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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Du gibst das Leben,Du kannst auch gebenHuldvoll den Tod,Das ist ein "WandernZum Sein, zum andern,Zum Morgenroth.

Voll GlutverlangenHab' ich empfangenDich, Herr, so gross,Des Jammers ledig,Nimm auf mich gnädigIn deinen Schooss!

Der Priester hat den Segen gegeben;Nun sich die Betenden erheben,Die Mutter nur mit gefalteten HändenKann nicht den Blick von der Leiche wenden,Vor Menschen wollt' sie nicht schwach er-scheinen,Erstickte heldenmässig das "Weinen;Vor Gott, der blickt in's Herz hinein,Da schämt sie sich nimmer, schwach zu sein,Und offenbart ihr HerzeleidIn seiner ganzen Unendlichkeit.Sie neigt sich herab zur theuren Leiche,Und auch mit Tliränen und Küssen bedecktDas Angesicht sie, das todesbleiche,Das doch kein Kuss mehr zum Leben erweckt.

Der Graf, der männlich sich gefasst,Fragt seine Söhne nun entschlossen:Ich brauche einen Kampfgenossen,"Wer bleibt bei mir?"

In muthiger HastZum Vater mit bewusstem SchrittDer älteste der Söhne tritt,

Indess die Mutter die jüngsten ZweiMit ihren Armen umschlungen halten.Entschieden ist's," ruft er,es sei,Mög' über Euch der Himmel walten.. Es löste die Stimme der Natur

Den letzten Zweifel, der mich quälte,Und nun erfülle sich der Schwur,"Wozu mich deine Allmacht stählte."

Nun drückt er die Gräfin an seinen LeibUnd segnet stumm das wack're Weib,Und segnet die Kinder noch, dann schnelle,Als fürchte er Tliränen in den Blicken,Und jede Rührung zu ersticken,Verlässt er in Eile die Kapelle.

Verglommen ist das letzte LichtIm heiligen Kapellenraum;All dies schien Carnac wie ein Traum,Er träumt' ihn, doch verstand ihn nicht.Den Fuss noch in den Marmorwänden,Das Fensterkreuz noch mit den HändenUmklammernd, dünkt es ihm, er höreVom "Walle Schritte; das macht ihn munter,Rasch springt er von der "Wand herunterUnd späht, wer ihn zur Stunde störe:Nicht lange horcht er, vor ihm stehtDer Graf in stummer Majestät.

Ihr staunet, wieder mich zu seh'n,

Beginnt der Graf zu seinem Gaste

Ich komme, Rettung zu erfleh'n,

Man langt in Noth nach jedem Aste;

Ihr wisst, ich habe keine "Wahl,

Gezählt ist meiner Tage Zahl.

Mein Schloss wird in den Grund geschossen,

So ward im Lager es beschlossen;

Geschütz ist wieder angekommen,

Als galt' es, Berge zu durchbohren;

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