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1 (1808) A - E
Entstehung
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Grundsätze, Regeln und Gränzen

Hingegen es macht warm (auch wol: viel warm, molto calcko) ist unnütz." Und als undeutschverwerflich.

Es kostet theuer, statt: es kostet viel, ist theuer; ich bin davon (en) zufrieden; denGrund werfen (fetter les fonclemens); einem etwas lernen (apprenäre ä q. q.) ; auf diesemFuß(sur ce pied) alles entweder Nachlaßigkeit oder lächerliche Eitelkeit." Nur die letzte, fchon völlig eingebürgerteund von unsern besten Schriftstellern, z. 25 . von Lefsing, gebrauchte Redensart: auf diesem Fuße oder, jenachdem der Zusammenhang ist, auf diesen Fuß, muß ich, als nicht hieher gehörig, von diesem Verwerfungsur-thcil auszunehmen bitten.

Wieviel hat ihnen daS nicht Mühe gekostet! schreibt ein Deutscher Schriftsteller sehr un-deutsch." Dis gehört zu der oben getadelten gezwungenen Wortstellung, die keinen begreiflichen Zweck und Nu.tzen hat.

Und das(et cela) statt und zwar; nach ihm (seien Im) statt nach seiner Meinung oder Aus-sage, haben nichts erhebliches wider sich." Sie haben vielmehr den guten Grund für sich, daß das erste die Be-ziehung auf daS Vorhergehende oft bestimmter und deutlicher angibt, und daß das andere, ohne unverständlich zusein, kürzer ist.

Das springt in die Augen (saute aux ycux), sonst es fällt in die Augen. Beide Ausdrückesind gleich gut und gleich schlecht." Warum schlecht? Beide sind gute bildliche Redensarten, wobei an ein ei-gentliches Springen oder Fallen niemand denkt. Sie sind aber auch nicht immer gleich gut. Denn die ersteist da, wo eine größere Augenscheinlichkeit durch einen lcbhaftcrn Ausdruck bezeichnet werden soll, besser.

Anfangen, endigen, statt sich anfangen, sich endigen; ist, meines Erachtens, sehr gut. Ebenso irren besser, als sich irren; dagegen sich tauschen (se tromper) richtig ist.

Unter unsern reciproken (zurückdeutenden) Zeitwörtern sind verschiedene, die bei näherer Prüfung nicht gut be-stehen, z. B. sich entscheiden." Mir dünkt sich über, für oder wider eine Sache entscheiden, würdeeben so richtig gesagt sein, als es sprachgebrauchlich ist. Es heißt sich von einer Meinung scheiden oder trennen und zuder entgegengesetzten übcrgehn.Sich kurz fassen. Seine Gedanken, Untersuchungen rc. kann man kurz fassen,nicht aber sich selbst." Aber nach einer bekannten Rede-figur darf man ja ohne Bedenken sagen: Dieser oderjener sei abgebrannt, wenn man nur das Haus desselben meint; warum sollte ich nicht auch für die Gedan-ken eines Menschen, den Menschen selbst setzen dürfen, da doch diese ihm in einem höhern und engern Sinneangehören, als seineWohnung?Er wagt sich nicht dieses zu unternehmen, besser ohne sich." Unstreitig!Sichmüde laufen, sich krank lachen, sich ausreden rc. sind als elliptische (Auslassungs- oder Abkürzungs-)Redensarten ebenfalls beizubehalten." Allerdings'.Leide dich; so übersetzt Luther das Grichische xaxoTrccSycrov(2 Tim. 2, 3). Richtiger würde das Deutsche vielleicht in der Bedeutung des se pati des Seneca gebrauchtwerden: turbam bominum rerumque clesiclerant, qui se pati uon possunt. Dis kann ich nicht unter-schreiben. Denn 1. scheint mir der von Lulhern in der angeführten Stelle, auch Sir. 2, 2. (halt fest und lei-de dich) beliebte, jetzt freilich veraltete Sprachgebrauch einen guten Grund für sich zu haben, indem es ehe-mahls auch ein Thatzeitwort leiden für zu Leiden machen gab, und daher sich leiden füglich so viel heißenkonnte, als sich in den Zustand des Leidens versetzen, sich gleichsam ganz zu Leiden machen. Und 2. würde, wiees mir scheint, das se pati des Seneca durch sich leiden nicht wol verdeutscht werden: denn die sich selbstnicht leiden können heißt nach unserm bisherigen Sprachgebrauche nun einmahl: die sich selbst nicht ge-fallen, sich selbst nicht lieben können. Dis also, was doch Seneca nicht sagen will, würde jedermanndabei denken müssen.

Ich nehme die Freiheit, schreiben manche, statt ich nehme mir, nach dem Französischen jeprens Ia liberte." Dis ist unserm Sprachgebrauche eben so zuwider, als es dem Französischen ist, wenn wir jeme prens la liberte sagen.

Der Franzose fragt: avez vous pris cela? hingegen doii lavez vous tire? Dieses habe ichauch von Deutschen nachgeahmt gesunden. Wo nehmen sie das? Wir sprechen sonst mit den Lateinern:

woher