VIII. Kapitel.
Düren unter preussischer Herrschaft.
Mit Beginn des Jahres 1816 trat an die Stelle desGeneral-Gouvernements eine Eintheilung in die ProvinzenNiederrhein und Jülich-Kleve-Berg, jene mit den Regie-rungsbezirken Aachen, Koblenz, Trier, diese mit den Be-zirken Düsseldorf, Kleve und Köln. 1821 wurde Klevemit Düsseldorf zu einem Regierungsbezirk und 1824 wur-den beide Provinzen zu einer Rheinprovinz verbunden.Düren wurde Kreisort im Regierungsbezirk Aachen, an dieSpitze des Kreises trat der Königliche Landrath (bis 1825von Lommessem, bis 1837 von Ripperda, bis 1841 vonEgicly, bis 1887 Geheimrath Stürtz, von da ab unser heu-tiger Landrath, Kgi. Kammerherr Maximilian von Breu-ning). Die neue Verwaltung trat mit dem 1. Mai 1816 inWirksamkeit. Der Kreis Düren zählte damals 38347 See-len, von denen 37371 Katholiken, 170 Lutheraner, 417Reformirte und 389 Juden waren. Düren selbst hob sichbesonders durch seine Industrie zusehends. Es zählte imJahre 1818 eine Bevölkerung von 4987 Seelen (4542 Ka-tholiken, 110 Lutheraner, 287 Reformirte und 48 Juden).Von den gewerblichen Etablissements blühten bereits da-mals-besonders die Tuchfabriken von Joh. Peter Schoellerin der Weierstrasse, Friedrich und Leopold Schoeller inder Wirteistrasse, Franz und Ernst Schoeller auf derGerstenmühle, später Fritz Schoeller (Richard Prym),Peill & Cie. auf dem Viehmarkt, Schüll & Loer, so-wie Flügel und Hoesch. Wenn auch die Angaben vonLinde und de Bruyn a. a. O. S. 14 ff. betreffend Arbeiter-zahl und Jahresumschlag der Tuchfabriken (2200 Arbeiter,ca. 1 Million Thaler) als übertrieben erscheinen, so sind siedoch mit ein Beweis, wie hoch schön im Anfang diesesJahrhunderts die hiesige Industrie im Ansehen stand. DieAngaben bezüglich der Papierfabriken werden der Wirk-