Was dieses Schwpigcn doch sagen will!Nicht bloss der Feind spricht so zum Feind.Die Sprache verstehen auch Freund und
Freund;Dann aber hebt Graf KerveganZu seinem Gaste also an:
„Wenn sich der Mensch vom Menschen trennt,
Ist cr's allein, der es verschuldet,
Weil er sein Recht nur anerkennt,
Und neben sich kein Recht mehr duldet.
Ihr nahtet mir als Freund, ich stiess
Zurück die Hilfe, uns geboten,
Schon längst zählt' ich mich zu den Todten,
Weil Hass mich von der Menschheit riss,
Die tretend wild aus allen Gleisen,
Zu Greueln schreitet, die das Blut
Von Männern, hart geprüft im Mutb
Und gross in Drangsalen, vereisen.
Von ihr, die frech in ihrem Schooss
Den Wahnsinn birgt und die Verzweiflung,
Anzog die Jacke der Verteuflnng,
Sagt' ich mich mit den Meinen los.''
„Es war ein kalter Wintertag,
Starr, wie der Menschheit Hcrzensschlag,
Stand still der Pulsschlag der Natur,
Von Liebe weitaus keine Spur,
Ob der Vergangenheit nur Trauern
Und vor der Zukunft banges Schauem.
Wer heut' noch stark wie eine Eiche
Des Lebens vollen Becher schwang,
War vielleicht Morgen eine Leiche,
Dess' Blutquell das Gerüste trank;
Wie in der Siege goldnen Tagen
Dem Jubel wichen Schmerz und Klagen,
Wie Liebe, väterliche Huld,
Einst Frohsinn und Gehorsam schufen,
So schleppte für erlog'ne Schuld
Zu des SchafToites blut'gen StufenJetzt Hass die Opfer, dass neues npilDer Menschheit werde vom Henkerbeil."
Das Morgenroth, des Abends Glut
Schien nur der Widerstral vom Blut,
Das auf der Erde jammervoll
In Strömen durch die Strassen quoll,
Dass Sühnung forderte sein Rauch.
Im Kerker nur, wo Ludwig trauert,
Ein König noch im letzten Hauch,
Da schien ein Rest noch eingemauert
Der Liebe, dieser engelgleichen,
So süssen, wenn auch schmerzenreichen;
Und dieser Rest den Herrn versöhnt,
Wenn frevelnd ihn die Menschheit höhnt."
„Der Trommeln dumpfes Dröhnen zittert .An jedes Ohr, der Wirbel sagt,Was keine Menschenlippe wagt,Wenn es auch jedes Herz erbittert,Und Fliehe, lange warm gehegt,In jeder treuen Seele weckt:In solchem Jammer sind sofortDie Flüche selber Gottes Wort.Nur hie und da, wie Liebesflüstern,Schien „Gnade" mancher Mund zu rufen:Verwegne, nach dem Henker lüstern,Die von des Blutgerüstes StufenSich laut zum Königthum bekennenUnd diese Richter Mörder nennen IIn Waffen stand ein ganzes HeerMit brennenden Lunten vor Kanonen,Die Mannschaft oine marmorne Wehr,Das Recht, das heilige, zu entthronen,Der Zeit ein Brandmal zu brennen dreist,Das ewig schändet des Menschen Geist.Aus jeder Ecke starrt das Entsetzen;Das Wasser, das aus den Brunnen quoll,
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