98
Adv
Adv
Aeq
nur für eine Klasse der Adverbien, nämlich fur bie adver-bia qualitatis , aber nicht für die andere paßt, welche Um-standswörter entbält.
Andere, z. B. kiopstock, wenn ich mich recht erinnere,haben Bestimmungswort für adverbium einführen wol-len. Diese Benennung gibt zwar wirklich ein wesentliches,aber kein völlig unterscheidendes Merkmahl an, weil dieAd-jectiva, zuweilen auch die Artikel und die?rouomina,gleichfalls Bestimmungswörter sind, nur daß jene Zeitwör-ter, diese Sachwörler (substantiva) bestimmen.
M c r t i a n wollte anfangs (in den Beiträgen zur weit.Ausbild. d.Deutsch. Sprache) Um-umstand dafür ge-sagt wissen. „Gleichwie, sagte er, ein Stand (substanti-vum) durch einen llmstand (Adjectivum) eineSeins-art erhalt (näher bestimmt wird), eben so kann ein Umstanddurch einen andern Umstand näher bestimmt werden, z. B.das Welt-all ist unermeßlich groß. Hier wird der StandWelt-all durch den Umstand groß, und dieser wieder durchden Umstand unermeßlich bestimmt. Der Umstand großdruckt den Gedanken nicht vollkommen aus; deswegen läßtman ihn noch einen zweiten Umstand, also einen Um - um-stand zukommen." In der Allgemeinen Sprachlehre aberhat er dieses schwere und harte Wort in Ueber-umstandverbessert. Allein es ist genug zu bemerken, daß die Adver-bia nicht bloß adjectiva und Beschaffenhcitswörter (ad-verbia qualitatis), sondern auch, und zwar vornehmlichZeitwörter näher bestimmen; um das Unpäßliche dieser B e-nennung (welche übcrdis Ueber-umstandswort, und nichtUeber-umstand lauten müßte) erwiesen zu haben.
Man sieht aus diesem allen, daß der wahre Name derAdverbien bis jetzt noch nicht gefunden ist. Wäre Zeit-wortsgefahrte oderZeitwortsbestimmer nicht ein so lan-ges und schwerfälliges Wort: so würde ich dieses vorzu-schlagen wagen; weil es diese Wörtcrklassc besser, als alleandere, bisher versuchte Benennungen derselben zu bezeich-nen scheint. Denn ein Adverbium unterscheidet sich von al-len andern Wörtcrklaffen dadurch, daß es, wo nicht unmit-telbar, doch mittelbar, irgend ein Zeitwort (wenigstens dasZeitwort sein) näher bestimmt, und ohne, ausdrückliche oderstillschweigende, Verbindung mit einem solchen nicht ge-braucht werden kann. In dem obigen Satze z. B. das Welt-all ist unermeßlich groß, bestimmt unermeßlich zwar -un-mittelbar nur das Beschaffcnheitswortgroß, aber mit die-sem zugleich, oder durch dieses (also mittelbar) das Zeit-wort ist.
Adverbialisch. So lange wir, in Ermangelung eines bes-sern, Nebenwort für Adverbium gebrauchen werden, kön-nen wir auch nebenwörtlich für adverbialisch sagen.
Adversaire (spr. Adwersär'), der Widersacher, Gegenpart.
Advertance (spr. Adwcrtangs), die Achtsamkeit.
Advis-oder Avis -oder Avisobrief, ist nichts anders, ,/sein Benachrichtigungsbrief; so tttie advisiren oder avi-siren (oder Aviso geben) nichts mehr, als benachrichtigenoder Nachricht geben, sagt. Unsere Kaufleute alten Schlags
glauben aber dennoch ohne jene fremden Wörter nicht fer-tig werden zu können.
Advocat , Sachwalter, Sachfuhrer, Anwalt.
Advociren, zu Recht dienen, Sachwalter, Sachfuhreroder Anwalt sein.
Aeniulation, die Nacheiferung (der Nacheifcr), derWett-eiset.
Aemuliren, nacheifern oder wetteifern.
Aeuigma, ein Räthsel.-Aenigmatisch, rathsclhast.
Aeon, das Weltwestn. „Was in Ansehung dcö erhabenstenWeltwcsens außer Gott, welches ich mir etwa denken möch-te (einen großen Aeon) dieses Princip betrifft/' Herder.
Aeonen, unermeßliche Zeiträume; dichterisch, djcEwigkeit'.
Aequal, gleich. Wenn der Größenlchrer sagt, zwei, pluszwei, aequal viere (2 d- 2 ^24), so heißt das aufDrutsch:zwei und noch zwei, oder zwei mit zwei vermehrt, sind viere.
Aequales. Man kann Altersgenossen (welches W i e l a n dhat) dafür sagen. S. auch Coätaneus.
Aequanimi tat, der Gleichmuts), oder die Gleichmüthig-keit. „Und erwartet den Tod mit Gleichmuth." Ramler.
Aeqnation, in der Zeichcnrechnung,dieGleichung.
Aequator. Die gemeine Deutsche Benennung ist, die Linie;daher dieR. a. die Linie passiven, für: den Aequatordurchschneiden. JnKinderlings Breisschrift ist, ver-muthlich durch einen Druckfehler, Mittagslinie, Durch-messer der Erde und Erdgleichc dafür angesetzt. Allein diebeiden ersten Ausdrücke sagen bekanntlich etwas ganz an-ders ; und der dritte müßte wenigstens Erdgleicher heisscn,da man denn aber auch einen Himmels - oder Weltgleichcrannehmen müßte/ Aber auch so würde diese Benennungeben so gut jeden andern der sogenannten großem Kreise,als den Aequator, bezeichnen, weil jeder derselben dieErdkugel in zwei gleiche Halbkugeln theilt,folglich.ein Erd-gleicher genannt werden kann. Bei dem Aequator kommtaber das Unterscheidende hinzu, daß, so oft die Sonne inihn tritt, Tag und Nacht einander gleich sind. Ihm gebührt
' daher der Name Aequator oder Gleicher, (nur nicht Erd-gleicher) in einem Sinne, der nur von ihm, und nicht vonden übrigen großen Kreisen gilt. Für: den Aequator oderdie Linie paffiretq kann man sagen: die Linie (oder denGleicher) durchschneiden. Andere, z. B. E b e r h a r d t imAmintor, haben Mittellinie, und wiederum andere Mittel-kreis dafür gesagt. Allein Gleicher scheint mir sowol zu demLat. Worte, als auch zu dem auszudruckenden Begriffe, ambesten zu passen.
Aequilibria, die vornehmere Benennung für Seiltänzer.Gleichgewichtskünstler würde den Begriff am besten er-schöpfen ; aber es ist zu hart und unbchülstich. H e y n atzhat Gewichtshalter vorgeschlagen; allein dis müßte wol,um völlig bezeichnend zusein, in Glcichgewichtshalter ver- ,wandelt werden. Etwa Gleichgewichtlcr? oder Schwe-beknnstler?
Aequi-