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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Das Schloss.

Ötolz strebt empor Schloss Kervegan,Ein starrer Bau im sanften Plan;Ein Weiher schliesst es rings fast ein,Ein silberner Ring nm den Edelstein.Die Veste ist der Diamant,Weicht auch die Fassung, die Burg hält Stand.Am Ufer himmelstrebende TannenStehn wie auf Vorhut einzelne Mannen,Sie spenden Schatten im SonnenbrandUnd wehren die Kugeln ab von der Wand.Haust manche auch wild in ihrem Raum,Das kümmert nicht den Tannenbaum;Zersplittert sie mancher Aeste Holz,Er reckt die andren herfürder stolz,Und fleht, mit emporgestreckten Armen:Es wolle der Herr sich der Welt erbarmen,Die wahnvernichtet vorwärts stürmtUnd Menschenleichen zu Bergen thürmt.Den Thalgrund durchsickert schüchtern und

sanftEin Bächlein, von dessen grünem RanftDie Blumendolden ins Wasser sich neigen,Sich spiegelnd in den hastigen Wellen,Die lüstern hoch und höher schwellen,Den Blümlein ihr Sehnen zu bezeugen,Die bald des Bächleins Treiben fassen,Manch Blättchen niedergleiten lassen,Das lustig erst mit den Wässern springt,Dann, ein verlornes Sein, versinkt.Im Thalgrund mag das Bächlein lüstern,Liebselig mit den Blumen flüstern,

Im Grase lustig die Grille schwirren,Und lockend durch's Feld die Wachtel irren;Ach, auf des befestigten Schlosses Wällen,Dort wissen von Lenzlust nichts die Gesellen,Die kümmern sich nicht, wie mit den Rosen,Im Thalgrund die wandernden Lüfte kosen.Das ist ein Minnen mit Weh und Ach,Ein grauenhaft Buhlen mit Flintenröhren;Des glühenden Hasses blutige Sprach',Die Schüsse der Mordlust nur zu hören;Das ist ein beständ'ges, unheimliches BlitzenAus den Gewehren der Königsschützen;Die Kugeln, bleierne Leichenboten,Sie tragen in unsichtbarer SchriftJedwede den Namen eines Todten,Jedwede weiss, wohin sie trifft.Im weiten Felde ringsumher,Da wogt's und schäumt's, ein erregtes Meer;Von Volkes Gnaden, die Republik,Will brechen dem Aufruhr das Genick,Dem Aufruhr, der ein Herr, kein Knecht,Sich stützt auf das alte, gute Recht.Denn Aufruhr hiess in jener Zeit:Am Könige, treu dem beschwornen Eid,Und an dem Glauben der Väter halten.Die alte Ordnung war zerspalten.Wer für die Rechte der Väter stand,Dem Könige bot die bewehrte Hand,Den Priester ehrte, sich gegenstellt'Dem Wahnsinn, welcher erfasst die Welt,Den traf als Empörer schnöder Verdacht,