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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Im Schlummer jene Ruhe zu fir.den,Die schon seit Tagen ihn gcfloh'n.Er sinnet, wie er Kettung schaffe,Und drangt ihn namenloses Weh,Dass solehe Opfer der Tod entraffe,Dass solcher Hochsinn untergeh'.In Tagen, wo des Wirrsals BrandVerwüstend sengt durch's Vaterland,Bedarf es solchen Stamm's vcn Helden;Wo Vater, Mutter, jedes KindGleich dem Vende'ervolk gesinnt,Wird kein Geschichtbuch Grauel melden.

Da lichtet sich das Bogenfenster

Ihm gegenüber, Schatten flieh'n

Vorbei wie nächtliche Gespenster,

Es reisst aus seinen Träumen ihn;

Er rafft sich auf, weiss kundig zu nützen

Die Bisse der Mauer, drein vielgewandt

Den kletterkundigen Fuss zu stützen.

Das Fensterkreuz erl'asst die Hand,

Und durch die Scheiben schaut er die helle,

Erleuchtete, heilige Schlosskapelle;

Er schaut, durch seine Seele quillt

Es ihm geheimnissvoll und mild.

Und wenn ihn je der Hass getrieben,

Je zu Verfolgung ihn geführt,

Von so ergeb'nem Sinn gerührt,

Lernt heut' er seine Feinde lieben.

Wenn nicht mit eignem Ohr und Augen

Er Alles gehört und Alles geseh'n,

Was hier seit Tagen war gescheh'n,

Es würd' ihm für ein Märchen taugen.

Es klingen sanft der Orgel Töne;

Der Graf, die Gräfin, die drei Sohne

Knien vor dem Hochaltare fromm,

Vor dem die heil'ge Lampe glomm,

Und seitwärts von dem Hochaltäre

Lag eine Leiche auf der Bahre,

Das Schwert von starrer Faust umfaltet,Als war' es ein Kreuz, der Todte haltet;Es ist der Sohn, der früh vollendet,Im Dienste des Königs kühn geendet;Um diese Bahre betend stummTritt nun der kleine Kreis herum.Und legt im tief verhaltnen LeideDie Hände auf das Schwert zum Eide:Zu halten treu an des Königs Sache,Bei Tag, bei Nacht, zu Land, zur See,Im Sonnenschein, in Sturmesweh',Und zu erwarten den Tag der Rache,Und nie dem heil'gen Schwur auf Erden,Und galt' es das Leben, untreu zu werden."Da naht, den goldnen Kelch in Händen,Der Priester, um der kleinen Schaar,Die solcher Stärkung bedürftig war,Das heil'ge Abendmal zu spenden.

Genossen ist die Seelenspeise,Darauf zum Gebet die Lippen leiseIn sauften Accorden sich bewegen,Und es erklingt der Gottessegen:

0! Herr der Gnade,Auf dunklem PfadeLeucht' mir dein Licht,0, lass mich schauenIn Nacht und GrauenDein Angesicht I

Dass meine SeeleNicht ängstlich fehleWach' über mir!Zum grossen WerkeErfleh' ich StärkeVon dir, von dir.

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