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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
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VII. Kapitel.

Düren unter französischer Fremdherrschaft.

Nach der Besetzung des linken Eheinufers durch dieFranzosen suchte das franz. Directorium für die Ausfüh-rung seiner Angliederungspläne durch die Verbreitung re-publikanischer Ideen unter der Bevölkerung zu wirken.Wie in vielen anderen rheinischen Städten, so z. B. inKöln, Bonn und Neuss, wurde auch in Düren ein Frei-heitsbaum feierlich auf dem Markte aufgestellt. Einemneugegründeten Klub oder Zirkel schlössen sich Bürgeraller Stände an; der Vorstand bestand aus 14 Katholikenund 14 Protestanten. Die Zusammenkünfte lieferten Stoffzn manchen Pasquillen, die, von dem Satiriker Dr. Mög-ling in Reime gebracht, auf den Strassen gesungen wur-den. Die grosseFreiheitsfeier" bei Aufrichtung der Frei-heitseiche beging die Munizipalität Anfangs 1795; Männer,Frauen, Jünglinge und Mädchen aller Stände tanzten inbunter Reihe jubelnd um den mit der rothen Jacobiner-mütze gekrönten Baum herum. Nachher fand ein grossesFestmahl statt, für welches der Polizei-Chef Stephani, ge-schmückt mit der Tricolore, und der Hussier Scholemerin blutrothem Rocke den Keller des Weinwirfches Michelsplünderten. Von Bezahlung war niemals die Rede. SolcheVorgänge waren geeignet, den anfänglichen Enthusiasmuseines Theiles der Bevölkerung über dieFreiheit, Gleich-heit, Brüderlichkeit" zu dämpfen. Ueberhaupt war derverständigere Theil der Bürgerschaft der Republik nichtgewogen, der Freiheitsbaum war ihnen ein Dorn im Augeund der Maire Effertz wurde auf öffentlicher Strassedurchgeprügelt.

Am 10. März 1795 war grosse Feier wegen der Er-oberung Hollands auch hier. Von früh Morgens beganndas Glockengeläute bis 10 Uhr Morgens, wo dann ein Zug,bestehend aus der Schuljugend, Ackersleuten, Bürgern