— 174 —
traten barfüssig und mit grünen Kränzen geschmückt an denKommunionstisch. Am Abend dieses Tages reisten die Missio-näire nach Burgau, wo sie 3 Tage blieben, von da nach Aachenund Montjoie. Als auffallend ist zu bemerken, dass derKurfürst speziell befohlen hatte, Adlige und Nichtadlige,Bürger und Rathspersonen sollten bei Vermeidung einerStrafe von fünf Goldgulden den Predigten und Bussübun-gen der Missionaire beiwohnen. Durch Veranlassungderselben wurde auf dem Hauptmarkte ein Marien-bild aufgerichtet. Es erhielt den Namen MarianischeSäule oder Ehrensäule; während der Mission fand vordiesem Bilde an jedem Abend eine „Marianische Abendan-dacht" statt. Wegen desselben wurden gemäss kurfürst-lichem Befehl vom 4. September der bis dahin auf demMarkte befindliche Galgen und das Rollhäuschen auf denViehmarkt, der Esel (eine Art Pranger) aber etwas vomMarkte ab in die Oberstrasse gesetzt. Ueber den früherenZustand gibt der beigefügte Stadtplan ein deutliches Bild.In diese Zeit fällt auch die Erbauung des (alten) Ur-sulinenklosters in der Kölnstrasse. Im Mai 1681 kamenzwei Ursulinerinnen, eine aus dem Kloster zu Aachen, dieandere aus dem Kloster zu Lüttich, nach Düren, wo übri-gens auf Anrathen der Jesuiten bereits 1661 eine Schulefür die weibliche Jugend vom Magistrat in der Paphengasse,damals auch Schulgässchen genannt, gegründet wordenwar (vgl. oben S. 130). Der Magistrat meinte, dass „analler christlicher Devotion, Uebung sowie nöthiger Instruk-tion der Jugend nichts ermangele", auch beklagte er, dassdie Klöster sich mit ihren Gärten so vergrössert, dass die-selben fast den halben Theil der Stadt besässen und inne-hätten; endlich befürchtete er, dass die Ursulinerinnen derStadt zur Last fallen würden. Dagegen erklärte die Grün-derin des Klosters, Schwester Klara aus Lüttich, dass jedeUrsulinerin eine hinreichende Mitgift haben müsse und sieder Stadt durch unentgeltliche Uebernahme des Un-terrichts der armen Kinder nur nützen würden. DieSchwestern bewohnten zuerst das Schwarzenbroicher Hausin der Schellengasse (Wilhelmstrasse), später mietheten sie