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1 (1808) A - E
Entstehung
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der Verdeutschung.

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ländischen Wörterklang doch größtentheilS verloren gehen. Wer z. B. kein Italisch versteht, der kann durch die auSdieser Sprache entlehnten Kunstwörter unserer Kaufmannssprache nicht benachrichtiget werden, daß wir die dadurchausgedruckten kaufmännischen Kenntnisse aus Italien bekommen haben. Derjenige Deutsche hingegen, der so viel Aus-bildung hat, daß er die Sprache jenes Landes versteht, der weiß auch den Geschichtöumstand, von dem hier dirSiede ist, vermuthlich schon aus andern Quellen, oder kann ihn wenigstens daraus wissen.

Zwei Fälle kann ich mir indeß denken, wo ausländische Wörter dieser Art mit R-echt beibehalten werden.

Der eine ist: wenn zur Zeit der Erfindung oder Bekanntwerdung einer Sache, der ausländische Name mitder Sache zugleich nach Europa kam, und nicht nur in alle Europäische Sprachen aufgenommen ward, sondern auchnach angenommenem Deutschen Gepräge, in unsere Volkssprache überging; wie das z. B. mit den Wörtern Taback,Kaffee, Thee, Zucker, Diamant oder Demant (von a^ax), Taffet oder Tafft (oondem PersischenTastet), und andern geschehen ist.

Der andere: wenn das ausländische , auf den Ursprung einer Sache zurückweisende Wort von einem Eigenna-men (nomine xroxrici) , entweder des Erfinders, oder des Orts der Erfindung gemacht ist. Zum Beispiel mag dasWort Magnet dienen, welches entweder nach der Landschaft Mag nesia, wo die besondere Kraft dieses Steinszuerst soll bemerkt worden sein, oder nach dem Magnes, einem Hirten (oder, wie andere wollen, einem Priesterder Isis), den man für den ersten Demerker jener Kraft hält, gebildet worden ist. Das Schwankende dieser Her-leitung kann allenfalls, wenn man will, ein Grund mehr für die Beibehaltung des Worts sein; weites doch im-mer ein, wenigstens möglicher Fall ist, daß man, in Ermangelung anderer Nachweisungen, durch das Wort selbstüber kurz oder lang dem wahren Ursprünge der Sache auf die Spur kommen kann. Hier hätten also die Frucht-bringenden die Mühe, neue WörterEisenho ld, Wunder stein, Segelstein dafür zu prägen,sparen können; wiewol der Umstand, daß dieses dunkle Wort, seiner undeutschen Betonung wegen, unserer Sprach-ahulichkeit nicht gemäß ist, dem Versuche es zu verdeutschen auf der andern Seite allerdings zur Rechtfertigung die-nen kann.

Ich wende mich nuu zur Auseinandersetzung derjenigen Fälle, wo wir nicht für immer, sondern nur fürjetzt noch, und zwar aus Noth, von dem Gesetze der Sprachreinheit abzuweichen befugt sind und, wie die Sa-chen bisher gestanden haben, in einzelnen Fallen sogar bisjctzt wirklich gezwungen waren: weil wir hier, durch einhartnäckiges Bestreben die Reinheit sogleich und mit eincmmahl aufs höchste zu treiben, anderweitige Voll-kommenheiten der Sprache aufopfern müßten, die uns noch wichtiger, als ihre unverfälschte Lauterkeit, sein müs-sen. Ich will diese Vollkommenheiten angeben, und die Einschränkungsregeln, die für das Geschäft der Sprachrci-nigung sich daraus ergeben, jedesmahl hinzufügen.

Die erste ist: *

,,daß die Sprache für jeden Begriff, den das sie redende Volk hat oder bekommt, und der nicht theilweise,sondern auf einmahl gedacht sein will; fo wie rur jede Sache und für jede Empfindungsart, die nicht stück-weise, sondern ganz und auf einmahl ausgedruckt sein wollen, einen einfachen, nicht umschreibenden Aus?druck darbieten muh".

Dis erfodert der erste und wesentlichste Zweck' eikcr Sprache, dem alle andere, als Nebenzwecke, nothwen-dig untergeordnet sein müssen; der Zweck, unsere Gedanken und Empfindungen zweckmäßig an den Tag zu legen.Nun bin ich zwar, wie ich schon oben zu erkennen gegeben habe, der festen Ueberzeugung, daß jede Sprache, auchdie ärmste und unvollkommenste, die Keime zu einer schrankenlosen Entwickelung und Ausdehnung in sich trage, alsoauch nur gehörig ausgebildet zu werden brauche, um für jede menschliche Empfindung und für jeden Begriff, derin irgend einer andern Sprache ausgedruckt werden kann, gleichfalls ein Zeichen zu haben oder zu bekommen. Alleindiese Ausbildung ist nicht das Werk eines Tages; es gehören Jahrhunderte dazu; sie kann nicht die Arbeit einesoder einiger Glieder eines Volks sein; um sie zu bewirken, wird nichts geringeres erfodert, als daß das ganze Volksich zu einer beträchtlichen Höhe der geistigen und sittlichen Ausbildung und Vervollkommnung erhebe. Diese Volks-ausdildung wird nun aber, wo nicht immer geradezu, doch mittelbarer Weise , auch dadurch erleichtert, befördertund beschleuniget, daß wir uns die Gedanken, Künste und Wissenschaften anderer Völker, die auf der Stufenleiter

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