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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
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dass es reine Unmöglichkeit sei, diese Summe neben den Um-lagen für die Bedürfnisse der Stadt aufzubringen; er trugdaher auf eine Ermässigung an, um so mehr, als die Stadtseit 5 Jahren mit den Zinsen der auf ihr haftenden Ka-pitalien im Rückstande sei. Die Ermässigung wurdeendlich bewilligt, indem 407 Reichsthaler nachgelassenwurden. Der Kurfürst liess also mit sich handeln. ImMonat Dezember desselben Jahres reichte der Magi-strat eine Klageschrift beim kurfürstlichen Hofe ein desInhalts, dass Düren mehr als die andern Jülichschen Städtemit Einquartirungen bedrückt sei und noch in diesemAugenblick, ungeachtet des kürzlich geschehenen Abzugeszweier Kompagnieen, über 800 ledige und 350 beweibteSoldaten nebst zwei Stäben in Garnison habe und ver-pflegen müsse. Er bewies, dass die längere Tragung die-ser Last nothwendig den Ruin der Einwohner herbei-führen müsse und bat, wo nicht die ganze Besatzung,doch wenigstens die Kavallerie zu verlegen. Letztereswurde nunmehr erreicht; die Infanterie unter dem Oberstvon Vehlen blieb ohne Unterbrechung bis zum 8. Mai1722 hier stehen, an welchem Tage sie durch ein anderesInfanterie-Regiment unter dem Obersten von Norprath ab-gelöst wurde.

Der Krieg, welchen Frankreich gegen Kaiser und Reichwegen der polnischen Königswahl 1733-35 führte (vgl.Mat. S. 574575), ging auch nicht ohne schädliche Einwir-kungen für das Jülichsche vorüber. Am 20. Nov. 1735 bezogder Prinz Georg von Hessen-Kassel mit seiner aus kaiser-lichen und Reichstruppen bestehenden Armee in und bei Dü-ren Winterquartiere; der Prinz mit seinem Generalstab undGefolge lag in der Stadt. Die Last, welche der Bürgerschaftdurch diese auf längere Zeit hier kantonirenden Truppenaufgebürdet war, wurde noch vermehrt durch Durch-märsche und Einquartirungen anderer Truppentheile; derkaiserliche General Wallis und der Prinz von Waldeck mitihren Stäben verweilten auch einen Tag hierselbst. In ver-schiedenen Berichten des Magistrats wird über das Ver-halten und die Prellereien dieser Truppen bittere Klage