V. Kapitel.
Düren unter pfalzneuburglseher Herrschaft.
1. Düren während des 30j ährigen- Krieges;
Gegenreformation,
Jesuiten, Annuntiaten, Kapuziner.
Im 30jährigen Kriege, welcher sich fast unmittelbaran den Jülich'schen Erbfolgekrieg anschloss, hatte dasHerzogthum Jülich und besonders unsere Stadt durch dieunerhörten Gräuel und den Vandalismus der verschieden-sten rohen Kriegsvölker unsäglich viel zu leiden, da dieLandesregierung zu schwach war, den einzelnen krieg-führenden Parteien entgegen zu treten. Es war einepolitisch und religiös erbitterte Zeit. Der Herzog er-liess am 3. November 1625 den Befehl, keinen unkatholi-schen Prädikanten oder Schulmeister zuzulassen, am o;Juli 1627 wurde jedes unkatholische Exercitium der Re-ligion in Städten, Häusern oder Dörfern verboten und am6. April wie 12. Juli 1628, nachdem die Jesuiten in Düreneingezogen waren, erging der Befehl, die kalvinischenPrädikanten abzuschaffen. Die mit Brandenburg verbün-deten Generalstaaten übten Repressalien, ergriffen katho-lische Geistliche und schleppten sie in Haft. (Reinhardta. a. O.S. 9.) Im Jahre 1628 drangen Sachsen-WeimarischeTruppen in Düren ein, wurden aber von den Kaiserlichendaraus vertrieben. Zu dieser Zeit, unter dem Bürgermei-ster von Kempen, herrschte in Düren wiederum eine pest-artige Seuche. Viele Bürger verliessen die Stadt; jedeVerbindung mit auswärts war streng verboten.
Der Landtag, welcher Anfangs August 1628 in Dürenstattfinden sollte, wurde in Birkesdoi'f abgehalten und am9. August auf dem Hause Veldenstein beschlossen. Unterall' diesen Kalamitäten zogen die Jesuiten und späterauch die Annuntiaten 1628 in Düren ein.
Die Dürener Jesuiten-Annalen (vgl. Forts, der Mat.