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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
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der Verdeutschung.

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woher nehmen Sie es? Unde vitam sumeret, inscius. Hör. Die Franzosen haben in sofern Recht, alsman etwas da, wo es liegt, an seinem Orte nimmt." Aber unser nehmen hat hier die Bedeutung des Fran-zösischen tircr - es ist also nicht unrecht, wenn wir, wie bisher, so auch ferner woher sagen.

Bei der Benützung der neunten Quelle der Sprachbereicherung, welche in dem Gebrauche schon daseiendereigentlicher Wörter in einem neuen uneigcntlichen Sinne und umgekehrt besieht, kommt alles auf die Richtigkeit,Anwendbarkeit und Versiändlichkcit des darin liegenden Bildes an. Die hiehergehörigen Vorschriften liefert dasLehrgebäude der schönen Wissenschaften.

Ich schließe diesen Abschnitt mit zwei allgemeinen Regeln, welche sich über die gesammte Sprachbereiche-rung aus allen Quellen erstrecken, und die ich daher bis an diesen Ort verschieben zu müssen geglaubt habe. ESsind folgende: ,

1. Man vermeide, indem man die Sprache durch neue oder bisher nicht gewöhnliche Wörter, Wortfü-gungen und Wendungen zu bereichern sucht, so sehr als möglich, alles, was durch Sondcrbarkettoder Seltsamkeit auffallen kann, Und bemühe sich vielmehr, das Neue oder Ungewöhnliche dem Al-ten und Gewöhnlichen, durch größtmögliche Annäherung, so ähnlich zu machen, daß die Neuheitoder Ungewöhnlichkeit desselben, so wenig als möglich, empfunden werden.

Sowol der Zweck der Rede überhaupt, als auch die besondere Absicht, dergleichen noch nicht gewöhnlicheWörter in Umlauf zu bringen, machen die Beobachtung dieser Vorschrift unumgänglich nothwendig. Der Zweckder Rede überhaupt; denn da dieser dahin geht, die Aufmerksamkeit des Hörenden auf den Inhalt unserer Worte,nickt auf die Wörter selbst, zu lenken: so müssen wir alles, was den letztem etwas auffallendes geben könnte,sorgfältig zu vermeiden suchen, weil wir sonst dieses Zweckes Gegentheil bewirken würden. Die besondere Absicht,dergleichen ungewöhnliche Ausdrücke in Umlauf zu bringen und unsere Sprache damit zu bereichern; denn da nie-mand, der kein Geck ist, einem Vorgänger, es sei in welcher Sache es wolle, absichtlich und gern etwas nach-sagt oder nachthut, was dem Redenden oder Handelnden den Schein des Sonderbaren oder Lächerlichen gebenkann: so steht nur von solchen nengeprägten oder aus ihrer Dunkelheit hervorgezogenen Wörtern, welche nichts der-gleichen an sich haben, zu erwarten, daß sie Glück machen, und das Bürgerrecht in unserer Sprache gewinnenwerden. Aech kann man zum voraus ziemlich sicher sein, daß ein Wort, welches stark und ungebührlich auf-fällt oder sonderbar klingt, (etwas auffallendes und fremdklingendes hat jedes neue Wort und muß es habe,,)irgend einer von denjenigen Regeln der Sprachbereicherung, welche hier verhandelt worden sind, zuwider se,; weilgerade das, wodurch es ungebührlich aurnllend oder sonderbar wird, in irgend einer Unregelmäßigkeit oder Abwei-chung von unserer Sprachgleichförmigkeik zu bestehen pflegt. Die nähere Prüfung, die wir mit einigen Wörterndieser Art, die sich in meine eigene Sammlung cingeschlichen hatten, oben vorgenommen haben, hat diese Bemer-kung hinlänglich bestätiget,

2. Man vermeide, um eben dieser Ursache willen, das Arlhaufen neuer oder ungewöhnlicher, wenngleich

an sich guter Wörter, in einem und eben demselben Vortrage.

Denn schon dieses allein kann der Redeauch wenn jedes der gebrauchten neuen Wörter, einzeln und fürsich selbst betrachtet, allen Beifall verdiente ein sonderbares, wenigstens erzwungenes Ansehn geben, und dadurchandere von der Annahme und dem Gebrauche solcher Wörter für immer, abschrecken. Der gute Geschmack sowol,als auch die Klugheit, verbieten also gleichstark das Anhäufen oder die übertriebene Einmischung solcher Wörter,und rathen vielmehr hier, wie in allen Dingen, zur weisen Mäßigung und Sparsamkeit. Was gut und dauer-haft werden soll, das muß nicht übereilt und nicht erzwungen werden. So auch die fortschreitende Reinigung undBereicherung unserer Sprache.Gleich wie mansagt § e ibni tz gewissen gewaltsamen Wasserschüsicn undEinbrüchen der Ströme, nicht sowol durch einen steifen Damm und Widerstand, als durch etwas, so anfangsnachgibt, hernach aber allmählig sich setzet und fest wird, zu steuern pflegt: also wäre es auch hierin vorzunehmengewesen. Man hat aber gleich auf einmahl den Lauf des Uebels hemmen, und alle fremde, auch sogar eingebür-gerte Wörter, ausbanncn wollen. (Er zielt auf das Verfahren des Palm-ordens und der ähnlichen Gesellschaf-ten ,