Entschädigung oder Vergütungdafür gebrauchen. Rüdiger hat etwas gleichgültigesdafür gebraucht. „Die Vergütung mit etwas gleichgülti-gem." Allein gleichgültig ist einmahl für iiräiü'erenl:gebräuchlich.
Aequivaliren. Dafür können wir gleichgelten sagen. ZweiGulden und ein Speeiesthalcr gelten einander gleich.
Aequivoque (spr. äkiwohk), zweideutig.
Aequivocation, die Zweideutigkeit.
Aerarium, die Schatzkammer; auch Kasse in Zusammen-setzungen, wie Staatskasse, Kirchenkassc u. s.w. Kasse,welches mit Kasten aus einerlei Wurzel entsprungen undunserer Sprach-ähnlichkcit gemäß ist, kann für ein Deut-sches Wort gelten, auch wenn es zunächst aus dem Franz.Caisse entstanden sein sollte.
Aere (Lat. ära). Wir verstehen darunter eine bestimmteArt die Zeit zu berechnen, wobei ein gewisses Jahr zumAnfangspunkte angenommen wird. Ungeachtet Zeitrech-nung eine allgemeinere Bedeutung hat, so wird es dochauch in dieser besondern gebraucht. Die christliche Zeit-rechnung, oder besser, die Zeitrechnung der Christen.Der Punkt, bei dem eine Acre oder Zeitrechnung anfängt,wird Epoche genannt. S. dieses.
Aeromantie, Franz. Aeromancie, 1. Die Luftkunde,
2. die Lustdeukung, verächtlich, die Luftwahrsagcrci.
Aerometer, der Luftmesser. ©.Barometer.
Aerometrie, die Luftmcßkunst oder Luftmessung.
Aeronaut, der Lustschiffer.
Aeronautic, die Luftschiffkunst.
Aerostat, der Luftball, das Luftschiff. Für aerosta-tisch kann man vielleicht, wenigstens in einigen Fällen,luftschwebend sagen. Aerostatische Versuche, Versuchein der Luftschwebckunst.
Aerostatic, die Luftgleichgewichtslehre. Freilich ein lan-ges und gar zu schwerfälliges Wort! Im gemeinen Lc-ben wird das kürzere, aber minder erschöpfende, Lust-schiffskunst dafür gebraucht. Vielleicht könnte man auchLuftschwebckunst dafür sagen.
Aesthetic, buchstäblich und in allgemeinerer Bedeutunggenommen, die Gefühls - oder Sinnlichkeitslehre, d. i.die Lehre von den sinnlichen Gefühlen oder von der Sinn-lichkeit überhaupt; in engerer Bedeutung, die Geschmacks-lchre, d. i. diejenige Wissenschaft, welche die allgemeinenGrundsätze und Regeln des guten Geschmacks entwickelt.Der Gegenstand dieser Wissenschaft ist das Schöne undAngenehme; die Fähigkeit aber diese zu empfinden, nen-nen wir Geschmack. In der ersten allgemeinen Bedeu-tung wird das Wort oft in der Kantischen Schulegehört, wo man auch von einer transscendentalen Aesi-hetic redet, d. i von einer übersinnlichen Sinnlichkeits-lehre, worunter das Lehrgebäude der Begriffe von Raumund Zeit verstanden wird. Für die zweite engere Bedeu-tung des Worts hat H eynatz lieber Geschmackswis-senschaft als Geschmackslehre empfehlen wollen. Daserste gewährt freilich den Vortheil, daß man auch ein Bei-legungswort ( Adjectivum), geschmackswissenschaft-lich, davon ableiten kann; aber dieses ist denn doch, sowie das Sachwort selbst, sehr hart, lang und schwerfällig.
Aesthetiscli, zur Geschmackslehre gehörig. Mit dieserschleppenden Umschreibung werden wir, wie mit ähnlichenin ähnlichen Fällen, uns so lange behelfen müssen, bis wiruns entschließen, die mit Unrecht verstoßenen Beckcgungs-wörter (adjectiva), lehrig und künstig, in ihr ehemah-liges Bürgerrecht wieder- einzusetzen. Ich glaubte (indem Nachtrage zu der Prcisschrift) beide neugebildet zuhaben; allein sie waren schon vor mir da gewesen. DerverkappteRealis de Vienna (Gabriel Wagner. S.Herder Ueber Humanität Th. 4. S. 17 folg.) hat siebeide in Zusammensetzungen: „Sirtenlehrige (moralische)Absichten verderben die Naturkundigung." „Der werk--'künftige (practische)Lehrweg (Methode) allein findet dieWahrheit." Auch Frisch führt künstig an, und in ge-lehrig ist das einfache lehrig noch jetzt im Gebrauche.Durch Hülfe derselben würden wir für ästhetisch, gram-matisch, architectonisch u. s. w. Deutsche Beilegungswör-ter — geschmackslehrig, sprachlehrig, baukünstig u. s. w.bilden können. Scheidekünstig für cirerniscb, hat K ru pR 2 in