Ich weiss es, Alles ist verloren,
Und morgen ist das Schloss genommen.
Es sei I nicht ändr' ich mehr zur Frist,
Was der ergrimmte Feind beschliesst.
Carnac, Ihr haht verwirkt das Leben,
In meine Macht seid Ihr gegeben,
Ich hab'.in Euch den Feind geschont,
Ich fordre, dass Ihr, was ich gethan,
Zur Stunde als ein wackrer Mann,
Nicht mir, o, nur den Meinen lohnt.
Wenn Frankreich endlich aus dem Wüthen,
Darin es befangen, von Neuem erwacht,
Es seinen König mag behüten,
Der es beschirmt mit seiner Macht,
Dann will ich, dass mein Stamm in Treue
Dem König seine Dienste weihe —
Mein Weib und zwei der Söhne sollen
Entflieh'n noch vor der Morgenstunde;
Ich und mein ältester Sohn wir wollen
Hier fallen auf dem heimischen Grunde.
Dann pflanze über unsere Leichen
Die Republik ihr blutiges Zeichen,
Fort wird ein Reis der Hoffnung grünen —
Zwei Söhne sind in Sicherheit,
Ha, und ich weiss, es kommt die Zeit,
Wo sie den Tod des Vaters sühnen."
Er schweigt, und wie die Worte klangen,Sie tief dem Gaste zu Herzen drangen.Unnennbar ergreift es seine Seele;Er will entgegnen — der Graf, an's SchwerdtDie Rechte klammernd, das Wort ihm wehrt:„Gefangner, folgt meinem Befehle,Es gilt zu retten zu dieser Frist,Zu retten, was errettbar ist." —Carnac reicht stumm die Rechte dar,Der Graf erfasst sie warm und wahr:„Dem Menschen nicht, nur der menschli-chen Brut,Entartet in Frevel und Uebermuth,Dem Einzelnen nicht, der sich vergass,Dem tollen Haufen nur gilt mein Hass;Eh' noch der erste MorgenstralHereinbricht über Berg und Thal,Müsst Ihr mein Weib und beide SöhneJenseits an's andre Ufer bringen;Dass eine That die andre kröne,Wird Euch, ich weiss, die Rettung gelingen.
Still war es worden in der Runde —Fern auf den Bergen ein glühender StreifUnd auf den Pflanzen der keimende Reif,Verkündeten die Morgenstunde.
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