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3. Die Raubzüge Ludwig's XIV. von Frankreich.
Kaum hatte das Land nach all' den Gräueln einesdreissigjährigen Krieges einen zwanzigjährigen Friedengenossen, da wurde es vom Kriegsunglück von Neuemheimgesucht. Der französische König Ludwig XIV., im Bundemit England und Schweden, zog gegen die vereinigten Nie-derlande und das deutsche Reich und brachte auch überdas jülich'sche Land alle Gräuel und Schrecken der Ver-wüstung und Zerstörung. Am 8. Dez. 1673 überschwemmtenniederländische und deutsche Truppen die hiesige Gegend,ihren Marsch durch Plünderung und Mordbrennerei be-zeichnend. Besonders erfuhren Drove, Froitzheim, Bins-feld, Merken, Jakobwüllcshcim sowie die Burg Rathein hartes Loos; ihre Bewohner wurden misshandelt,die Häuser geplündert und eingeäschert. Selbst dieKirchen und ihre Diener entgingen diesem Schicksale nicht,und man sah Beispiele grösster Gottlosigkeit. Zu Schloss-berg bei Birkesdorf lag der Generalstab, dessen Bedürf-nisse die Stadt Düren liefern musste. Durch die Mengedieser Kriegsvölker entstand Mangel an Lebensmitteln. Dastraurigste aber war, dass auch der grösste Theil desjülich-schen Adels für Ludwig gewonnen wurde. 20000 Deutschekämpften in diesem Kriege unter Frankreichs Banner. —Im folgenden Jahre erschienen französische Heere unterdem General Turenne in den Rheinlanden. Man glaubte,die Schrecken des Hessenkrieges erneuert zu sehen. Auchunsere Gegend wurde ausgeplündert, die Bewohner wur-den misshandelt, Kirchen und Klöster verunehrt. Als sichdie Horden verzogen, wurde mit der Ausbesserung derhiesigen Festungswerke begonnen; insbesondere wurdendie Vorthore neu erbaut. Zu diesen Arbeiten gab derLandesherr 400 Baumstämme und 2000 Pfund Eisen; dasAmt Nörvenich und die vier Kirchspiele um Düren leiste-ten die Fuhren. Die Arbeiten waren zwei Jahre spätererst vollendet. (Vgl. Mat. 525 ff; ausserdem wurde für dieweiteren Nachrichten eine dem Verfasser von Herrn PeterPauly freundlichst zur Verfügung gestellte ungedruckte Fa-milien-Chronik der alten Dürener Familie Siberti benutzt.)