der Verdeutschung.
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nauer zu bestimmenden Punkt — die dritte oben angedeutete Art der Sprachrcinheik; diejenige nämlich vermögewelcher sie keine andere fremde Wörter und Wortverbindungen in sich dulden würde,als nur solche, die ihrer eigcnenSprach-ähnlichkeit gemäß waren, oder welchen sie, vorder Aufnahm e,dasFremd-artige genommen und ihnen dafür dasGcprüge ihrer eigenenSprach-ähnlichkeit aufgedruckt hatte. Allein so leicht diese Art der Sprachrcinheik für uns zu er-reichen und zu bewahren gewesen wäre; so haben unsere Vorfahren sie dennoch unglücklicher Weise verscherzt; undwir, ihre fahrlässigen Nachkommen, haben es uns noch immer keinen rechten Ernst sein lassen, diese Dernachlässi-gung, so weit das jetzt noch möglich ist, wieder gnt zu machen. Laßt uns sehen, ob es der Mühe werth sei, ei-nen solchen Ernst nun endlich einmahl, wenigstens jetzt, zu zeigen.
Das, was ein Wort zu einem Deutschen macht, ist i. seine Verständlichkeit für jeden Deutschen, und2. die Uebereinstimmung seiner Bildung und seines Klanges mit der Bildung und dem Klänge anderer DeutschenWör cr, welche durchgängig üblich sind, mit Einem Worte, seine Sp ra ch g le i chfö r m i g ke i t. Ein ursprünglichfremdes Wort also, welchem mau, bevor es in unsere Sprache aufgenommen ward, diese vollkommene Uebereinstim-mung oder Sprachgleichförmigkeit zu geben wußte, hat, sobald es gänzlich eingebürgert, für alle Deutsche verstand-lich und gebräuchlich geworden ist , bis auf einen einzigen Unterschied nach, gleichen Werth mit jedem andern, wel-ches die Deutsche Sprache aus und durch sich selbst erzeugte. Der einzige Unterschied zwischen beiden besteht darin,daß von dem einen auch das Stammwort oder die Wurzel in unserer Sprache heimisch ist, von dem andern nicht.Diesen Umstand also. abgerechnet, gilt alles, was von dem einen gesagt werden kann, auch von dem andern.
Wenn wir also die großen Vorzüge entwickeln, die einer Sprache zukommen würden, welche alle ihre ein-zelnen Theile aus und durch sich selbst hervorgebracht hätte: so werden wir dadurch zugleich die Nothwendigkeit dar-thun, daß wir, da uns die Erreichung jener Vollkommenheit in ihrem ganzen Umfange nicht mehr möglich ist, zumwenigsten dahin streben müssen, uns ihr zu nähern, so sehr wir können; also
l, zur allmähligen Verdrängung alles Fremd-artigen aus unserer Sprache, so viele alte oder vergessene echt-deutsche Wörter hervvrznsuchcn, und so viele neue zu bilden als wir — versteht sich auf die nachher zu be-stimmende rechtmäßige Weise—nur immer können und vermögen; und unterdrß
3. da, wo wir nun einmahl nicht umhin können, entweder in die bereits geschehene Einbürgerung oder in denjetzt noch nicht zu vermeidenden Nolhgcbrauch eines ursprünglich fremden Wortes zu willigen, uns wenig-stens, so sehr wir können, gegen die Ausnahme oder Beibehaltung aller derjenigen fremden Wörter zu stem-men, welchen man vorher nicht erst ihr Fremd-artiges genommen und das völlige Gepräge unserer eigenenDeutschen Sprachgleichförmigkeit aufgedruckt hat. \
Die erwähnten Vorzüge sind folgende:
Je mehr eine Sprache sich aus und durch -sich selbst entwickelt, d. i> bereichert und ausbildet, oder, wo die-ses nicht immer geschehen kann, je mehr sie wenigstens sich hütet, irgend etwas aus andern Sprachen aufzunehmen,was ihrer eigenen Sprach-a-nlichkett widerstrebt, desto vollkommncr ist sie unter sonst gleichen Umständen; und zwarsowohl in sich, als auch in Bezug aus das Volk, welches sie redet.
1. In sich; denn eine Bereicherung und Ausbildung der Sprache, die durch natürliches Entwickeln von innen,vder wenigstens durch genaues Einpassen des Fremden in die Form ihrer eigenen Sprach-ähnlichkeit geschieht, ist derNatur und dem Wesen derselben allemahl angemessener, als diejenige, welche durch fremd - artige Zusätze von aussbn,und mit einer auch noch so geringen Verletzung der Sprachgleichförmigkeit, erfolgt. Der Grund dieser Behauptungist: weil im ersten Falle die Sprache mehr Einheit, Selbststandigkeit oder Uebereinstimmung mit sich selbst behält,und auf einem einfachern Regelgebäude beruht; also auch leichter erlernt und richtig gebraucht werden kann, als imletzten. Jede Aufnahme nämlich, die einem fremden, von der Deutschen Gleichförmigkeit abweichenden Worte wi-derfährt, vermehrt die Zahl der Ausnahmen von irgend einer Regel. Je mehr Ausnahmen aber, desto verwi-ckelter und schwankender das Regclgebäude, desto weniger vernunftmäßige Einheit und Uebereinstimmung des Ganzen,desto mühseliger die Erlernung, desto unsicherer der Gebrauch — desto unvollkommner die Sprache.
2. In Bezug auf das sie redende Volk: denn
i) sie paßt in diesem Fall am besten zu der eigenthümlichen Beschaffenheit und den einmahl angenommenen Fer-tigkeiten der Sprachwerkzcuge desselben. Man sehe nur, wie unser gemeine Mann, dessen Zunge keine an-
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