Druckschrift 
Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
Entstehung
Seite
179
Einzelbild herunterladen
 

179

geführt; unter Anderm findet sich in einer glaubwürdigenNotiz bemerkt, dass die Bewohner der Umgegend gezwun-gen waren, jedem Soldaten neben ganzer Verpflegung-täglich ein Kopfstück (5 Sgr. 5 Pfg.) zu zahlen, welchesbeim Mittagessen unter dem Teller liegen musste. DerStadt selbst wurde von dem Prinzen a t oii Hessen-Kassel eine Kriegssteuer von 4640 Florin für jeden Monat auferlegt.Zudem mussten Düren und die 4 Gerichte beim Abmärscheder Truppen am 19. Januar des folgenden Jahres 4550 Florin«entrichten und weiterhin dem General ein Zeugniss ausstei-nen, dass seine Soldaten sich musterhaft betragen hätten.Nach dem Abschlüsse des Friedens währten die Einquar-.tirungen und Durchzüge der kaiserlichen Truppen nocheinige Zeit fort. Am 21. April 1736 zog der GeneralGraf von Seckendorf mit dem ganzen Stabe in Düren ein,:an demselben Tage, an dem sein langjähriger Waffenbruder,Prinz Eugen von Savoyen, zu Wien sein ruhmvolles Le-ben endete.

Der österreichische Erbfolgekrieg (174048) verur-sachte dem Herzogthum Jülich, wie ganz Deutschland, aufsneue schmerzliche Wehen. Obwohl nicht Schauplatz be-deutender Gefechte, litt es doch sehr durch die abwechselndeBesitznahme von den kriegführenden Parteien und unterden immerwährenden Einquartirungen und Anforderungen.Am 7. November 1741 bezogen französische Truppen inund bei Düren Winterquartiere. In die Stadt selbst kamenausser dem Generalstabe zu liegen 48 Kapitains, 62 Lieu-tenants, 102 Sergeanten, 1902 Gemeine, 51 Tambours,nicht eingerechnet der Tross von Dienerschaft, Wagen-knechte und Marketender, und 234 Pferde. Die Stadtwar dadurch so überfüllt, dass auch die Pfarrwohnungen unddie Klöster der Jesuiten und Kapuziner mit Soldaten be-legt werden mussten; aber dennoch konnten die Leute nichtalle gehörig untergebracht werden, und eine Abtheilungmusste nach Nideggen ausrücken. Für das Feldlazareth,welches von Aldenhoven nach Düren verlegt wurde, nahmman das Franziskaner-Kloster in Anspruch. Die nöthigenUtensilien dafür wurden in der Umgegend requirirt; das