Die letzte Oelung.
»Jenseits des Teich's die Feindesschaar
Griff, da die Kriegslist misslungen war,
Ergrimmter an das alte Schloss.
Die Kugeln sausten aus Feuerschlünden,
Die alte Feste anzuzünden,
Und sanken in ihrer 'Walle Schooss,
Oft aber in den "Weiher hinab,
Um zischend zu enden im Wassergrab;
Und fuhr auch manche bei ihrem Fall
Wie eine Schlange dahin den Wall,
Die, während im Glühn den Raum sie lichtet,
Ein Leben, wo sie trifft, vernichtet,
Diess focht nicht an die wackren Mannen,
Die Widerstand und sonst nichts sannen.
Je mächtiger die Gefahr auch droht,
Und grinsender lacht der blasse Tod,
Der älteste Sohn des Grafen bleibt
Ein Gebilde von Erz, und nur verweg'ner
Ladet, zielt, und mit Kugeln schreibt
Die Antwort er zurück dem mächt'gen Gegner.
Das ist der Jugend Zauber eben,
Dass sie in unverkümmerter Lust,
Nicht mäkelt um ihr kurzes Leben,
Dass sich in schmerzensfreier Brust
Nicht Angst, nicht Furcht, nicht Sorge regen,
Und sie der Gefahr sich stemmt entgegen.
Die Jahre, die Freude, die so selten,
Die Sorge: den Schmerz mit Lust zu vergelten,
Sie machenfeige den Menschen, verlöschen denMuth
Und tödten des Hochsinns Flammengluth
Und lassen ihn unter Stöhnen und Jammern
An dieses Lebens Trübsal sich klammern,
Wie der Schiffbrüchige in Hast
Des Wrackes Mast, sich zu retten, erfasst,
Doch nur verlängert seine Qual;
Dann endlich verschlingt ihn der Wogenschwall.
Des Grafen Sohn weicht nicht vom WalleEr muntert nur auf die Kämpfer alle;Es scheint, sein Genoss ist Meister Tod,Im Sturm der Vernichtung selbst Pilot,Verfehlt, als ob sie Dämone trügen,Keine Kugel ihr Ziel, und in letzten ZügenHaucht drüben Mancher das Leben aus,Verwünschend schwer den unseligen Strauss.
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