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Adm
Ado
Ado
Admittiren, zulassen.
Admoniren, erinnern; in härterem Sinne, eine Weisungertheilen.
Admonitivn, die Erinnerung; in härterem Sinne, eineWeisung.
Adnocam nehmen, sich etwas merken, Bemerkung von et-was nehmen; niedrig, sich etwas hinters Ohr schreiben,
Adnotil’en obcrannotiren, anmerken, aufzeichnen.
Adolescens, das Jünglingsalter.
Adonisiren (sich), sich zum Adonis, d. i. hübsch machen, sichputzen.. Man könnte auch sich niedlichen oder verniedli-chen dafür bilden. Wir haben aber auch das schon üblicheWork schniegeln dafür.
Adoption. Für die schleppende Umschreibung: dieAnneh-mung an Kindes Statt, hat Mylius die Ankündungversucht. S. Beitrage zur wettern Ausbildung der Deutsch.Sprache lV. 46. Sehr gewagt, weil wir kein Zeitwortkinden und anbinden haben. Oft istAnnehmung oder An-nahme schlechtweg hinreichend, wenn nämlich der Zusam-menhang die nähere Bestimmung gibt. Er war sein Sohn,nicht durch Geburt, sondern durch Annahme.
Adoptiren, an Kindes Statt annehmen; oft auch, wennder Zusammenhang die nähere Bestimmung gibt, anneh-men schlechtweg. Das alte £>. D. anwünschen, durch buch-stäbliche Uebersetzung des Lat. adoptare gebildet, verdientvöllig vergessen zu werden, weil es einen ganz andern Be-griff, als adoptiren gibt. S. die vorstehende Abhandl.Etwas, aber nicht viel, erträglicher würde anmahlen sein,welches, wie A d e l u n g versichert, im O. D. gleichfalls üb-lich ist. Kant gebraucht den Ausdruck adoptirt, wiemehre fremde Wörter, aufeine ungewöhnliche, nur ihm ei-gene Weife, in Verbindung mit Tugend, indem er die adop-tirte Tugend der echten entgegensetzt; und unter jener dieTugend aus Neigung, unter dieser die Tugend ausGrundsätzen versteht. Mir scheints, daß der berühmteMann sich hier in dem Gegensatze vergriffen habe. Denn sowie den ehelichen Kindern, nicht die angenommenen oderadoptirtcn, sondern nur die unehelichen oder natürlichenentgegengesetzt werden: so kann man auch der echten Tu-gend oder der Tugend aus Grundsätzen (wenn die Vcrglci-chung von jenen hergenommen werden soll) nur die natür-liche (oder unechte) entgegensetzen. Auch kann, scheint es,eine Tugend aus Neigung gab wol eine natürliche genanntwerden; dahingegen der Ausdruck angenommene oderadoptirte Tugend eher die aus Grundsätzen bezeichnen wür-de, weil jene gleichsam angcbohrcn, also natürlich, ist, dieseaber erst durch Uebungen erlangt, also ängcnommen wird.
Adoptirtes Kind, ein angenommenes. Luther, und nachihm der Verfasser der Sagen der Vorzeit, haben Kürsohndafür gesagt: „Er erklärte den Fündling für seinen Kür-sohn." Da aber küren für wählen: veraltet ist, so kannman Wahlsohn dafür sagen. Dieses findet sich in M e-r i aus Topographischer Beschreibung (Ortsbeschreibung)der Braunschw. Lüneburgischen Lande. Also auch Wahl-
tochter, und im Allgemeinen, Wahlkind; welches in debNeuen Biblioth. der schön. Wissenschaften Th. 49. St. 2.bei Beurtheilung meiner ersten Versuche zur Reinigung derDeutschen Sprache gebilligct wird. Stieler hat auchWahleltern für adoptatores, und Wahlvater für pureradoptitius. Auf A d e l u n g s Einwurfgcgcn Wahlkind:daß es die Sprach -ähnlichkeit beleidige, weil das WortWahl in den meisten davon gebräuchlichen Zusammense-tzungen, nicht die leidende, sondern diethätige Bedeutunghabe, antwortete ich : 1 . daß wir aber doch auch einige, all-gemein-übliche Zusammensetzungen mit Wahl in leiden-der Bedeutung haben, z.B. Wahlspruch, Wahlkvnig, imGegensatze mit Erbkönig. (Wahlsiatt und Wahlplatz,welche ich gleichfalls anführte, gehören nicht hichcr; weilWahl in diesen Worten, nicht von wählen gebildet, son-dern das veraltete Wal,, die Schlacht, .ist. S. Fulda §.123 .) 2. Daß wir in unserer Sprache mehr ähnliche Zu-sammensetzungen haben, in welchen ein und ebendasselbeWort, bald.in thätiger, bald in leidender Bedeutung ge-nommen wird, z.B. Singevogel, thätig, Singestücke, lei-dend. Z.Daß bei Zusammensetzungen dieser Art nicht leichtein Wort der Zusammensetzung doppelsinnig ist, das anderedie Mißdeutung hindert. Dis scheint wenigstens der Fallbei Wahlkind zu fein, wobei wol niemand eher an ein wäh-lendes, als an ein gewähltes Kind zu denken veranlaßt wer-den kann. — Rüdiger tadelt dieses Wort aus einem an-dern Grunde: „weil es den Ncbenbcgriff des Aussuchensunter mehren, in Vorschlag gekommenen, mit sich führe;welcher Ncbenbegriff dabei dunkel mitgedacht wird. Ge-wählt wird ein solches Kind doch immer, dahingegen bei ei-nem lieblichen Kinde, welches die Natur uns zuführt, keineWahl Statt findet. Jenes ist also doch, wenigstens im Ge-gensatze mit diesem, wirklich ein Wahlkind.
Adoptiv, angenommen, z. V. ein solches Kind, ein solcherStaatsbürger.
Adorable (fpr. adorabl), anbetungswürdig. Die Spra-chenmenger gebrauchen es für schön oder vortrefflich.
Adorateur (spr. Adorakör), der Anbeter; oft nur der Lieb-haber, Verehrer.
Adoration, die Anbetung; in der katholischen Kirche, wodie Kardinäle dem neugcwählten Papste Adoration erwei-sen müssen, Verehrung.
Adoriren, anbeten, verehren.
Ados (spr. Adoh), von a und von dos, der Rücken; in derFranzösischen Gartensprache, ein Beet, welches sich an eineMauer oder dergleichen lehnt, woraufdie Früchte schneller 'wachsen und reifen; ein Lchnbeet.
Adouciren (spr. adußiren), versüßen, besänftigen, mildern.JnKortums Uebersetzung der Sprüche Salom. von1 73 1 findet sich das einfache sanftigen, welches wol mehrin Gebrauch zu kommen verdiente. Auch das einfache süßenf. versüßen, wird von Dichtern gebraucht:
Sie (die Tugend) süßet zärtlich jedes Leiden.
Roman. S chad.