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Der Page des Kaisers : Ein Gedicht von der Treue
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Der oft dem Glücke, zu langer Dauer,

Ihr Herz, von so viel Huld erdrückt

Gern meuchlings stösse den Dolch ins Herz;

Liess Lieb' und Treu' daraus entweichen;

Wacht vor dem Paradies der Freude

Voll Angst um die errungne Macht

Ein Seraph mit dem Flammenschwerdt,

Und bang besorgt sie zu bewahren,

Der still dem nimmer rastenden Leide

Hat jeder nur an sich gedacht;

Den Eingang über die Schwelle wehrt.

Die Freundschaft wandert aus in Schaaren.

0 nur der Mensch in ew'gem Gelüsten

Er, der aus Tiefen sie nach Oben

Nach Wechsel, bereit stets, seiner Lust

In kaiserlicher Huld erhoben,

Geheiligtes Eden seihst zu verwüsten,

Ward nun von Allen aufgegeben,

Nährt Zwietracht in der eignen Brust;

Sie Hessen ihm nur mehr das Leben.

Mag er den Herrn der Erde sich nennen,

Hätt' er nur Kronen eingebüsst I

Ach ihn beherrscht die Leidenschaft

Doch ging ihm auch der Dank verloren.

Und schlügt sein bess'res Selbst in Haft;

Der Heuchler, der wie Judas küsst,

Sie weiss, was er band, geschickt zu trennen,

Ward nicht zum letzten Mal geboren.

Und was er schuf im schnellen, heissen,

Um ihn so viel der Güter lassen,

Im unerschöpflichen Schaffensdrang,

Wenn so verlockend winkt Verrath,

Versteht sie herzlos niederzureissen,

Der gern wird in Demanten fassen

Dass kaum geboren es schon versank;

So laut zum Himmel schreiende That,

Und so vergällt sie ihm seinen Frieden

Wofür zu gut in Ewigkeiten

Dass ruhelos er, verzweifelnd, krankt;

Das schnöde Armensünderholz!

Bricht mit der Tücke der Eumeniden

Der Meineid brach des Helden Stolz

Den Strohhalm des Glücks, woran er sich rankt;

Und bleibt ein Schimpf für alle Zeiten.

Und schlägt, wenn ihn der Durst nach Ruhe

Des Caesars Allmacht ist dahin

Gefoltert mit namenloser Pein,

Musst' allem Ird'schen gleich zerstieben:

Noch über ihm zu den Deckel der Truhe

Entpurpurt und entkrönet ihn,

Und stört seinen Schlaf im Todtenschrein.

Ihm ist Unsterblichkeit geblieben;

Dann naht die Muse leis' und bang

Die hätt' er, und wenn angekettet,

Und beut ihm zart ihren Zaubertrank,

In unterirdische Haft versenkt,

Lässt bald ihn alle Schmerzen vergessen

Wenn minder gross er war, gerettet,

Und legt den Lorbeer neben Cypressen.

So lang ein Mensch auf Erden denkt!

* * *

Die Kampfgenossen seiner Bahnen,Die sonnverbrannten Veteranen,

Bezwungen worden ist der Held,

Steh'n um die Banner mit den Aaren,

Vor dem gezittert eine Welt;

Die über's Meer auf Sturmeswogen

Der Heros so gewalt'ger Thaten

Und über Lande hingeflogen,

Ward von den Vielgetreu'n verrathen,

Wo vorher keine Adler waren.

Die er hochsinnig reich geschmückt

Sie harren sein, um sich zu trennen

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Mit hohem Rang, mit Ehrenzeichen;

Von ihm, den ihren Gott sie nennen.

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