Mag nie den Durst der Verruchten letzen,Die also gefrevelt wahnsinnsvoll."
„Schon regt sich's ächzend in der Stadt,Die Pulse hören fast auf zu schlagen:Es geht zum Hochgericht den PfadMein König auf dem Henkerwagen.Wo seines Ahnherrn ehr'nes BildDas "Volk, das gross er schuf, begrüsste,Dort stand der Freiheit Medusenschild,Der Henker vor dem Blutgerüste.Der Wagen naht, ich sah, es gilt,Ich dränge vor mich durch die Schaaren,Nicht acht' ich Hemmniss, nicht Gefahren.Die Kinder halt' ich hoch empor,Befehle meine Seele Gott,Und so zunächst an das SchaffetDring' ich mit meiner Bürde vor;Erhaben über das Verbrechen,Das an ihm übt die Mörderschaar,Hör' ich den heiligen Ludwig sprechen:„Unschuldig bring' ich mein Leben dar,Ich ruf es laut hier am Schaffot,Und vor meinem einzigen Richter, vor Gott" —Er sprach es nicht aus, die Trommeln rau-schen,Die Waffen klirren, es ist kein WortDer muthigen Lippen mehr zu erlauschen,Doch hätten im Haufen Mord an MordJetzt Meuter begangen, man achtet' es nicht;Entsetzen vor diesem BlutgerichtSchlug alle Herzen in eh'rne Haft;Und lähmte jedwede Willenskraft;
Ein Eisblock starrte die Menge still,
Sie kann nicht handeln, wenn sie auch will,
Im Munde erstarb mir des Fluches Wort —
Der Henker ging an seinen Mord — —
Doch ich erhebe über den Haufen
Empor meine Söhne — um, fiel das Beil,
Mein Kinderpaar zu neuem Heil
Mit dem verspritzten Blut zu taufen.
— Dumpf kollert's nieder, der Wiederhall
Von des entfesselten Mordbeils Fall
Wird ewig in meinen Ohren dröhnen
Und dieser Unthat mich gemahnen,
Und damals schwur ich bei meinen Ahnen,
Die That zu rächen mit meinen Söhnen."
„Wer je das Liebste, was er besass
Im Leben, durch den Mord verloren,
0, der erräth es, was mein Hass
In jenem Augenblick geschworen.
Das Schwert in der Hand, so werd' ich
sterben,Doch meine Rache wird sich vererben;Und flattert im Wind meine Asche fort,Ein Kervegan sühnt den Königsmord."
Es schweigt der Graf, sein wackrer GastHat, was er brütet, bald erfasst,Solch Wort in solchem Augenblick —In dem todtdräuend das GeschickGraunvoll hereinzubrechen droht,Kein Ausweg übrig bleibt, als Tod, —Solch Wort lässt sich für alle ZeitenBestimmt nach Einem Sinn nur deuten."
~^M?T^~
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