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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
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über die wohlverwahrte Ruhr zu erzwingen. Scherer ach-tete diese Hindernisse nicht. Während er zwei Divisionenden Fluss entlang auf Lendersdorf, Winden und Maubach.entsendete, um oberhalb Düren den Uebergang zu versu-chen, begann er unter dem Schutze mehrerer in der Eile:aufgeworfenen Batterieen den Angriff auf die Ruhrbrücke.und Düren. Ein wohlgerichtetes Feuer empfing seine Trup-pen und schmetterte ganze Glieder zu Boden. Aber dieses.mehrte nur den Muth und die Entschlossenheit der Repu-blikaner. Frische Truppen erneuerten den Angriff undnachdem eine am Breuers-Häuschen bei Gürzenich aufge-stellte Batterie die Artillerie der Oesterreicher zum Schwei-gen gebracht hatte, ward die Ruhrbrücke mit dem Bajo-nette erstürmt. Die Division Marceau bewerkstelligte eben-falls, obwohl mehrmals zurückgeschlagen, den Uebergangbei Birkesdorf, passirte den Mühlenteich bei der dort lie-genden Mühle des Herrn Schöller, berannte die nahe lie-gende Burg Schlossberg, welche bei dieser Gelegenheit inFlammen aufging, und warf den Feind bis hinter die Schiess-ruthe (Weg vom Krausberg nach Arnoldsweiler) zurück.In Folge dieser Verluste verliessen die österreichischenTruppen Düren um 4 Uhr Nachmittags und zogen in ihreVerschanzungen auf dem Krausberge, von wo sie, um dasweitere Vordringen der Franzosen zu hindern, die Ruhr-brücke und die Vorthore der Stadt anhaltend beschossen.Durch den Verrath eines hiesigen Einwohners, welchergegen den Willen des Magistrats und seiner Mitbürger das.Holzthor öffnete, drangen gegen 6 Uhr die Franzosen un-ter dem Rufe: ,,Vive la republique" in die Stadt. Fürdiesen Verrath wurde Düren durch eine heftige Kanonadegezüchtigt, welche bis gegen 10 Uhr Abends dauerte undgrosse Verheerungen sowohl an den Häusern selbst alsauch an den Mauern und Thürmen anrichtete. Der Befehldes Generals Riese, die Stadt in einen Trümmerhaufen zuverwandeln, wurde nur auf die Vorstellungen und Bittendes dahier wohnenden pfälzischen Oberstlieutenants vonSchetz und der Generale Quosdanowich und Ott zurück-genommen (Mat. S. 685).