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Chronik der Stadt Düren : mit 12 Holzschnitten und einem lithographierten Stadtplan
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Im Juni desselben Jahres besetzten kaiserliche Trup-pen die Umgebung der Stadt; sie hausten wie in Feindes-land. Im Jahre 1675 überzogen die Truppen des HerzogsKarl von Lothringen, durch deutsche Reichsvölker ver-stärkt, die Dürener Gegend; die Lothringer lagerten beiOber- und Niederzier, die Reichstruppen bei Huchem-Stammeln, Hambach, Morschenich und Ellen. ZertreteneFelder, geplünderte und zerstörte Gebäude bezeichnetendie Spuren ihres Aufenthalts; die geplagten Landbewohnersuchten mit den Habseligkeiten, die sie in der Eile fort-bringenkonnten, ein Asyl jenseits der Ruhr, theilweise auchauf dem Hause Rath. Auch im folgenden Jahre wurde diehiesige Gegend von einzelnen französischen Streifpartieenheimgesucht. Bei einer solchen Gelegenheit litt neben andernDörfern besonders das Dorf Oberzier. Die Bewohner hat-ten sich mit ihrem Vieh und andern Habseligkeiten inden nahen Wald geflüchtet; sie wurden aber in ilTrenSchlupfwinkeln entdeckt und ihrer letzten Habe beraubt.Im Mai 1678 fielen die Franzosen unter dem Marschallvon Luxemburg ins Jülichsche ein, ihren Marsch durch diewildeste Barbarei bezeichnend. Die Ernten wurden ver-wüstet, die Dörfer niedergebrannt, die Bewohner beraubt,schrecklich misshandelt und der Entbehrung preisgegeben;die ganze Gegend wurde in eine Wüstenei verwandelt. Inden Aemtern Düren und Nörvenich traf über 40 Ortschaf-ten dieses traurige Loos, u.a. Ellen, Hambach, Niederzier(das dortige Schloss wurde bis auf eine Mauer der Erdegleich gemacht), Huchem-Stammeln, Merzenich, Arnolds-weiler, Oberzier, Buir, Golzheim, Soller, Embken, Frangen-heim, Froitzheim, Ginnick, Nörvenich, Oberbolheim, Kau-weiler, Ollesheim und Hochkirchen. Am 15. August steckteeine französische Truppenabtheilung die Mühlen bei Dürenin Brand. Die oben erwähnte Chronik sagt darüber:Am29. Mai 1678 sind die Franzosen in's Jülicher Land kom-men und haben viele Flecken, Dörfer, Burghäuser undHöfe in Brand gesteckt und sind auf die grausamste Artmit den Menschen umgegangen, welches weitläufig zu er-zählen gar zu schreckbar und grausam ist und neben dem