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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Den that die Republik in Acht;

Und fielen, der neuen Ordnung zum Heile,

Von Meutern gerichtet, Tausend dem Beile.

Begriffe durch Saeculn unversehrt,

Hat die Despotin Zeit verkehrt.

So war die Vende'e der Acht verfallen

Mit ihren dem König ergebnen Vasallen,

In Burgen, worin die Treue wohnt,

In Hütten, worin die Liebe thront,

Die sich mit den Reisern des Lorbeers

schmücken,Wenn Feinde des Ölbaums Blätter pflücken.

Die Republik, vom Blute roth,In ihrem Gefolge Verderben und TodHat gegen die Bürger sieh gekehrt,Führt Krieg gen sie mit dem Henkerschwert,Dringt rasend, mit bewaffneter Hand,Ins treu gebliebne Vende"erland.Schon hat sie rings gemordet, gesengt,Zerstampfte Fluren mit Blut getränkt.Die Veilchen, weil sie königsblau,Reisst sie mordlustig aus der Au;Die Lilie, weil sie die Königsblume,Zertritt sie mit ruchlosem Heldenthume;Ist Blümlein mit einer Krön' geschmückt,Dann wird es vandalisch abgepflückt;Guckt aus dem Grase ein Rittersporn,Die Aristokraten-Blum' ist verlorn;Was an die Tage der Könige mahnt,Verfallen ist's der vernichtenden Hand.

Das Wehe geht um, ein bleicher Schemen,Will nimmer und nimmer ein Ende nehmen;Der Landmatm aus den Dörfern getrieben,Irrt jammernd umher und obdachlos.Birgt keinen Helden der Heimat Schoos?Ist kein Getreuer mehr übrig geblieben?

Erhebt sich kein Bollwerk dem Königthum?

Der Liebe gefeites Heiligthum

Muss es unter Mörderhand verbluten?

Verzehrt' es sich in den eignen Gluten?-------

Wo horstet der Aar, der bedroht im NestDie Königslilie in Klauen hält fest,Sie eher mit seinem Blute lässt färben,Als mit des Verrathes Makel kerben?

Ach, mächt'gen Jammers ist Alles voll,Und dieser wächst mit jedem Tage;Des Landmanns Lied ist ein Lied der Klage,Der Sang der Nachtigall verscholl.Die Sense, wenn sie nicht Waffe ward,Ruht in der Erde eingescharrt:Wenn sie mit Menschenschädeln säen,Gibts keine Ähren abzumähen.Tod dräuend, aus hohen Sträuchen empor,Reckt sich in die Luft manch Flintenrohr,Ein Liedlein bergend, dass Hören und Sehen,Dem, der es vernommen je, vergehen;Eichhörnchen, die im Wald sonst sprangen,Sie sind in Schaaren auf Wandrung gangenNur Krähen und Raben, witternd LeichenSieht man in Schaaren die Gegend durch-streichen.Die vielen Kirchlein im weiten ThalSind Waffenkammern und Arsenal;Die Priester auf den Kanzeln rufen,Was Waffen tragen kann, zum Kampf;Und vor der Altäre heiligen Stufen,Hebt sich statt Weihrauch Pulverdampf;

Das ist ein Weh, Gott sei's geklagt,Als ras'te durch's Land die wilde Jagd,Das Wild jedoch, das man jagen will,Hält furchtlos, ein grinsender Keuler, still,Der, wenn der Jäger nach ihm sticht,Mit seinen Hauern den Spiess zerbricht.