IV. Kapitel.
Düren unter der Herrschaft der Herrenvon Jülich.
1. Verpfändung der Stadt; Kämpfe der Jülicher
Grafen mit den Kölner Erzbischöfen; Entwicklung
der Landeshoheit der Herren von Jülich.
Nach dem in Folge des unerwarteten Todes des Kai-sers Heinrich VI. ausgebrochenen Bürgerkriege suchte,als der von der Mehrzahl der deutschen Fürsten gewähltePhilipp von Schwaben bei Bamberg ermordet worden war,Graf Wilhelm IV. von Jülich auf jede Weise die Gunstdes Kaisers Friedrich IL (1212—1250) Zugewinnen. AusDankbarkeit für geleistete Dienste versprach ihm der Kai-ser zehntausend Mark Silber und verpfändete ihm bis zuderen Erlegung durch Urkunde aus Cremona vom März1242 die Stadt Düren, welche Verpfändung FriedrichsSohn und Nachfolger Conrad später bestätigte. In derUrkunde heisst es: „oppidum nostrum Düren pro decemmillibus marcarum argenti liberaliter duximus obligandum,et ipse et sui heredes dictum oppidum a nobis et nostrissuccessoribus, Imperatoribus et Regibus Romanorum, tene-bunt, donec ei vel suis successoribus de prescriptis Marcisfuerit plenarie et per omnia satisfactum, quo facto dictumoppidum ad Imperium libere revertetur, idemque Comes etsui heredes pro tanta gratia eis impensa eo frequentiusmandatis imperii perpetuo subiacebunt."
Am 12. Dezember 1246 verschreibt König Conrad IV.zu Aachen dem Grafen Wilhelm von Jülich für zugesagteHülfe 1000 Mark, ebenfalls unter Verpfändung von Düren.
Allmählich sank von dieser Zeit an die reichsstädtisch-freie Verfassung Dürens, welche nur der äusseren Formnach beibehalten wurde. Die Stadt theilte von nun andas Wohl und Wehe ihrer Pfandherren, die allmählich diestädtischen Vorrechte verkümmerten; nur die Entrichtung