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Am 22. Juni genannten Jahres kamen auf Anordnungdes Papstes mit Bewilligung des Kurfürsten zwei Missio-naire aus dem Jesuitenorden nach Düren. Der Kurfürsthatte den Magistrat im Voraus von deren Ankunft inKenntniss gesetzt und befohlen, dass der Klerus und dieBeamten der Stadt sie feierlich abholen sollten. Ungernsah sowohl die Geistlichkeit als der Magistrat diese Männerkommen; sie suchten daher deren Hierherkunft zu verhin-dern aus dem Grunde, weil sie ihrer nicht benöthigt wären.Dieses schlug fehl, und sie mussten trotz allen Sträubenssich endlich anschicken, mit Kreuz und Fahne die Missio-naire prozessionsweise am Holzthor abzuholen. Plier über-reichte ihnen der Pater Rector des hiesigen Collegiumsein Kruzifix, und so zog man unter Absingung von Buss-psalmen zur Annakirche. Nach einer kurzen, den Zweckihrer Mission darlegenden Anrede kündigten die Missio-naire, ohne deshalb eine Anfrage gethan zu haben, an,dass sie um ein Uhr nach Mittag in der Kirche der Fran-ziskaner ihren Unterricht beginnen würden. Die Franzis-kaner nahmen dieses übel; ein Pater ihres Konvents nahmin der bestimmten Stunde selbst Unterricht in der Kloster-kirche vor. Erst auf strengen Befehl des Provinzialsräumten sie die Kirche ein. Die Missionaire begannen nunungestört ihre Predigten und Unterweisungen, die sieacht Tage lang fortsetzten. Ihre Vorträge verfehltenihre Wirkung nicht. Zahlreich strömte das Volk von allenSeiten hinzu, um sich den angeordneten Bussübungen zuunterziehen. Die Büssenden trugen Kruzifixbilder undwaren mit Geissein versehen; sie blieben bis zum spä-ten Abend in der Kirche, um unter Aufsicht der Mis-sionaire zu beten und sich zu geissein. Am erstenAbend geisselten sich 85, am zweiten Abend 272 und amdritten Abend 700 Personen. Zweimal wurden in dieserZeit Prozessionen gehalten. Am letzten Tage der Anwe-senheit dieser Bussprediger, am 30. Juni, gingen dieBüssenden zur hl. Kommunion; über 7000 Personen kom-munizirten auf öffentlichem Marktplatze und mehr als1500 Personen in der Franziskanerkirche. Die Studenten