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1 (1808) A - E
Entstehung
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der Verdeutschung.

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daß die in unsere Sprache eingeschlichcnen Fremdlinge, der Regel nach, in eben dem Masse leichter wiederausgcmärzl werben können, in welchem ihre Ausmärzung nöthig und dringend ist."

Gerade diejenigen ausländischen Wörter nämlich, die sowol die Sprache am meisten beflecken, weil sie von der Deut.scheu Sprach-ähnlichkeit am weitesten abgchn, als auch zugleich den schädlichsten Einfluß auf die geistige und sittlicheVolksausbildung, haben, indem sie die Verbreitung der nöthigsten und wünschenswürdigstcn Kenntnisse und Einsichtenam meisten hindern, und eine unselige Verwirrung der Begriffe über die wichtigsten menschlichen Angelegenheiten ver-Ursachen; also gerade diejenigen, deren Verbannung, aus dieser doppelten Ursache, am allernöthigsten ist, sind gluck--licher Weise nun auch zugleich solche, die noch am wenigsten in die Volkssprache übergegangen sind, also auch nocham leichtesten wieder ausgedünnt und durch echtdcutsche ersetzt werden können; so wie umgekehrt gerade diejenigen,welche unaustilgbar zu sein scheinen, indem sie schon in unsere Volkssprache eingedrungen sind, glücklicher Weist- zudenen gehören, deren Ausmärzung nicht so dringend ist, weil sie sowol unsere Sprache weniger verunstalten, tigernihr Fremd-artiges ihnen vorher ganz oder doch größtentheils schon genommen ist, als auch weil sie der Ausbreitungnützlicher Kenntnisse und Einsichten weniger hinderlich werden können. Ich will mich erklären.

Die in unsere Sprache eingedrungcncnfremden Wörter bezeichnen entweder sinnliche und mit ihren Ei»genschaften zugleich gedachte Dinge (Eoncrers), oder abgezogene und allgemeine Begriffe,die aber auf Gegenstände zurückgeführt werden können, welche durch Hülfe der äußern oder der innern Sinne erkenn-bar sind; oder endlich Vernunftbegriffe, d. i. solche, die keinen dergleichen Gegenstand haben, welchen alsoin der ganzen innern und äußern Sinnenwelt nichts für uns erkennbares antwortet.

Wir können daher alle, in unsere Sprache eingeschlichene fremde Wörter in folgende drei Klassen theilen:i. sinnliche, d. i. solche, welche Dinge bezeichnen, die unmittelbar in die Sinne fallen;

3. unsinnliche oder solche, deren Inhalt ein Verstandesbegriff, d. i. etwas zwar abgezogenes und allge-meines ist, welches nicht unmittelbar in die Sinne fällt, das aber doch auf etwas, durch die äußern oderden innern Sinn erkennbares zurückgeführt, folglich anschaulich gemacht werden kann, wie z. B. A ffe ct,Sympathie, Phantasie u. s. w.

Z. übersinnliche oder Vernunftworte, d. i. solche, welche reine Vernunftbegriffe bezeichnen, die kei-nen, weder durch äußere, noch durch innere Sinne erkennbaren Gegenstand oder Inhalt haben, z.B.H y p o-these, Causalität, Substanz, u.s.w.

Nun behaupte ich, daß die größere oder geringere Thunlichkeit und Leichtigkeit, diese Wörter wieder auszu-märzen und durch echtdeutsche zu ersetzen, mit der größern oder geringern Nothwendigkeit ihrer Ausmärzung und Er-setzung in gleichem Verhältnisse stehe. Man höre meine Gründe.

Die fremd-artigen Wörter der ersten Klasse sind, wenn die Volkssprache sie einmahl aufgenommen hat, unterallen am schwersten auszutilgen; aber auch glücklicher Weise unter allen diejenigen, deren Austilgung in diesem Fal-le am wenigsten nöthig ist. Denn i. können sie dem, der fremden Sprache, woraus sie genommen sind, unkundigenVolke, trotz ihres fremden Ursprungs, unter allen ant leichtesten verständlich und geläufig werden, weil sie Dinge be-deuten, die unmittelbar in die Sinne fallen oder durch die Sinne wahrgenommen werden. Sie geben also auch 2.nicht leicht Anlaß zu verwirrten oder irreleitenden Vorstellungen; und indem sie 3. in die Volkssprache übergingen,so sorgte gewöhnlich das Volk selbst dafür, daß ihre »deutschen Laute vorher erst in deutschklingcnde verwandelt wur-den ; so daß daher auch unsere Sprache wenig, oft gar nicht durch sie verunstaltet wird. Dergleichen Wörter sind z.B, Fenster, Pulver, Tafel, und eine Menge ähnlicher. Diese können nie wieder ausgestvßcn werden, undbrauchen es auch nicht. Sie können nicht; weil sie nun einmahl längst schon in die Volkssprache übergegangen sind,die das, was sie einmahl hat, auch zu erhallen weiß, indem sie nicht so wandelbar ist, als die Schriftsprachen zusein pflegen. Sie brauchen es nicht; weil sie, umgeformt wie sie sind, unsere Sprachgleichförmigkcit nicht mehr stö-ren, und, da sie sinnliche Gegenstände bezeichnen, auch den gemeinsten Volksverstand nicht verwirren können. Sindsie hingegen noch nicht in die Volkssprache übergegangen, und sind sie der Deutschen Sprachglcichförwigkcit noch nichtangepaßt worden, wie z. B. die Wörter Fa^ade, Nische, B alk0 n, u. s. w., so ist es eben so leicht, als es indiesem Falle allerdings auch nöthig ist, sie auszustvßen.

Um ein Beträchtliches nothwendiger, aber auch zugleich um eben so viel leichter ist das Ausmarzen der fremd-artigen Wörter der zweiten Klasse, besonders derjenigen, deren Inhalt nur ein Gegenstand des innern Gefühls

oder