Entschlossen, nie den Sinn zu wandeln,Und wenn mir tausend Dolche drohten;Mein Eid gilt mehr mir, als mein Leben.Noch hat mein König mir nicht geboten,Dem Feinde mein Schloss zu übergeben,In seinem Dienste will ich es auch halten.Fragt alle hier die Jungen und Alten,Die unerschütterlich beschützenDes Königs Eigenthum, entschlossen,Ihr Blut zur Neige zu verspritzen,Und willigen ein die Kampfgenossen,Wohlan, dann schleppe mich die Rotte,Die ihrer schuld'gcn Treu' vergass,Mich, ihren Führer," zum Schaffotte,Denn sonst vernichtet sie mein Ilass."
Gesprochen hat der Graf; dies WortErgreift seinen Gast ganz wunderbar,Ein solcher Sinn, in solcher Gefahr,Ist wohl ein geheimnissvoller Hort,Der seltsam kräftigt, die Seele stählt,Wenn sich der Gefahr auch Gefahr vermalt.Es klingt, was ruhig der Graf erst sprach,In Carnac immer wieder nach;Wohl kann er solchen Hochsinn fassen;Im Blick des Grafen war auch zu lesen,Es sei kein sehaales Wort gewesen,Er wolle That es werden lassen;Doch wo nicht Ruth zu helfen weiss,Soll Rettung werden um jeden Preis.
Und wie er sinnend am Walle steht,Die Luft ein Lied herüberweht;Die Krieger, ziehend auf die Wacht,Sie machen singend ihre Runde;So klingt das Lied in dieser StundeGar feierlich in die dunkle Nacht.Und wie der Wall, mehr oder minder,Sieh krümmt, tönt stärker und gelinder
Der festliche Choral in's Ohr,
Der wohl im Luftraum sich verlor;
Doch wenn schon langst verstummt die Kehle,
Noch immer fortlebt in der Seele:
Es lebe das mächtige Königthum,Für alle Zeit ihm Preis und Ruhm,
Wir halten an ihm mit Treue;In Freud' und Leid, in Lust und Noth,Mit ihm zum Leben, für es zum Tod,
Sein Glanz ist unsre Weihe.
Versiegt im goldnen Becher der Wein,Wir schenken unser-Herzblut ein
Und lassen den König leben! —Und schmilzt das Schwert uns in der Hand,Wir halten mit den Leibern Stand,
Um nie uns zu ergeben.
Dann strahlt dereinst auf unser GrabDes heil'gcn Königs Blick herab,
Und waffnet unsre Erben.Wir halten an ihm für und für,Und sterben wir, so wollen wir
Für unsren König sterben!
An der Krümmung des Walls der Sang sich
brach,Bis ganz er in der Nacht verklungen,In Carnac's Seele doch rief er wachGar mancherlei Erinnerungen;Und wie er sich so im Sinnen verlor,Da wecken ihn Tritte, er schaut empor,Graf Kervegan ihm entgegen schreitet,Ernst, sinnend, schweigsam und ungeleitet.
Lang' stch'n sich beide Männer in trüber,Grau'nvollcr Betrachtung gegenüber,Und seh'n sich schweigend an und still,
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