52
Engel.
gewisse Hierarchie reicht in die älteste Zeit hinauf. DieChristen haben sie festgehalten und den einzelnen Engeln, jenach Beschaffenheit der Verrichtungen und Aemter, die ihnenzugeschrieben wurden, entsprechende Dienste angewiesen.Siehe unten. Im Christenthnmc werden die vier obersten undgleichsam die vornehmsten Engel, nach Ep. Judae v. 9. Erz-engel genannt. Die weiteren Rangklassen treten nicht so be-stimmt hervor, wie im Judenthum. Doch findet sich von denzahllosen dienenden Engeln dieselbe Vorstellung wie im Juden-thum, dass sie als besondere Schutzgeister allen Reichen undTheilen der Natur vorstehen, so wie den Völkern und Staaten.Die Engel aber, die den ungläubigen Nationen vorstehen, wer-den zu Teufeln. (Vergl. Drachen und Teufel.) Die vierErzengel, Michael, Gabriel, Uriel und Raphael, die nach derjüdischen Tradition den Thron des Allerhöchsten tragen, sinddie mächtigsten Boten seiner Kraft. Dieselbe Vorstellung, diesich beim Ezechiel findet und in der Apokalypse wiederholtist, wird in hebräischen Schriften sehr häufig ausgesprochen.Wir stellen hier die ikonographische Fassung der Erzengel,M r ie sie von der christlichen Kunst, in Rücksicht auf ihreNatur und Dienste, beliebt wurde, zusammen.
Der Erzengel Michael, mit gezücktem, Schwert (oderSpeer'). De?i Drachen unter seinen Füssen. MitBezug auf den Mythus von der Auswertung des gefallenenEngels aus dem Himmelreich. Er wird der Engel der Gnadegenannt, Vielleicht auch weil er dem „Volk der Gnade“(Israel) vorzugsweise vorsteht Dan. X, 21, und weil sich dieErlösungsgeschichte vorzugsweise an der Linie von Israelherab durch die Weltgeschichte zieht. In der hebräischen En-gellphro bringt er die reinen Seelen dem allmächtigen Gotteals Opfer dar. (Hiermit in Verbindung zu setzen ist Ep.Jüdae v. 6. 9.) Vergl. den Engel Zadkiel.