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1 (1808) A - E
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Ad profitendum et liquidandum credita. So wer-den in gerichtlichen Vorladungen die Gläubiger, welchedoch gewöhnlich kein Latein verstehen, aufgerufen, wenn siemit ihren Foderungen sich melden und die Gültigkeit dersel-ben erweisen sollen. Warum ladet man sie denn nicht aufeine ihnen verständliche Weise mit Deutschen Worten ein:ihre Forderungen anzugeben, und zu belegen, oder zu be-weisen ? Ist wol irgend ein, auch nur scheinbarer Grund zuerdenken, warum jene Lateinische, für die allermeisten Deut-schen unverständliche Formel, dieser Deutschen, die jederversteht, vorgezogen zu werden verdiente? Neulich stand ineiner öffentlichen Vorladung: zur Angabe »ndKlarma-chung ihrer Foderungen. Nicht übel:

Ad referendum netten, d.i. etwas annehmen, um an dieBehörde darüber zu berichten; zum Bericht annehmen.

Adresse, i. die Aufschrift; 2. die genauere Angabe desOrts, der Strasse, des Hauses oder der Person, wo oderbei welcher jemand zu finden ist. In diesem Sinne genom-men, könnte man, Nachweisung, dafür sagen. Man sagtaber auch: etwas an die Behörde (an seine Addresse) abge-ben. In England bedeutet dieses Wort: 3. ein feierlichesSchreiben eines Geringern an einen Höher», und kann hievbald durch Bittschrift, bald durch Dankschrist, bald durchehrerbietige Zuschrift oder Vorstellung übersetzt werden;4. Geschick, Gewandtheit, Behendigkeit; L. Eine Em-pfehlung, oder ein Empfehlungsbrief; wie wenn mansagt: eine Addresse an jemand haben.

Adresscalender. Wenn Kalender, weil es einmahl in dieVolkssprache übergegangen ist,für eingebürgert, gelten soll:so kann man Nachweisungs - oder Nachweisekalcnder da-für sagen. Da aber der, einem solchen Buche beigefügteZeitmesser oder Kalender nicht nothwendig dazu gehört,sondern nur eine unwesentlicheZügabe ist: so könnte manauch Nachweisebuch dafür sagen.

Adress-comtoir, könnte man wol durch Nachweifungs-stube, Nachweisestube und durch Nachweisungs- oderNachwcise-anstalt verdeutschen ; weil der Hauptzweck ei-ner solchen Anstalt ist, Nachweisungen zu ertheilen.

Adressiren, 1. überschreiben, richten. Ich habe meineVorstellung an den Fürsten selbst gerichtet. Richten oderüberschreiben Sie nur allefür mich einlaufende Briefe nachManheim,abzugeben bei 9 t. 9 t. 2. Sich adressireu, heißt,sich wenden. Ich weiß nicht, an wen ich in dieser Angele-genheit mich wenden muß.

Adrett, (Franz, adroit) geschickt. Ein adretter Menschist oft so viel als ein geschmeidiger oder gewandter, der je-de Stellung und Bewegung des Körpers mit Leichtigkeitanzunehmen und zu machen, sich unter allen Umständen gutzu nehmen weiß; oft nur ein wolgewachsener, ein Menschvon natürlich gutem Geschicke. Für adrett in Verbindungmit Gang harLessing das schöne N.D. WvrtDrallin die Schriftsprache eingeführt:Ich mag ihn wol, denguten trotzigen Blick, den drallen Gang."

Adrittura, (Franz, ü droiwrc), inder altcrnKaufmanns-

fprache, geradezu. Man sagt: adn/tura versenden, undmeint eine solche Versendung, bei welcher dieWaaren vondem Versendungsortc nach dem Bestimuiungsortc unmit-telbar, d. i. ohne erst an einem dritten Orte umgeladen zuwerden, gehen. Eben so sagt man: adrittura wechseln, undmeint, nach einem Orte unmittelbar Wechselgeschäue ma-chen, d.i. ohne sich dabei erst eines Zwischenwechsels aufeinen andern Ort zu bedienen.

Adstringentia, zusammenziehende Mittel.

Ad5tringiren, zusammenziehen.

Aduliren, schmeicheln, in der niedrigen Sprech-ark. denFuchsschwanz streichen, fuchsschwänzen, oder nach demMaule reden.

Adulteriren , verfälschen, eigentlich ehebrechen. Adulte-ration, die Verfälschung.

A due, a tre etc. in derTonkunst zweistimmig, dreistimmig.

Advenant (nach), Franz, ä laveuant, nach Verhältniß,oder verhaltnißmaßig, diesem gemäß:

Trug einen Rock von Drap d'argenstUnd alles so nach advenant.

Claudius.

Advent, die Zttkünst, nämlich Christi. Der erste, zweite,dritte Sonntag der Zukunft oderZuknnftssonntag. DieAdventszeit ist die Zukunftszrit, d. i. diejenige, in welcherdie Zukunft oder Ankunft des Stifters unsers Glaubens ge-feiert wird. Wenn das veraltete^unft, welches nur nochin Ankunft, Abkunft, Zukurf und Zurückkunft lebt,durch den Gebrauch, welchen Bürger davon gemacht hat:Wenn sie aus göttlichem GesichtDes Heilands Kunst berichtet,wieder in Umlauf kommen sollte, dann würde man die Adr-ventzeit durch die Kunstzeit, den Adocntsonntag durch denKunstsonntag verdeutschen können.

Adverbium. S. über die Kunstwörter der Sprachlehre über-haupt, unter Adjectivum. Der Lat. Ausdruck heißt: einWort, welches zu einem andern Worte gesetzt wird: sollhcissen: ein Wort, welches zu einem Zeitworte gesetzt oderdamit verbunden wird. Eine sehr unbestimmte Benennung !Denn welches Wort wird nicht mit einem andern Worteüberhaupt, und mit einem Zeitworte insbesondere verbun-den ! Der wörtlichen Uebersetzung dieser Benennung durchZuwort, welche Schottest oder durch Ncbenwort, welcheG 0 t t sch e d einführte, klebt natürlich eben dieselbe Unbe-stimmtheit an.

Wir haben in unserer Sprache zweierlei adverbia. Ei-nige nämlich zeigen einen Umstand an, wie jetzt, hier, dort«. s. w. /andere eine Beschaffenheit, wie groß, weiß, roth. u. s. w. Adelung hat jene Umstandswörter, diese Be-schaffenheitswörtcr genannt; ganz paßlich. Wenn abereben dieser Sprachlehrer an einem andern Orte (Lehrge-bäude 1 S. 279.) statf der mit Recht getadelten allgemei-nen Benennung Nrbcnwörtcr lieber Beschassenheitswör-ter für Adverbien überhaupt sagen möchte; so war bis je-ner richtigen Einteilung nicht gemäß, weil dieser NameN nur