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oder im Franziskanerkloster Bethanien anmelden sollten.Ebenso wurden gegen billige Erstattung „sichere annochgesunde Personen" gesucht, welche den bereits Erkranktendie „Nothdurft einkauften und vor das Haus stellen sollten."Als Aufwärter und Pfleger der Pestkranken zeichnete sichvorzüglich der Buchdrucker Kaspar Habersperger aus;ihm ward für seine vielen unentgeltlich geleisteten Dienstevom Magistrat ein ,,Oertgen Haideland" am St. Johannes-häuschen zur Belohnung erblich übertragen. DerVicepastorLeonhard Leisten, welcher während der ganzen Dauer derEpidemie mit der edelsten Aufopferung unermüdlich diePflichten der Seelsorge erfüllte, blieb gesund und sah dasEnde dieser traurigen Zeit. Leider gerieth derselbe späterin Konflikt mit der geistlichen Oberbehörde und wurdesuspendirt.
Neben den Massregeln des Magistrats wurden zugleichGebete und Bittgänge angeordnet, um vom Himmel dieAbwendung der die Stadt heimsuchenden Geissei zu er-flehen. Die Seuche wüthete während 16 Monate fort. Indieser Zeit war, so schreibt die Chronik der Annuntiaten, ,,eingrosser Jammer und Elend in der Stadt zu sehen, alleHantirung stand still, denn allen Auswärtigen war verbo-ten, in die Stadt zu gehen. Die meisten Häuser waren zu,wie an Sonntagen und Feiertagen." Der Fruchtmarkt wurdeauf der Haide zwischen dem St. Johannes- und dem Mut-tergottes-Häuschen „Gudestags und Samstags", der Gemüse-markt jenseits der Ruhr zwischen der Vollmühle und den„Bostoi^pffen Buschen" gehalten.
Ende November 1666 kamen die letzten Pestfällevor; nach dem gänzlichen Verschwinden derselben hieltman am 21. Dezember Dankgebete und eine feierliche Pro-zession durch die Stadt. Am 16. Dezember hatte die Bür-gerschaft dem Pfalzgrafen Philipp Wilhelm noch ausser-halb der Stadt auf der Ruhr den Huldigungseid geleistet.Philipp Wilhelm war am 20. März 1653 auf WolfgangWilhelm gefolgt und regierte bis 2. September 1690.