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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
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Amts Nörvenich, des Dingstuhls Pier und der Wehrmei-sterei, welche ebenso Amtmännern oder deren Ver-waltern, dann Vögten und Schultheissen oder Richternunterstanden. Mehrere Advokaten hatten sich ebenfallsin Düren niedergelassen (Fortsetzimg der Mat. S. 718bis 719). Das Land erschien gewissermassen als das Rent-gut des Regierenden; die Bürger waren seine Gutssassen,die nicht nur die Kosten der Verwaltung und der Wehr tru-gen, sondern auch den landesfürstlichen Haushalt zu be-streiten, seine Söhne zu versorgen, seine Töchter auszustat-ten hatten. Trotzdem erscheint das Regiment nicht drückend,wie es sonst wohl in jener Zeit dies-und jenseits des Rheinsgewesen sein mag; denn wir erfahren nicht, dass die Lan-desregierung zwangsweise den Bürgern ihren Besitz entzo-gen, wir vernehmen sogar oftmals (vgl. oben), dass Sere-nissimus sich von seinen Forderungen Bedeutendes ab-handeln liess. Nur dann ei'scheinen die Lasten drückend,wenn Kriege das Land heimsuchten und schwere Kontri-butionen aufzubringen waren. Wie die Landesverfassungeine streng selbstherrliche, so war die städtische Verwal-tung gewissermassen eine aristokratische. Es herrschte derRath, welcher sich durch Kooptation ergänzte und alljähr-lich aus seiner Mitte den Bürgermeister wählte. Die Raths-mitglieder und zumal der Bürgermeister gingen fast aus-nahmslos aus dem Gelehrten- oder Handelsstande hervor;so geachtet und mächtig um diese Zeit im übrigen Deutsch-land die Zünfte, das heisst die Handwerker, waren, so wurdedoch in Düren ein Handwerksmeister niemals mit öffentlichenEhren bekleidet. Rath und Bürgermeister hatten nur ge-ringe direkte Einkünfte, doch waren die Stellungen mitvielerlei Nebeneinkünften ausgestattet und es scheint, classwenigstens die Rathsmitglieder niemals zu kurz kamen;der Bürgermeister allerdings glaubte oft Grund zum Kla-gen zu haben; zumal in schlechten Zeiten gingen Pachte,Zinsen und Gebühren lässig ein, so dass dem alljährlichwechselnden Bürgermeister jedesmal die Abrechnung schwerwurde und er oft auf den Ersatz der aus eigenem Ver-mögen vorgestreckten Gelder lange warten musste.