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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Die letzte Nacht.

U/s lichtet sich der Seele Dunkel,Des Herzens eis'ge Decke thaut,Wenn Nachts der Sterne sanft GefunkelDes Menschen Auge voll Sehnsucht schaut;Und mit den Sternen, die von den HallenDes Himmels herab zur Erde fallen,Sinkt oft ein Licht in unser Gemüth,Und das erstarrte Herz erglühtZu hochbegeisterten Gedanken,Durchbrechend alle ird'schen Schranken.Hinaus von einer sichren StelleDes Walls blickt Carnac in die Nacht,Indess im Teich die lust'ge WelleAm Fusse des Gemäuers lacht,Sanft schäkernd wäscht die tiefen Wunden,Womit Geschütz den Wall durchbohrt;Das Säuseln des Rohrs will er erkunden,Enträthseln das windgehauchte Wort.Das Kosen der Lüfte, der WellenschaumGemahnen ihn an des Lebens Traum,Der mit so leisem Geflüster beginntUnd unter solchem Gesäusel verrinnt.Sein Auge blickt in's herrliche Thal,Wo rings das Leben blüht in Fülle,

Das in des Mondes silbernem StralDaliegt in sanfter, in heiliger Stille,In das des Menschen ruchloses HerzDas Weh', den Jammer und die Klagen,Des Mordes nie versiegenden SchmerzUnd ewiger Rache Keim getragen.Die grünen Tannen, die schlummermatten,Sie singen selbst sich Wiegenlieder,Und senken mit ihrem dunklen SchattenSich auf des Weihers Spiegel hernieder,Um in der Wellen kühlem UmfangenZu stillen ihr glühendheisses Verlangen.So schaut er in die heitre Nacht,Saugt auf der Erde unendliche Pracht,Versucht's, sein Denken zu vertauschen,Dem Zuge der säuselnden Luft zu lauschen.

Das lüsterne Treiben der NaturWeist seinen Gedanken neue Wege,Ja, und sein Geist, der ewig rege,Folgt alsbald einer andren Spur.Vergeblich sucht er den blühenden Mohn,Dem lächelnden Gotte des Schlafs zu ent-winden,

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